Page - 221 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Volume 2
Image of the Page - 221 -
Text of the Page - 221 -
221
auf der Universität in Padua und betrieb
mit besonderem Eifer das Studium der
lateinischen und griechischen Sprache.
1773 erhielt er die juridische Doetorwürde
und widmete sich dann der Advocatur.
Brescia ernannte ihn zu seinem Redner
bei der siFnoria, welches Amt er 20
Jahre bekleidete. Als die Republik Vene-
dig gestürzt wurde, verließ B. die Stadt,
folgte aber bald (1800) einem Rufe als
Professor der griechischen Literatur nach
Pavia. Als dieser Lehrstuhl aufgehoben
wurde, erhielt B. 1809 die Kanzel des
Civilprocesses in Bologna, aber 1814
rief ihn die östr. Regierung wieder nach
Pavia zurück, wo er nun auf's neue klas-
sische und italienische Philologie lehrte.
Eben daran, sich ausschließlich dem Sprach-
studium zu widmen, verlor er mit dem
Tode seiner einzigen Tochter seine eigene
Nuhe und Gesundheit. Nichts mehr war
im Stande, den gebeugten Mann zu
zerstreuen, er unterlag nach kurzer Krank»-
heit seinem Schmerze im Alter von 67
Jahren. Er hat mehreres durch den Druck
veröffentlicht, davon werden aber seine
lateinischen Gedichte, die unter dem Titel:
,la" (VeneäiF 1785, «s.
erschienen sind, und die sich durch ihren
Styl, V'llderreichthum uud Geschmack als
glückliche Nachahmungen unsterblicher
Muster darstellen, als erwähueuswerth
bezeichnet.
idiiateca itaiiana. Mlü1an6, Fr. 8«.) XII. Lä.
8. 450. — Lebret , Staatsgeschichte der
Republik Venedig (Niga 1773) I I . Bd. S. 459
U. 559. — T'ijialljOi Viossraüa äsßii It2.1ia.ni
Mn5lri. I. L6. 8. 336. — Meyer (I.),
Das große Conversations-Lexikon für gebildete
Stände (Hildburghausen 1345, Vibl. Inst.,
3ex. d°.) VI. Bd. S. 1070.
Buzzi, Gaetano (Chirurg u. Ana-
tom zu Anfang dieses Jahrhunderts in
Mailand). Es ist bekannt, daß die Taub-
stummen nur in sofern stumm sind, als sie des Gehörsinns entbehren. Um sie
sprechen zu lehren, mußte man eine Me-
thode ersinnen, wodurch sie auf anderem
Wege als durch die Ohren den Schall
vernehmen können. Eine solche Methode
wendet Abb6 Lebotin Frankreich auch
mit dem glücklichsten Erfolge an, und
bedient sich dabei eines kleinen Instru-
mentes aus Zink und Weißblech, welches
er den Taubstummen zwischen die Zähne
gibt. Au einen Zeiger dieses Instrumen-
tes legt er seinen Mund und spricht deut-
lich die Worte aus, welche der Taubstum-
me auch unverweilt ebenso deutlich wie-
berholt. Abbe Lebot eignet sich aber
diese sin cinen Theil der leidenden Mensch-
heit so wichtige Erfindung nicht an, son-
dern fchreibt sie einem Herrn I ta r el zu,
der bereits todt ist. Die wissenschaftlichen.
Journale bestritten I tare l diese Erfin-
dung und nahmen dieselbe für einen
Deutschen, den Herrn Strauß-Dürck-
heim in Anspruch, der seine Versuche
bereits im Jahre 1842 veröffentlicht
hat, und ans dessen Werke: „Theologie
der Natur" deutlich hervorgeht, daß
er sich für den Erfinder dieser wohl-
thätigen Methode halte. Dagegen hat
nun Thomas Perifano in einer im
Jahre 1855 in der Pontouianini-
scheu Akademie vorgelesenen Abhandlung
bewiesen, daß die Erfinder dieser wichn-
geu Methode weder ein Franzose, noch ein
Deutscher, soudcrn zwei Italiener, u. z.
Cajetau Buzzi aus Mailand und Caje-
tan Pallo ni, Professor der Medicin an
der Universität zu Pisa, seien. In diesem
Vortrage heißt es unter Anderem: „Do-
ctor Cajetan Buzzi iu Mailand, ein
sehr erfahrener Chirurg uud Anatom,
verdient um die Wissenschaft, namentlich
um die Zahnheilkunde, hatte zu Anfang
dieses Jahrhunderts die Ansicht ausge-
sprochen, daß die Schallwellen sich dem
Gehörorgane nicht nnr dnrch die Zähne
selbst, sondern auch durch alle vom fünften
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon