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focht er bei Prag, Breslau, Neisfe
Strehlen und Wittenberg. Wäh
rend dieser Zeit war er zum Hauptmanne
avancirt (1758). Bei Teplitz that er
sich besonders hervor (1762), und es er-
folgte 1763 seine Ernennung zum Major
1773 die zum Oberstlieutenant und Com-
mandanten eines Grenadierbataillous,
1779 zum Obersten. Im Türkenkriege
stand er in der Bukowina und zeichnete
sich beim Passe Rohatyn aus. Eme dort
erbeutete Fahne trug sein Bataillon als
Andenken seiner Tapferkeit. 1789 ward
er während der Belagerung von Choty m
zum General-Major befördert und von
Prinz Coburg mit dem Commando die-
ses Platzes betraut. Seine schönsten Lor-
beeren Pflückte er aber in Italien, u. zwar
als Commandant der Festung Mantua,
die er (1796) durch 2 Monate heldeumü-
thig vertheidigte, so daß der Feiud gezwun-
gen war, die Belagerung aufzuheben.
Für diese That erhielt C. das Com-
mandenrkreuz des Mar. Theresienordens.
Gleichzeitig ward aber die unglückliche
Schlacht bei Castiglioue geschlagen
und Mantua neuerdings eingeschlossen.
Diesmal erfolgte nach einem halben Jahre
die Capitulatiou, aber nicht mehr unter
C., sondern uuter Nur ms er, der am
13. Sept. 1796 den Oberbefehl über-
nommen hatte. C. trat nach dieser Kata-
strophe in den Ruhestand, genoß ihn aber,
in seiner Gesundheit angegriffen, nicht
lange.
Oestr. Militär-Konversaüons-Lexikon. Herausg.
von Hirteufeld u. Dr. Meinert (Wien
1851) I. Bd. S. 613.
Cantll, Cäsar (Geschichtschreiber
u. Dichter, geb. zu Brivio im Mai-
läudischen 5. Sept. 1805). Cäsar ist
der erstgeborne Sohn des Celso Cautn
und seiner Gattin Nachel einer gebor-
nen Galavresi. Ein nicht uubedeuten-
des Vermögen war in verfehlten Han-
delsspeculatioueu verloren gegangen, u., C. trat mit 11 Jahren als Cleriker in
ein geistliches Stift, worin er bis zum
18. Jahre blieb. Mit solchem Eifer oblag
er der Pflege der Wissenschaften, daß er
erst 18 Jahre alt, im Lyceum von Son-
drio Professor der schönen Wissenschaften
wurde. Von dort kam er 1827 in glei-
cher Eigenschaft nach Como, und 1832
nach Mailand, wo er in letzterer Zeit sei-
nen bleibenden Aufenthalt aufgeschlagen
hat. Nach dem Tode seines Vaters ging
die Sorge für die Unterhaltung u. Aus-
bildung seiner damals zum größten Theile
noch unerwachsenen neun Brüder auf ihn
über, welcher Pflicht er sich mit großer
Gewissenhaftigkeit unterzog. Seine erste
Arbeit, mit welcher er vor die Oeffent--
lichkeit trat, ist: »^Mo o ia lega?om-
b^cla« (Oowo 1828, Ostineili), eine
Novelle in ot.t3.v6 rime, worin trefflich
gelungene Einzelnheiten ein schönes poe-
tisches Talent beurkunden. Nun erschienen
mehrere seiner Arbeiten im „Inäioä.tors
inbai-äo") eiuem Journal ästhet.-krit.
Inhalts, uud daruuter seiu: „
; — „Julia
' ^ iu dieser letztereu vermittelte er,
der erste, m einer der Zeit uud dem Geiste
eutsprecheudeu Weise, die neuere deutsche
Literatur dem italienischen Volke. Eine
audere wissenschaftliche Frucht seines Auf-
enthaltes iu Como war das Werk: „Kto-
citta e Hocen H0o7?^o", 2Lä6.
829, 12°. mit X^t.), worin
sich bereits jener philosophische Scharfblick
beurkundete, der sich m seiner großen Ge-
schichte aussprach. Seiu nächstes Werk war
5to,-ia
^i ec." <Mi1auä 1832, zweite Aufl.
1842) letzte Auflage uuter dem Titel:
( 1854^ 16°.), welche Schrift
gleichsam ciueu Commentar bildete zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon