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uanteaus Frankfurt a. d. O. so sehr, daĂź er i
wiederholt die Hand antrug, welche von diese
nur deshalb ausgeschlagen wurde, weil sie sich
mit einem Officier verlobt hatte. Obwoh
dieser ein Paar Jahre lang kein Lebenszeichen
von sich gegeben, blieb ihm das Mädchen
dennoch treu. Diese Treue wurde belohnt; der
Verlobte des Mädchens, der es auch heiratete,
wurde, vom KriegsglĂĽck in Spanien begĂĽnstigt,
später General u. Gouverneur einer spanischen
Provinz.) (Tasselbe nachgedruckt im Frankfur
ter Conversationsblatt 1839, Nr. 270.) —
Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig,
Vrockhaus, 4°.) 1327, S. 820: „Canova un
Chantry" »us des vr. Pichot Schrift
UiLtorical 2nä literai'y tcmr c»k u, larm^ne-
in Vn I^a.r><I u.nä 8eotla,nä, worin Picho
von C. sagt: „Wenn Äuf fon 9techt hat,
daĂź Geduld Genie ist, so kennen wir C.'e
Genius: Geruld und Flcisi, iuuigst vcrschmol:
zcn." Nach Pichots Ansicht st».'l)t der Britü
C h a n t r y viel höhcr. Nun das ist gliccklichci
Weife nur Ansicht). — Blätter aus der Ge-
genwart (Leipzig, 4«.) I84l), Nr. 27 und
Pesther Tageblatt I I . Jahrg. 1840, Nr. 201:
„Ein Zug aus Canova's Leben" Enthält das
Detail der Beziehungen Canova's und
Navhacls Morghen zu Tomenico Vo l -
p ato, und den Sachverhalt, wie M orgh en
die Hand derjenigen erhielt, welche Canova
so zärtlich und zugleich so schüchtern liebte.
Es ist der Auszug eines im ^rtist^ 1810
S. 79 enthaltenen, vou Amade Pichot ver
faßten Artikels^. — Wiener Zeitschrift für
Knust, Literatur, Theater und Mode 1835,
Nr. 20 — 22: „Wanderungen durch Italien"
^enthält von S. 155 an viele und geistreiche
Bemerkungen ĂĽber C. und seiue Werke aus
Anlaß des Besuches feines Ateliers). — Der
Humorist von M. G. Saph i r (Wien, 4°.)
I I I . Jahrg. 1831, Nr. 138: „Napoleon und
Canova" söhne Angabe der Quelle, bloS mit
einem —k— unterzeichnete Uebersetzung eines
französischen, in novellistischer Form gehalte-
nen Aufsatzes von Henry Berthoud). —
Der Sammler (Wien, 4".) X2ixiV. Jahrg.
1842, Nr. 90: „Napoleon und Canova"
^aus den Papieren des Letzteren. Die erste
Unterredung C.'s mit dem Kaiser). — Jour-
nal des Luxus und der Moden. Sept. 1304,
S. 417: „Bemerkungen über den Bildhauer
Canova, seinen Nuhm, seine Werke" u. s. w.
— Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter
(Wien, gr. 8°.) 1847, Kunstblatt S. 113:
„Canova's Werke in Oesterreich" ^eiu uicht
gauz vollständiges Verzeichniß derselben). —
I^blsttäs romaiusg (?ari6 1823) enthält
interessante den Künstler charakterisireude Züge aus seinem Lebeu, unter Anderem: „Canova
und Napoleon." Napoleon sagte zu C.:
„Sie machen Eroberungen in Marmor, diese
sind härter als meine." — „Aber vielleicht
auch dauerhafter", erwiederte C. — Als er
einst dem Kaiser vorstellte, in seinen Erobe-
rungen inne zu halten, schloĂź er seine Rede:
„Denken Sie an Cäsar und so viele Andere."
— „Sie ahnen also für mich die I<1uL des
März?" — „Ich fürchte weniger Ihren Tod,
Sire", sagte Canova, „als Ihr Unglück".
— Nach Napoleons Trennung von I o-
sephinen, um seine neue Vermäluug zu
schließen, sagte C. zu ihm: n?ui3 - ^ vc»u5
fortune?« — Canova's Gestalt war
nicht allzu groĂź, mehr mager als stark, doch
kräftig. Heiterkeit gab seinen regelmäßigen
ZĂĽgeu einen einnehmenden Ausdruck. In
groĂźer Gesellschaft zog cr sich schĂĽchtern zu-
rĂĽck, doch machte sich, Vornehmen gegenĂĽber,
ein bescheidenes SelbstgefĂĽhl geltend. Gegen
seine Untergebenen mild und ohne Laune, liebte
er Musik ĂĽber Alles. Zu Hause sal) er auf
reinliche Eleganz. Freunde bei Tisch zu sehen,
war ihm ein GenuĂź. Sein Tagewerk begann
er frĂĽh und dann arbeitete er bis zu Tische
ununterbrochen. Abends empfing er Besuche.
Nicht allzu spät ging er zur Nuhe und sein
Vett war, nach seinen Worten, der beste
Thron der Erde. Eigentliche SchĂĽler hatte er
nicht, aber sehr viele fanden bei ihm Beschäf-
tigung. Er war wahrhaft fromm, und in
Freundschaft ein hochherziger Charakter. Er
hatte einen ausgewählten Kreis von treu^
verbuudeucu Freunden, Zeitgenossen und
Gelehrten um sich, und wie er selbst äußerst
wohlthätig war und mit Rath und Unter-
stützung immer aushalf, so nahm er verstän-
digen Nath und. wohlgemeinten Tadel seiner
Arbeiten immer dantbar auf und lieĂź sich
nichts vergebens gesagt sein. — Wappen:
Als C. das Marquisat erhielt, wählte er sich,
weil er muĂźte, ein Wappen: Lyra u. Schlange,
als Erinnerung an Orpheus und Eurydice,
durch deren Darstellung er in die Laufbahn
eingetreten war, der er diese Auszeichnung,
ja seine Unsterblichkeit verdankte.
Canto d'Irl^s, Joseph Graf (Feld-
marschall-Lieutenant, Commandeur
es Mar. Theresienordens, geb. zu Wien
1731, gest. zu Warasdin 10. April
1797). Schon im 14. Lebensjahre war
er Fähnrich im 15. Inf.-Regim., 1754
Oberlieuten, Im siebenjährigen Kriege
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon