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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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festundgabalsRichtungderKritikvor:»Wirwollenalsogeradedasleisten,was deroffizielleStaatbisherentwederübersiehtoderbewußtvernachlässigt.«60Der Neuwert der Volkstümlichen Universitätsvorträge lag in der Akademisierung der Volksbildungsarbeit durch systematische Bildung mittels themenspezifi- scherKursedurchUniversitätslehrerinnenund-lehrerübereinganzesSemester hinweg. Viele jener herausragenden Frauen undMänner, die die Universität Wienbekanntmachten,warenbeidenVolkstümlichenUniversitätsvorträgenim Einsatz, unter anderem Friedrich Jodl, Ernst Mach, Julius Tandler; von der Rechts-undStaatswissenschaftlichenFakultätzumBeispielEdmundBernatzik, EugenvonPhilippovichundHansKelsen; außerdemdieDichter/inMarie von Ebner-EschenbachundFerdinandvonSaar;aberauchdieAbgeordnetenGustav Marchet, JuliusOfner,EngelbertPernerstorferundKarlSeitz. Die Statuten der Volkstümlichen Universitätsvorträge sahen in §1 die »FörderungderwissenschaftlichenAusbildungjenerVolkskreise«vor,»welcher bisher die akademische Bildung unzugänglich war.«61 Tatsächlich überwand damit dasWissendieGrenzendesWienerUniversitätsgebäudes als einer laut ChristianStifter»ausschließlichdergesellschaftlichprivilegierten(männlichen) Elite vorbehaltenen Wissensagentur«62. Die Volkstümlichen Universitätsvor- trägegabenderVolksbildungeineneueStrukturundhobensieaufeinehöhere, wissenschaftlichere Ebene. Ein Kurs – abgehalten in Schulen, kommunalen GebäudenundAußeninstitutenderUniversität (dasHauptgebäudedurfte,wie oben erwähnt, nicht verwendetwerden)63 – bestand aus insgesamt sechsVor- trägenanwöchentlichaufeinander folgendenAbenden(zu jeeinerStundeplus einer halben Stunde für die Diskussion mit den Hörenden, beginnend um 19.30Uhr). Gehaltenwurden diese Kurse von Professoren, Dozent/innen und Assistent/innen im Auftrag der Universität Wien. Mit Ausnahme der schul- pflichtigenKinderwarendieKursefürallezugänglich,diedasEintrittsgeldvon einer Krone bezahlten. Zur Nachlese waren die Vorträge auszugsweise in der Wochenschrift (später 14-tägiges Erscheinen)DasWissen für alle. Volksthüm- licheVorträgeundpopulärwissenschaftlicheRundschau,derzwischen1901und 1912wichtigstenpopulärwissenschaftlichenZeitschriftdesHabsburgerreiches, abgedruckt. EineNeuerunggegenüberderbisherigenVolksbildungsbewegung 60 Hartmann,Volkshochschulwesen1. 61 Statut für die EinrichtungvolksthümlicherUniversitätsvorträgedurchdieWienerUniver- sität (genehmigtmitMinisterialerlassvom14.10. 1895). 62 Stifter, Emanzipation25. 63 DieVolkstümlichenUniversitätsvorträgekooperiertenbeiderAbhaltungderKursedeshalb mit der StadtWien, die zahlreicheRäumegünstig vermietete odermeist unentgeltlich zur Verfügungstellte, zumBeispielGemeindehäuseraber vorallemSchullokale,beispielsweise den Handarbeitssaal der Mädchenvolksschule in der Burggasse 14 (7. Bezirk) oder den ZeichensaalderKnabenbürgerschuleamEnkplatz4 (11.Bezirk). WienerVolks-undArbeiterbildung 723
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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