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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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sitätMarburg imFachbereichNationalökonomie und lehrte ebendort als Pri- vatdozent, bis er 1923 einen Ruf als außerordentlicher Professor an die Uni- versität Würzburg annahm. Nachdem Carl Grünbergs Lehrstuhl über Jahre vakant gebliebenwar, wurde am 20.Oktober 1927 Degenfeld-Schonburg, der gleichzeitig einen Ruf aus Rostock hatte, auf Betreiben HansMayers an der Rechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät derUniversitätWienzumOrdi- narius ernannt. Er vertrat ab dem Sommersemester 1928 das Fach Politische Ökonomie und lehrte Sozialpolitik, Volkswirtschaftspolitik undWirtschafts- geschichteundhieltdiezugehörigenÜbungen.AbdemStudienjahr1928/29war er zudemDirektordes »Seminars fürVolkswirtschaftslehreundGesellschafts- lehre« und gehörte ab 1931 auch dem Kuratorium der »Österreichischen WirtschaftspsychologischeForschungsstelle«an. 1933(undnochmals1945/46) bekleidete erdasAmtdesDekans. In Ferdinand Degenfeld-Schonburgs Forschungsfokus standen die wirt- schaftliche Entwicklung und soziale Ordnung, wobei sein wissenschaftlicher ZugangdurchseinenkatholischenGlaubengeprägtwar.Bereits inDissertation undHabilitationsschrift setzte er sichmitdemMarxismusauseinander, später mit den »Wirtschaftsantriebendes LiberalismusundSozialismus« (1926) und verfasstezumvierzigjährigenJubiläumderEnzyklikadenText»Sozialpolitische Forderungen der Enzyklika rerumnovarum« (1931). Außerdembefasste sich Degenfeld-SchonburgwieseinKollegeHansMayermitdemSozialproblemder Akademikerarbeitslosigkeit, wovon seinBuch »Geist undWirtschaft. Betrach- tungen über die Aussichten der deutschenAkademiker« (1927) zeugt. In den »Jahrbüchern fürNationalökonomieundStatistik«veröffentlichte erunter an- derem eine Untersuchung über die wirtschaftlichen Zusammenhänge von »WettbewerbsstrebenundErtragsgestaltung«(1941)unddie»Grundlinieneiner TheoriederwirtschaftlichenEntwicklung« (1949). AlsVertreterderHistorischenSchulederNationalökonomieundnochdazu in Konkurrenz zur nächsten, außeruniversitär angesiedelten Generation der Österreichischen Schule der Nationalökonomie vermochte FerdinandDegen- feld-Schonburg jedochkaum,überdie engenGrenzen seinesWirkungskreises anderUniversitätWienbleibendeWirkung zuhinterlassen.Außerdemwar er durcheineVerwundungausdemErstenWeltkriegunddiedarausresultierende AmputationdesrechtenBeinessowiedesrechtenAugesinseinerSchaffenskraft eingeschränkt. Studierendebezeichneten ihnzwarals »pleasant andeminently decent«, jedoch»notatallbrilliantman«415 (AlexanderGerschenkron),manchmal gar als »complete nonentity«416 (FritzMachlup). Machlup gelangte vor allem aufgrund Degenfelds unverhohlenen Antisemitismus zu dieser Aussage, was 415 AlexanderGerschenkron, zit.n.Craver, Emigration2. 416 FritzMachlup, zit.n.Craver, Emigration2. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 565
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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