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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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wurdeunteranderem»theability tointuitessences«gefördert, indemSpanndie StudierendendurchsFeuer springen ließ.484DennseineLehrekönntenicht in- tellektuell, sondernnurphysisch erfahrenwerden,wie er auch »Vitalität« und körperlicheErziehungalsVoraussetzung füreineerfolgreicheEingliederung in dieGesellschaft verstand.485 OthmarSpannavancierteausgehendvonderaristotelischenAuffassung,das Ganze sei vor denTeilen, alsbald über die universitärenGrenzen hinaus zum führenden Gesellschaftstheoretiker seiner Zeit, indem er Entwürfe für eine ständestaatliche und autoritäre Neuorganisation Österreichs lieferte.486 Sein Werk »Haupttheorien der Volkswirtschaftslehre«487 erschien bis 1938 in 24 Auflagen undwar damit das Buchmit der höchsten Auflage aller damaligen wissenschaftlichenWerke in deutscher Sprache, das selbst Oswald Spenglers Bestseller »UntergangdesAbendlandes« in den Schatten stellte. Ab etwa 1928 warenSpannundeinigeseineSchüler(zumBeispielHeinrich)außerdeminder Heimwehr aktiv; und Spannwurde 1933 von Engelbert Dollfuß (selbst einst Schüler Spanns) eingeladen, amWirtschaftsaufbauÖsterreichsmitzuarbeiten. Jedochdistanzierte er sich bald vonderArt undWeise, wie »seine« Idee vom StändestaatinÖsterreichumgesetztwurde.VielsagendüberseineEnttäuschung ist folgende imMai1934veröffentlichtePassage: »Am1.Mai ließmaninWien die Stände huldigen, die es noch nicht gab.Manmachte aus dem Ständetum einenFastnachtscherz.GegendiegeistigenAnleihenanmeinerLehre,dieinder österreichischenVerfassung gemacht wurden, erhebe ich feierlich Einspruch. Manbedachtenicht,dassmanGedankenverstehenmüsse,umsieerfolgreichzu entlehnen […]«488 Sein Gegner in der Regierung war vor allemUniversitäts- kollege undKelsen-Schüler JosefDobretsberger, der ab 1935 dasAmt des So- zialministersbekleidete. AuchinnerhalbderFakultätschwandSpannsPopularität:»Despitehis initial popularity, itwasnot longbeforemanystudents came toviewSpannas some- thing of a joke. Those who inclined to positivism of course found intuitive universalismall but incomprehensible […]Later in the1920s,hisopenrivalry withWieser’s successor, HansMayer (himself a strange case), was an embar- rassment for surrounding academics and students.«489Die persönlichen und 484 Caldwell,Hayek’sChallenge138. 485 Vgl. Spann,Ausblicke432 ff. 486 Papcke zählte Spann im »Bedenkjahr 1988« zu den »ideologischen Spielverderbern der ErstenRepublik […]dermit seinendemagogischenLehrenviele Studentengenerationen gegendenParlamentarismusunddie Liberalitätmobil gemachthatte« (Papcke, Charme 46). 487 Spann,HaupttheorienderVolkswirtschaftslehre. 488 Spann,KämpfendeWissenschaft 246. 489 Caldwell,Hayek’sChallenge138 f. DiestaatswissenschaftlichenFächer586
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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