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daß Csokonai's Geliebte, die er so innig
in seinem „ 7 ^ a 5 ^ d. i. Frühling be-
singt, gleich ihr Lilla hieß. Später als
sie sich
fur die Bühne zn bilden begann,
nahm sie sich Frau Lendvai zum
Vorbild, deren Spiel ihr Gemüth und
ihre Phantasie am meisten fesselte. Durch
ein Augennbel längere Zeit mit Blind
heit bedroht, blieb sie anfänglich in ihrer
Ausbildung zurück. Doch als
sie
die Rollen
selbst nicht lesen konnte, ließ sie sich
die-
selben von andern vorlesen und lernte sie
so. Im Lustspiel „Er mnß ans's Land"
zog sie als Pauline zuerst die Aufmerk-
samkeit der Journale auf sich. Bedeuten-
dere Rollen erhielt sie erst unter den Di-
rectoren Rä.day und Erdolyi (1847,
48, 49). Doch noch immer nahm ihr
Talent keine bestimmte Richtung. Erst
nach ihrer Vermälung mit Julius B u-
lyovszky, dem gewandten Kunstkritiker
und unter dem Directorat des Grafen
Leo Festetics und Johann Simon-
tsits entfaltete sich ihr Talent in vollem
Glänze in tragischen und jenen Rollen,
wo tiefes Gefühl und Leidenschaften wir-
ken. Die Rivalität mit der ausgezeich-
neten Ida Koml6ssy und die Strenge
der Urtheile des ^?6Lti Nkpio", d. i.
Pesther Journal, über ihr Spiel regten
ihren Fleiß in Vollendung ihrer Ausbil-
dung an. Ihr theatralisches Talent brach
sich Bahn, und der große Tragiker un-
serer Zeit, I raAldr idge fand in ihr
dieVerwandte seines Flammengeistes und
spielte mit ihr vorzugsweise gern. —
Frau B. hat auch von der Natur alle jene
Vorzüge erhalten, welche die Siege im
Tempel Thaliens fördern. Ihr Spiel be-
zeichnet die Kritik als wahr, voll Adel, in
allen Theilen vollkommen. Sie faßt den
Geist ihrer Rolle treu und mit psycholo-
gischer Kenntniß auf uud gibt ihn mit dem
ruhtigen Ausdruck selbst in den kleinsten
Schattirungen fein nuancirend wieder.
Ihr Vertrag ist präcis, natürlich, frei von allem falschen Pathos, jedes Wort,
jede Sylbe spricht sie rein und verständ-
lich aus, und fehlt nie gegen die Regeln
der Aussprache, so daß der ungarische
Sprachklang auf ihren Lippen zur bezau-
bernden Musik wird. Ihre Gliederbewe-
gung ist sicher, ihre Mimik lebhaft. Ihr
classisches Nepertoir bilden die edelsten
Frauencharaktere derShakespea r'schen
Tragödien: Julie, in „Romeo und Ju-
lie", Desdemona, Ophelia, Ies-
sika, Lady Anna in „Richard III."
und Schillers Jungfrau von Or-
leans". Sie ist auch als Schriftstellerin
bekaunt, und hat sich durch ihre Original-
uud Uebersetzungswerke einen guten Na-
men in der magyarischen Literatur er-
worben. Für die Bühne hat sie bereits
20 Stücke übersetzt. Ihre Novellen er-
schienen unter dem Titel: . ^^ov^ i /
ila noveliai. I.—II. Kölst-^ d. i. No-
vellen der Lilla Bulyovszky. 2 Bde. Ei-
genthum der Verfasserin (Pesth 1855,
Druck von Gustav Emich). Französische
Leichtigkeit, Glätte, Menschen-und Le-
benskeuutniß und ein interessanter Vor-
trag sind die
charakteristischen
Merkmale.
kot C/mi's), -^ naF^ villlss k.spek'bsn, d. i.
Enterich Vahot, Die große Welt in Bildern.
2. u. 3. Heft. S. 222. — ^123725 irok.
^ukab äg Danislik /öase/, d. i. Ungr. Schrift-
steller. Sammlung von Lebensbeschreibungen.
Von Jakob Ferenczy und Ios. Dan ie l i l
(Pesth 1856, Gust. Emich) S. 68 lgeben das
Jahr 1833 als ihr Geburtsjahr an).
Bundschuh, Karl Ritter von (Hof-
rath, geb. zu Audenrode in den Nie-
derlanden 7. Dec. 1744, gest. zu Wien
15. Juli 1827). Sein Vater, Mathias
Bundschuh, war Feldwebel im k. k.
NegimeuteWolfenbüttel. DadieMit-
el fehlten, dem Sohne eine bessere Er-
ziehung zu geben, ließ
sich
B. am 1. Jän-
ner 1761 bei dem Regimente, in welchem
ein Vater diente, als Fourier anstellen, in
welcher Eigenschaft er bis 1. April 1770
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon