Page - 578 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Image of the Page - 578 -
Text of the Page - 578 -
schaftspolitik und ihre Aufgaben gegenüber Monopolbildung mit Kapitalak-
kumulation«.
s) KlausThiede454
Klaus Thiede, geboren am 30. Juli 1901, studierte an der Universität Wien
Staatswissenschaftenundwurde1923mitderDissertation»DieGrundlagenund
System des Merkantilismus« bei Othmar Spann zumDr.rer.pol. promoviert.
VomWintersemester 1929/30bis zumSommersemester 1932 lehrte er als Pri-
vatdozent für Wirtschaftsgeschichte und bot beispielsweise die Vorlesungen
»DieEntwicklungderReparationsfrage«,»MerkantilistischeWirtschaftspolitik«
und »Die Stein-HardenbergischenWirtschaftsreformen« an. Thiedes Spezial-
gebiet war der preußische Reformer Freiherr vom Stein, dem er zahlreiche
Publikationenwidmete, etwa»DieAnsichtendesFreiherrnvomSteinüberdas
ZunftwesenunddieBauernbefreiung»(1925)oder»FreiherrvomSteinunddie
deutscheHandelspolitik« (1931).
t) JosefDobretsberger455
JosefDobretsbergerwurdeam28.Feber1903inLinzgeboren.NachBesuchdes
dortigenGymnasiumsabsolvierteeranderWienerUniversitätdasStudiumder
Staatswissenschaften und promovierte 1926 bei Kelsen undMayer mit einer
Dissertationüber den »Staatsbegriff den reinenRechtslehre als logisches Pro-
blem,einLösungsversuchaufphänomenologischerGrundlage«zumDr.rer.pol.
Dobretsberger wurde Assistent bei Kelsen und war ab 1929 Privatdozent für
Volkswirtschaftslehreund -politik. Er lehrte unter anderem»DieFortentwick-
lungdesKapitalismus« (Sommersemester 1930) sowie »DieAgrarpolitik nach
demKriege« (Wintersemester 1930/31). In seinen Schriften setzte er sichwei-
terhinauchmitFragendesKapitalismusundSozialismusauseinander, sozum
Beispiel in »Freie oder gebundeneWirtschaft« (1932). 1933 wurde er an die
Universität Graz berufen.Dort veröffentlichte der bekennendeKatholik »Vom
SinnundWerdendesNeuenStaates« (1934),was ihmnichtzuletzt imOktober
1935denPostendesBundesministers für SozialeVerwaltungeinbrachte.
Dobretsbergermusste aber bereits imMai 1936 unter anderemwegen des
»Phönix«-Versicherungsskandals zurücktreten. Aufgrund seiner politischen
Tätigkeit entschloss er sich1938zurEmigrationundwarwährenddesZweiten
Weltkriegs an den Universitäten Istanbul und Kairo tätig. 1946 kehrte er an
seinen Lehrstuhl an dieUniversität Graz zurück und setzte zudem seine poli-
454 Vgl.UAW, JRASt108undSenatS. 304.1282.
455 Vgl.UAW, JRASt314, SenatS. 304.179undS.106.I.2105.
DiestaatswissenschaftlichenFächer578
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik