Page - 199 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Volume 2
Image of the Page - 199 -
Text of the Page - 199 -
199
fĂĽr die Abtheilung der Naturwissenschaf-
ten, geb. zuGyöngyös 1793). Studirte
in seiner Geburtsstadt und zu Erlau,
lernte alsdann die medicinischen Wissen-
schaften auf der Universität in Pesth, ward
1818 Doctor und 1820 Magister der
Chirurgie. 1822 wurde er zum Mitglied
der medicinischen Facultät aufgenommen.
1823—24 warerPhysikuszu Bakabknya,
später Notar der Pesther medicinischen Fa-
cultät, dann Physikus der Städte Schem-
nitz und Belabanya. Alle diese Stellen be-
kleidete er nur kurze Zeit; denn schon am
5. Oct. 1824 wurde er als Professor
an die Pesther Hochschule berufen. Er ist
einer der fleiĂźigsten
naturwissenschaftlichen
Schriftsteller und einer der eifrigsten Pfle-
ger der ungarischen Sprache, dem die
ungarische Literatur sehr viele technische
AusdrĂĽcke in den medicinischen Wissen-
schaften zu verdanken hat. Seine schrift-
stellerische Laufbahn begann er 1818 mit
einer lateinischen Inaugur-Abhandlung
über die „ZnheF^litiF". Später schrieb
er nur in ungarischer Sprache und zwar:
d. i. OrundzĂĽge der Anatomie des ge-
sunden menschlichen Körpers und anatom.
Lexikon. Nach Hempel's deutschem Werke
(Pesth 1828); — .^onc^tttci. müF^l-a/c?'oi
?-alo FHcimaclclH") d. i. Rechtfertigung der
technischen AnsdrĂĽcke in der Anatomie.
Erschien im
1829; —^
t/i,ich'a") d. i. Das Organon der Heil-
kunde, oder Samuel Hahnemann's
Homeopathie. Nach der vierten deutschen
Aufl. in's Ungarische ĂĽbertragen (Pesth
1830); — ^^ptam. H'oT-tuciomcl,«/") d. i.
Krankheitswissenschaft (Pesth 1836). In
RĂĽcksicht seiner Verdienste um die Wissen-
schaft und um die ungarische Sprache
wählte ihn die ungarische Akademie am
17. Nov. 1830 zu ihrem' ordentlichen Mitglied. Von dieser Zeit an ĂĽbersetzte er
die „Chirurgie" desChelius; Fritze's
„ckhirnrgiöcheZ PrüMllteN'.Mllgllzin" und „Nln-
tige chperĂĽtillnen";
Tscharners „Grfch-
rung3-Uatnrmi53rn3chlltt" und gab mit Sche-
del 1833 ein medic.Wörterbuch heraus.
Spater redigirte er bis 1848 mit Sche-
del und Flor das „O<ro5i tm") d. i.
Medicinisches Magazin; seit 1832 bethei-
ligte er sich an der Redaction eines Ta-
schenwörterbuches der ungarischen gelehr-
ten Gesellschaft, endlich gab er 1843
^^6rm,6F^sttT/,c<!c)mcl7l.i/i H«o/l.cli7na^^ d. i.
Naturwissenschaftliche Worthäufung her-
aus, worin er die Principien bezĂĽglich
der Ableitung der Wörter erläutert. B.
widmete sein Werk dem König Ferdi-
nand V., der ihn dafĂĽr mit einem dia-
mantenen Ring belohnte. Nach 1849 ver-
lor er seine Professur. B. ist ein eifriger
Förderer des naturwissensch. Vereines,
ein begeisterter Theilnehmer der akademi-
schen Sitzungen und Bestrebungen, und
hat
sich in letzter Zeit mit allem Eifer auf
die Erlernung der
finnischen und tĂĽrki-
schen Sprache verlegt. Eine nach Finn-
land beabsichtigte wissenschaftliche Reise ist,
bisher durch die Umstände verhindert,
unterblieben.
^3721 irok. Niotrc^.^ĂĽHtsiQsn?. ĂĽ^ĂĽMK,
F'ei'enoÄi/ ^cl/cud 65 Dcmielik ^ss / , d. i.
Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebens-
beschreib. Von Jakob Ferenczy und Iof.
D ani elik (Pesth 1856, Gust. Emich) S.67.
Bitgattt, Cajetan (Archäolog, geb.
zu Mailand 14. August 1745, gest.
ebenda 20. April 1816). Vollendete seine
Studien zu St. Aleffandro in seiner Va-
terstadt, und beschäftigte
sich
im Anbeginn
mit besonderer Vorliebe mit der Mathe-
matik. Später bei der Ambrosiana als
Proprefetto angestellt, widmete er
sich den Statnten der Anstalt zu Folge
ausschlieĂźlich der Bearbeitung der hand-
schriftlichen Schätze der Anstalt, an der er
wirkte. Seine Wahl siel auf die archäo-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon