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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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nehmenundalsAngehörigedesd.ö. Staateszuverwenden,dieUebernahmein den öffentlichenDienstDeutschösterreichs an, umwieder in ihremBeruf Be- schäftigung zu finden.«44 Die Liste der Professoren umfasste alle zuvor ge- nannten Personen außer Leonidas Pitamic, da er als Person nichtdeutscher Nationalität eingestuft wurde. Im Einzelnen gestaltete sich das Schicksal der CzernowitzerRechtsprofessorenwie folgt: Julius Roschmann (von Hörburg), der Statistik und politischenÖkonomie lehrte, wurde 1891 als Privatdozent derUniversitätWien andie Franz-Josephs- Universität berufen und nach 1919 schließlich von derHochschule für Boden- kulturübernommen.KarlAdlerhatte sich inWienhabilitiert undwar seit 1898 ProfessordesösterreichischenPrivat-, desHandels- undWechselrechtes ander UniversitätCzernowitz.ErversuchtenachseinerRückkehr1919nachWienseine Lehrbefugnis inWienzuerneuern, scheiterte jedochundwandte ich inweiterer FolgeandenVerwaltungsgerichtshof,dessenEntscheidunger jedochnichtmehr erlebte.45 FerdinandKogler,46 der sich 1902 bei Alfred Ritter vonWretschko in Innsbruckhabilitierthatte,wurde1905alsProfessordesdeutschenRechtesund der österreichischen Reichsgeschichte nach Czernowitz berufen.1919 ging er zurücknach Innsbruck, ab1924 lehrte erdortdeutschesRecht alsOrdinarius.47 Eugen Ehrlich48 hatte sich inWien habilitiert undwar bereits seit 1896 als au- ßerordentlicher, seit 1900 ordentlicher Professor des römischen Rechtes in Czernowitz tätig.1906/07 bekleidete er das Amt des Rektors.1919 versuchte Ehrlicherfolglos, aneinerdeutschsprachigenUniversität Fußzu fassen, schließ- lichkehrteerzurücknachCzernowitzundbeantragteeineWiedereinsetzungauf seinen alten Lehrstuhl.49 Ehrlichwurde zwar wiedereingesetzt, nahm aber den Dienstnichtmehrauf–dieGründedafür sindunklar,möglicherweisehingdies mit der Ablehnung seiner Person aufgrund der 1917 publizierten Artikel zu- sammen.50KurzeZeit später starbEhrlich am5.Mai 1922 in einemWiener Sa- 44 ErlassdesStaatsamtsfürInneresundUnterricht(Unterrichtsamt)vom12.6.1919,Zl. 12231, ÖStA AVAUnterricht Allg., Univ. Czernowitz, Karton 1185, 5 C 1, GZl. 12231/1919. Zur Thematik aus dienstrechtlicher Sicht s. Staudigl-Ciechowicz, Universitäten um 1918; Staudigl-Ciechowicz,Dienst-undDisziplinarrecht. 45 Vgl.zuihmSchmetterer,AmWegvonCzernowitznachWiengescheitert;oben382–385. 46 Vgl.NikolausGrass,KoglerFerdinand, in:ÖBLIV(Wien1966)57 f. 47 Oberkofler /Goller,Universität Innsbruck244. 48 Vgl. zu ihmRehbinder, EugenEhrlich;Rehbinder, Rechts- undStaatswissenschaftliche Fakultät; Erich Döhring, Ehrlich, Eugen, in: NDB IV (Berlin 1959) 362; N.N., Ehrlich Eugen,ÖBLI (Wien1956)229. 49 Rehbinder,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 203. 50 Vgl.dazuausführlichmitQuellenbelegenRehbinder,Rechts-undStaatswissenschaftliche Fakultät204–207.LautStrejcek,Ehrlich74mwN,weigertesichEhrlich,seineVorlesungen aufRumänischumzustellen.Demgegenüber schreibtHeldrich, Ehrlich475, dassEhrlich »einen einjährigenUrlaub [erhielt] umsich aufVorlesungen in rumänischer Sprache vor- zubereiten.« DieösterreichischeUniversitätslandschaftum1918652
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938