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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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kundgemacht.DemnachmusstediePrüfung folgende Inhalteumfassen: allge- meine Verrechnungslehre und österreichische Staatsverrechnungskunde ein- schließlich der Einrichtungen des Zahlungs-(Scheck- undWechsel-)verkehrs und des Kontrollwesens; Grundzüge des öffentlichen Abgabewesens; Grund- zügederVerfassungdesBundesunddesAufbausderBehörden inÖsterreich; grundlegende Bestimmungen des Dienst- und Besoldungsrechts der Bundes- angestelltensowiediegesetzlichenVorschriftenüberdieExekutionsführungauf Dienstbezüge;GrundzügedesallgemeinenVerwaltungsverfahrensgesetzesund desVerwaltungsvollstreckungsgesetzes. Zu denPrüfungenwurden lediglich Personen zugelassen, die bereits imBun- desdienst standen und außerdem über zwei Semester hinweg an derUniversität Staatsrechnungswissenschaft gehört hatten. Das Lehrveranstaltungsangebot um- fasste in diesemBereich die jeweils sechsstündigeVorlesung »Allgemeine Staats- verrechnung« (imWintersemester)und»ÖsterreichischeStaatsverrechnung« (im Sommersemester), die bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1929 einzig und allein ProfessorGustavSeidler hielt, nämlich jeweilsMontag,MittwochundFreitag am späterenNachmittag (von 17.00 bis 19.00Uhr; so konnte jenerKurs vonBerufs- tätigennachderArbeitbesuchtwerden).AlsSeidler indenRuhestandtratunddie Lehrkanzelnichtnachbesetztwurde,übernahmderPrivatdozentWilhelmNeidl(ab 1935mit dem Titel eines außerordentlichen Professors) den Kurs und bot ihn semesterweiseals sechsstündige»Staatsrechnungswissenschaft«an. Die Studierenden der Staatsrechnungswissenschaft waren einerseits inter- essierte Hörerinnen undHörer der rechts- und staatswissenschaftlichen Stu- dien, die eine Zusatzqualifikation anstrebten, andererseits und zum überwie- gendenTeil aber aktiveBeamteundBeamtinnendesöffentlichenDienstes, die dieKurse zur Prüfungsvorbereitung besuchten.611Die Staatsrechnungswissen- schafter/innen wurden in der Statistik separat als »außerordentliche Hörer« gelistet. IhreZahl lag inden1920er Jahrenkonstantbei40bis50Teilnehmern, stiegnachVerlautbarungderneuenVorschriftendurchBGBl87/1927undBGBl 303/1927perSommersemester 1929auf130bis 140an. Die Prüfungskommissionen waren vom Bundeskanzler be- und ihm auch direkt unterstellt. Seitens der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät gehörten ihrGustav Seidler, späterWilhelmNeidl an. DiesemündlichenPrü- fungen fanden vor einer dreiköpfigen Prüfungskommission zweiMal im Jahr statt, jeweils imJuniundDezember.VomUniversitätsprofessorwarendieander Rechts- undStaatswissenschaftlichenFakultät gelehrtenFächer zuprüfen; die übrigenFächer vonzwei »rechtskundigenPrüfungskommissären«, alsoBeam- ten. Zu denAbsolvent/inn/en jener Jahre gehörte unter anderemMaria (Ria) Horsky (geboren1905 inWien,PrüfungüberStaatsrechnungswissenschaft am 611 Vgl.zumBeispieldieAuswertungdurchPosch,VertriebeneundverbliebeneStudierende. Staatsverrechnungswissenschaft 635
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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