Page - 618 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Matajaswichtigstewissenschaftliche Beiträge stehen in der TraditionMen-
gers und finden sich auf denGebieten der Sozialpolitik, Soziologie undWirt-
schaftsstatistik; sieumfassenz.B. »DasRechtdes SchadenersatzesvomStand-
punkte derNationalökonomie« (1888), »GrundrißdesGewerberechts undder
Arbeiterversicherung« (1899) und »Die Statistik des Zeitungswesens« (1900);
vorallemabergilt erdurchsein1909veröffentlichtesBuch»DieReklame.Eine
Untersuchung über Ankündigungswesen undWerbetätigkeit im Geschäftsle-
ben«alsPionierdesWerbewesens,deranderHochschule fürWelthandel erste
»Reklamewissenschaftliche Lehrgänge« ins Leben gerufen hatte; heute noch
wird die ViktorMataja-Medaille als höchste Auszeichnung derWerbewissen-
schaftlichenGesellschaftÖsterreichsverliehen.
ViktorMatajaveröffentlichteauchim»HandbuchderStaatswissenschaften«
zuGewerbepolitik undArbeitsgesetzgebungundwarMitglied des Internatio-
nalen Statistischen Instituts, der American Academy of Political and Social
Science sowiekorrespondierendesMitgliedder Soci¦t¦ d’ Êconomiepolitique,
der Soci¦t¦ de Statistique in Paris und der Schweizerischen Statistischen Ge-
sellschaft in Basel, schließlich Ehrenmitglied der Ungarischen Statistischen
Gesellschaft inBudapest.
d) WalterSchiff577
Walter Schiff wurde am 2. Juni 1866 inWien geboren, maturierte am Alser-
grunderStaatsgymnasiumunderwarbam23.Dezember1889anderUniversität
WiendasDoktoratderRechtemiteinerPromotionsubauspiciisimperatoris.Ab
Jänner1890arbeiteteeralsRechtspraktikantamWienerLandesgerichtundwar
seit Oktober 1890 Rechtsanwaltsanwärter. Daneben verfolgte er nationalöko-
nomische Studien und besuchte in den Jahren 1891 und 1892 den National-
ökonomen Georg Friedrich Knapp am Staatswissenschaftlichen Seminar der
Universität Straßburg. Ab 1892 war Schiff für eineUnfallversicherungsgesell-
schafttätig.VermutlichausGründenderbesserenKarrierechancenkonvertierte
er1893vomJudentumzumKatholizismus;seinTaufpatewarderKonvertitund
spätere Kollege an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Carl
Grünberg.
Von 1894 bis 1897 arbeiteteWalter Schiff in der Statistischen Zentralkom-
mission und war zudem Assistent am Statistischen Seminar der Universität
Wien. Ende 1897 beantragte er an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen
FakultätmitderSchrift»ÖsterreichsAgrarpolitikseitderGrundentlastung«die
577 Vgl. UAWSenat S 304.1108;ÖSTAAVA, Unterricht Allgemein, Univ.Wien, Karton 613,
Personalakt SchiffWalter);MichaelDippelreiter, SchiffWalter, in:ÖBLX(Wien1994)
122 f.;Müller, Schiff.
DiestaatswissenschaftlichenFächer618
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik