Page - 653 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Image of the Page - 653 -
Text of the Page - 653 -
natorium.GeorgPetschekhattesichinPraghabilitiert,erhieltdortdenTiteleines
außerodentlichenProfessors verliehenundwar seit 1907 ander Franz-Josephs-
UniversitätProfessordesösterreichischenZivilprozessrechtes.Erging1919nach
Wien,wo er sichhabilitierte und als Privatdozent lehrte.51HansFrischwarder
einzige Professor an der juristischen Fakultät der Universität Czernowitz, der
schonvorseinerBerufungalsordentlicherProfessoraneinerUniversität,nämlich
inBasel, tätigwar –dieGründe,warumer einenRufnachCzernowitz annahm
sind unbekannt. Seit 1912 war er ordentlicher Professor des allgemeinen und
österreichischen Staatsrechtes, der Verwaltungslehre und des österreichischen
Verwaltungsrechtes inCzernowitz.NachderRumänisierunggingernachWien,
suppliertezunächstdieLehrkanzel fürVerfassungs-undVerwaltungsrechtander
TechnischenHochschule undwurde dort 1921 zumordentlichen Professor er-
nannt. Daneben lehrte er auch als Privatdozent an der Wiener Rechts- und
StaatswissenschaftlichenFakultät.52AugustPaulLederwarseit1909Professordes
Kirchenrechtes inCzernowitz,nach1919warer alsPrivatdozent anderUniver-
sitätWien tätig.53Adolf Last54habilitierte sich 1908 ander Rechts- und Staats-
wissenschaftlichenFakultät derUniversität Czernowitz fürösterreichischesPri-
vatrecht und ein Jahr später für römisches Recht. 1911wurde er als (zunächst
außerordentlicherseit1913ordentlicher)ProfessoraufdenzweitenLehrstuhl für
RömischesRechtberufen. Erwarnach1919alsRechtsberaterder rumänischen
Regierung tätig und praktizierte zwischen 1925 und 1938 als Rechtsanwalt in
Wien,1938wurdeerausrassischenGründenvertrieben.55Erstarb1949 inJeru-
salem.AlfredAmonn, der vor seiner BerufungnachCzernowitz außerordentli-
cherProfessoranderUniversität Freiburg imBreisgauwar,wurde1911alsPro-
fessorder politischenÖkonomienachCzernowitz berufen. Er ging 1920 andie
DeutscheUniversitätPrag,woerbis1926lehrte.DarauffolgteeineGastprofessur
inTokio, ab1929war er alsOrdinarius für theoretischeNationalökonomieund
Finanzwissenschaft an derUniversität Bern tätig.56 Sehr kurz vor der Rumäni-
sierungwurdenKarlWolff undLeonidasPitamic andieUniversität Czernowitz
berufen.KarlWolff57wurde1918zumaußerordentlichenProfessordesösterrei-
chischenPrivatrechtesanderUniversität inCzernowitzberufenundkonntenach
der Rumänisierung in Innsbruck Fuß fassen, wo er 1921 zumOrdinarius für
österreichisches Privatrecht ernannt wurde. Auf die Nachfolge von Dungern
51 Vgl. zu ihm414f.
52 Vgl. zu ihm683f.
53 Siehezu ihm331–333.
54 Vgl.Mell, LastAdolf, in:ÖBLV(Wien1970)36.
55 Last war »israelischer Abstammung«. Vgl. A 260/21,ÖStA, AVAUnterricht Allg., Univ.
Czernowitz,Ktn.1185, 5C1,Zl. 2802/1919.
56 Brechbühl,Amonn.
57 Vgl. 365.
DieFranz Josef-Universität inCzernowitz 653
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik