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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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besondereGruppe, die größteGruppe vonallen, und,wie ichwohl behaupten darf,auchdiegeistiglebendigste.InjederVerschwörer-EnklaveaufdenGängen, indenHallenundvordenTorenwarenSpannianer,mitdemZiel einerkleinen Extra-Verschwörung,wie ich vermute, – die beiden Spann-Söhne vermochten schongarnichtandersdurchdieUniversitätzuschlendern,wosiegarnichtszu suchenhatten, ohneununterbrochennachallenSeitenvertraulich zublinzeln. Jeder einzelne von Spanns Schülernmusste das Bewusstsein haben, an etwas selbermitzuarbeiten,wasmit seinerWahrheitmächtig genugwar, dieWelt zu erfüllen, jedes Vakuum auszugleichen, an einem System, so rund, so glatt, so kristallinisch in seinem innerenAufbau, dass jedermannhoffen durfte, in gar nicht allzu langerZeit den fertigenSteinderWeisen inderHandzuhaben.«471 SelbstFriedrichHayek,dermitSicherheitkeinAnhängerSpannswar, erinnert sich, dass er zu Beginn seiner Studienzeit kaum sagen konnte ob Spann ein »crazygeniusorjustacrazyfool«472war.JedenfallswarSpannvielen(künftigen) Studenten schonbekannt, bevor sie noch seineVorlesungen besuchten: »So I went to theuniversity and IvisitedOthmarSpannbefore I enrolled.Yousee, I had readsomethingbySpann.Hewas theonlyone Iknewabout.«473 SpannwettertegegenEmpirieundPositivismusundtat1923imVorwortder zweiten Auflage seiner »Gesellschaftslehre« programmatisch kund, »die sog. Beziehungslehre,diesozialpsychologischeSchule,dieethnologischeSchule,die empiristische Richtung überhaupt« nicht mehr zu behandeln, denn »[d]iese Schulenwerden ihr Sprüchlein bald ausgestammelt haben. Der Geist der Zeit […]kehrtsichvonderödenTatsachenjägereiab«.474Stattdessenentwarfereine universalistisch-metaphysische Soziologie auf Basis vonmittelalterlichen und romantischen Lehren: »Wir dürfen in den Geisteswissenschaften vor jenem Begriffeder Innerlichkeitnichtzurückschrecken,denderSachgehalt erfordert, undmüssen uns wiedermehr demmittelalterlichen Begriff derWissenschaft nähern,denNotkerderDeutschevor fast tausendJahrendahinaussprach: ›Sie ist aber verborgen imGeheimen, wie alleWissenschaft, d.h. im innernHer- zen‹.«475DamitstandSpanninOppositionzurmarxistischenGesellschaftslehre, wie sie vorallemMaxAdler vertrat.476 OthmarSpannwarzwaraufdenLehrstuhl fürPolitischeÖkonomieberufen worden, lehrte aber viel eher Gesellschaftphilosophie.477 Seine Berufung hatte 471 Ebd.207 f. 472 FriedrichHayek, zit.n.Craver, Emigration6. 473 OskarMorgenstern, zit.n.Craver, Emigration10. 474 Spann,GesellschaftslehreVI. 475 Ebd.VII. 476 FüreineAuseinandersetzungAdlersmitdenLehrenSpanns sieheAdler, ZurKritik. 477 Kurt Rothschild, der Spanns Vorlesungen besuchte, meint: »Den Spann können Sie als DiestaatswissenschaftlichenFächer584
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Library
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938