Page - 602 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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h) FerdinandWestphalen541
FerdinandAloisGrafvonWestphalenzuFürstenberg,geborenam7.Feber1899
in Przemysl/ Galizien [Przemys´l/PL], studierte an der Prager Karlsuniversität
dieRechte(JDr. 1922)unddanach inWienundMünchenStaatswissenschaften
(Dr.rer.pol. inMünchen1925).1932habilitierteersichanderUniversitätWien
und lehrte vomSommersemester 1933bis zumSommersemester 1938 als Pri-
vatdozent Volkswirtschaftslehre. Er dozierte über »Gerechtigkeit in derWirt-
schaft« und bot gemeinsammit Othmar Spann Volkswirtschaftliche Pflicht-
übungenan.
Am1. Jänner1938wurdeFerdinandWestphalenaußerordentlicherProfessor
der Volkswirtschaftslehre, Volkswirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft an
derHochschule für Bodenkultur, wo er bereits seit 1935 lehrte. Er nahmwei-
terhin Lehraufträge anderRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät und
auchanderTechnischenUniversitätWienwahr. ImMärz1938wurdeer jedoch
auspolitischenGründenausallerLehrtätigkeit entlassen.WährenddesKrieges
warWestphalenBerater fürArbeitsrecht inPrivatunternehmen;1945konnteer
seine Stelle an der Universität Wien wiedererlangen und war dort bis 1969
Universitätsprofessor fürVolkswirtschaftslehre.Von1960bis zu seinerEmeri-
tierung 1969warWestphalen zudem erster Vorstand des Instituts für Rechts-
undSozialwissenschaft. Seit 1951 lehrte er auch inderSommerhochschuleder
UniversitätWien inStrobl amWolfgangsee.
ZuWestphalensWerken zählen »Die theoretischenGrundlagen der Sozial-
politik« (1931), »Die Lohnfrage« (1934) sowie »Sociology and Economics in
Austria« (1953).Er verstarbam11. Juni 1989 inWien.
4. WeitereGesellschaftswissenschafter
a) MaxAdler542
MaxAdlerwurdeam15. Jänner1873inWiengeboren.1896anderWienerRechts-
und Staatswissenschaftlichen Fakultät zum JDr. promoviert, wurde er zunächst
Rechtsanwalt, fiel aber bald auch durch seine schriftstellerische und politische
Tätigkeit auf, die ihn als führendenTheoretiker des Austromarxismus erkennen
ließ. 1919wurdeAdlermitder Schrift »MarxistischeProbleme« fürdasFachGe-
541 Vgl.UAW, JPA690,SenatS304.1381sowiedieBiografievonMüller (onlineauf [http://
agso.uni-graz.at/bestand/13_agsoe/index.htm–abgerufen18.12. 2013].
542 Vgl. UAW, PHRA 1660, PHRA 1660, 131.92.5.11, M 32.3–1410 sowie den Personalakt
Adlers inÖStAAVA,UnterrichtAllgemein,Univ.Wien,Karton 609.Näher JosefHansl-
meier,Adler,Max, in:NDBI(Berlin1953)71 f.; sowieausführlichPfabigan,MaxAdler.
DiestaatswissenschaftlichenFächer602
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik