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ihn dem venctianischen Botschafter Zu-
l iani , der sich
zu dem jungen Künstler
bald hingezogen fühlte. Die von Venedig
nach Rom gebrachte Gruppe Canova's:
„Nardllllls nnd Mnrn5" zog zuerst die Auf-
merksamkeit der Künstlern. Kunstfreunde
auf sich; noch mehr aber eine Statue des
„Ghrgellz", die allgemeine Bewnndernng
erregte (1781). Gavin Hamilton
näherte sich dem Künstler, der an der
Seite dieses ausgezeichneten Kunstken-
ners viel lernte. Um die Statue des
„Äskulap" in Venedig zn beendigen,
reiste C. wieder nach der Laguuenstadt
ab, eilte abcr nach deren Vollendung
uach Nom zurück, das er von dicser Zeit
als seine zweite Heimat ansah. Durch
Zuliani's Verwendung erhielt C. vom
venctianischcn Senat mit Decret vom 2.
Dec. 1781 eine Pension von 300 Dncaten
auf 8 Jahre zugesichert, so daß er ohue
Sorge der Ausbildung seiner Knust
lebeil konnte. Seinen Umgang bildeten
Hamiltou und Volpato; bei letzterem
wirkte dessen Tochter Domenica, später
Raphael Morghens Frau, auf C a-
nova wesentlich ein. Der von Vol-
pato selbst gewünschte Bnnd kam nicht
zu Stande; ob Domen ica, ob An-
tonio die Ursache der Trennnng ge-
wesen, ist bei getheilten Meinungen nicht
zn ermitteln. Diese Episode aus C.'s
Leben ist später vou deu Franzosen no-
vellistisch behandelt worden und in dieser
Version in's Publicum übergegangen.
Volpato mit der Ausführung eines für
den Papst Clemens XIV. zu errichten-
den Monumentes beauftragt, übertrug
diese Arbeit an C., dessen „Phrsrns" eben
erst großes Auffeheu erregt hatte. Noch
war C. mit der Ausführung dieses Monu-
mentes beschäftigt, als er schou den Auftrag
erhielt, das Mausoleum des Papst Cle-
mens XIII. zu verfertigen. Canova,
so zu sagen erst Anfänger, hatte, indem
er Aufträge zu Werken, solcher Bedeu- tung bekam, das Glück, welches Künstler
vou größtem Rufe nur in den spätesten
Lebensjahren erreichen. Neben dicscn be-
stellten Arbeiten beschäftigte
sich
C. viel mit
antiken Studieu (siehe unter deu Werken
Canova's die I . 1790—93) uud um
sich iu den Geist der Antike einzuarbeiten,
ließ er sich Plutarch's Lebensbeschrei-
bungen, später den Cesarot ti'schen Ho-
mer vorlesen, wozn sich bald sehr ausge-
zeichnete Männer erboten. Den Anstren-
gungen solcher Arbeiten erlag aber sein
ohnehin schwächlicher Körper und iu der
schweren Kraukheit, von der er befallen
worden, pflegteu ihu Antonio d'Este, eine
echte biedere Künstlcrsecle und die Raven-
neserin Luigia Giul i j , Gattin Giro-
lamo Giul ij's. Geuesen besuchte C. seine
Heimat. Damals übertrug ihm der Se-
uat vou Venedig das Monument Aug.
Em o's, wofür ihm derselbe, als es vol-
lendet war, eine lebenslängliche Peusiou
anwies uud eiue Denkmünze zu seiuen
Ehren prägen ließ. Unter mannigfachen
Arbeiten, Studien der Antike u. d. m.
vergingen die Jahre, als im I . 1796
Monsignore P r inl i von C. einen Gegen-
stand ans dem christlichen
Bilderkreis dar-
gestellt wünschte, und C. gewissermaßen
ein ncnes Gebiet in seiner Kunst betrat,
welches ihm jedoch nicht znznsageu schien,
denn C. vollendete nur wenige Arbeiten
dieser Art. Noch einige plastische Werke,
unter andern eiue „Hebr" und ein „Amor"
fallen in diese Periode, als er sich zur
Malerei hingezogen fühlte uud statt zn
meißeln malte. Da beganuen die Tage
der Revolution iu Nom, Künstler nnd
Kunstfreunde floheu aus der' Stadt.
Cauova bewährte in dieser verhäng-»
nißvollen Zeit seinen rein menschlichen
Sinn, half, sorgte für die Waisen und
Witwen, unterstützte die Nothleidenden,
bis ihm die organisirte Anarchie sein fer-
neres Bleiben verleidete nnd er es am
12. Mai 1798, als die Anarchie den Gi-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon