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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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sitätsprofessor der PolitischenÖkonomie, der aber vorrangige Gesellschafts- philosophie beziehungsweise »ganzheitliche«Ökonomie, die zugleich Sozial- lehrewar, lehrte.Bereits imMärz1938wurdeihmdieVeniaentzogen,vondaan bisAugust 1938war er inMünchen inhaftiert, danachdurfte er sich aufgrund seiner Erkrankung nach Neustift an der Lafnitz ins Burgenland zurückzie- hen.1939 wurde er zwangspensioniert, kämpfte deshalb nach 1945 um seine Wiedereinsetzung an derUniversitätWien. Spannwurde aber zunächst beur- laubtunddann,ohneseit1938eineVorlesunggehaltenzuhaben,1949mitvollen Bezügenpensioniert. Er verstarbam8. Juli 1950 inNeustift. Mit seiner Berufung nachWien im Jahre 1919warOthmar Spann als »Ge- genpol zur linken Intelligenz«467 eingesetzt worden und konnte sofort großen Zulauf seitens der deutschnationalen Studenten verzeichnen: »In the 1920 summersessionSpannachieved instant famewithasetof lecturesonthe Ideal State (»Der wahre Staat«). As Spann’s reputation rapidly spread students crowded into the halls to hear him lecture and cheered as he jabbed away the failed ideas of the older generation – individualism, liberalism, materialism, socialism, democracy – and held forth a vision of a renewed society where cooperation rather than competitionwould reign.«468Spannwar ein brillanter Rhetoriker und zog die Jugend in seinen Bann, indem er gesellschaftliche Übereinkünfte undherkömmlichewissenschaftlicheTheorien inFrage stellte, meist gänzlichverwarf. Insbesondere lehrte er sieUniversalismus: »Spannwas theprophetof intuitiveuniversalism.According to thisdoctrine, knowledge is gained by the intuitive envisioning of the essential features of sociological wholes.Theseessencesalonearewhataredurableandreal.Unfortunately, they cannotbeobserved,only intuited[…]Spannopposeddoctrines like liberalism and individualismbecause they interferedwith the key insight that all values mustbegrasped in termsof their collectivemeaning.«469 Die Studierenden waren begeistert und begrüßten Spann zu Beginn jeder Vorlesungseinheit mit »ohrenbetäubend donnerndem Getrampel«.470 Einer seiner Studenten, Ernst von Salomon, erinnert sich vor allemandasGemein- schafts-, jaGanzheitsgefühl,dasSpannzuverbreitenverstand:»Icherlebtezum erstenMale als Lernender das berauschendeGefühl, vonmir aus denDingen hinzutunzukönnen, teilzuhabenamlebendigenFluss,amorganischenAufbau einer Lehre, die,wenn sie richtigwar, alles, was ich tat unddachte,mit einem vollenundgültigenSinn erfüllte.Und ich erlebte esnicht allein. SpannsAudi- toriumwar immerüberfüllt.Die ›Spannianer‹bildetenaufderUniversität eine 467 Knoll, Beitrag69 ff. 468 Craver, Emigration9. 469 Caldwell,Hayek’sChallenge138.Zum»intuitivenUniversalismus«näherSchweinzer, TwoCompetingParadigms. 470 Salomon, Fragebogen206. Gesellschaftswissenschaft 583
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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