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Kosten daran gewendet; dieUebertragnng
einer groĂźartigen, in Venedig in Verfall
gerathenen Wollenmanufactur auf ei-
nes seiner Güter in der Nähe von Capo
d'Istria hatte ihn, da groĂźe Ueber-
schwemmnngen zweimal dieselbe ganz
vernichteten, um einen beträchtlichen
Theil seines Vermögens gebracht. Seine
philosophischen und archäologischen Stu-
dien vertauschte er nun mit national-
ökonomischen, und es erschienen von ihm:
^io ^olitico ecl sconomico nlll« I'oH-
7,8°.); — „Ka-
clells na^o^" (1759, 8°.); — „
ftn der
o" (1760, 8«.) ; — „
io clsi ^ a ^ i " (1771^ 8".), wo-
rin er sich für ein gemäßigtes Schutzsystem
ausspricht. Diese Arbeiten hatten die
Aufmerksamkeit der Negierung auf ihn
gerichtet, und als der Wiener Hof in
Mailand ein höchstes Staatswirthschafts-
und Handlungscollegium u. einen Ober-
studienrath errichtet hatte, wurde C. zum
Präsidenten beider Institute ernannt.
Bei dieser Gelegenheit (1765) verfĂĽgte
sich C. nach Wien, wo ihm vou Seite sei-
ner Kaiserin und des FĂĽrsten Kauuitz
viele Beweise der Achtung und des Ver-
trauens zu Theil wurden. Als im 1.1769
Kaiser Joseph 31. Mailand besuchte,
wohnte er 13 Sitzungen des Handels-
Collegiums bei, in denen Graf Car l i
Bericht erstattete, Pläne entwickelte und
Vorschläge in Antrag brachte, denen der
Kaiser seinen Beifall schenkte. Bedeutende
Gehaltserhöhung, Ernennung zum gehei-
men Staatsrath, und als im I . 1771 in
Mailand ciu neues Finanzcollegium er-
richtet wurde, auch die Erhebung zu des-
sen Präsidenten waren die Folgen dovon.
C.'s Thätigkeit als Präsident des Ober-
studienrathes beschränkt sich auf die na-
menlos erschienene Schrift: „ toclo F65- ls Fc^ole^ubb^e cl^Itlllia" (an-
geblich zu Lyon, wirklich in Florenz 1771,
8°. gedruckt), welche ihn zum Verfasser
hat, und auf die Abhandlung:
vordem die archäologischen Arbeiten den
nationalökonomischen gewichen, so traten
in den spätern Jahren diese vor den phi-
losophischen zurĂĽck, und bezeichnen in
Verbindung mit ein paar uaturwisseu-
schastlicheu Abhandlungen, so zu sagen
die letzte Periode der schriftstellerischen
Thätigkeit C.'s. Vorerst erschien sein:
sale s civile clel^uomo" (1772
— 1773)^ worin C. gegen Hobbes,
Rousseau und Montesquieu in die
Schranken tritt; diesem folgten die «^et-
teT-e amsT-icans", anfangs 2, dann 3 Bde.
(Oosroopoli ^ lorsn^, unli OleuaonN
1780—61). Es ist dies C.'s vertrauter
Briefwechsel mit seinem Neffen dem Gra-
fen von G r a v i s i aus den 1.1777—79.
Im 1. Thelle bestreitet C. die von Pauw
in seinen „Ksoüsrokes sui' 1s3 ^.märi-
" aufgestellten Ansichten, im zwei-
ten sucht er seine scharfsinnige Hypothese,
daĂź Amerika von der Insel Atlantis aus
bevölkert worden sei, zu begründen. Der
dritte ist gegen die Hypothesen Bai l ly 's
und Buf fons gerichtet. Die natur-
wissenschaftlichen Arbeiten C.'s sind: „Ka.
logic/te in.^ ispostn alle lettei-e cli caw.
KoFH-e, worin C. ĂĽber die Circulation
und Farbe des Blutes handelt, und eine
Abhandlung: ,.Hnll' elsttT-in'ta animals
iti" ^ worin C. das elektrische
Princip als den Hauptfactor in allen
physischen Verrichtungen des Körpers be-
trachtet; eine Theorie die mit andern.
Worten von den neuern Physiologen ver-
fochten wird. Auch ordnete er in deu letz-
ten Lebensjahren seine, in frĂĽhereu ĂĽber
Italiens AlterthĂĽmer und Verona's Ge-
schichte angestellten Untersuchungen, urch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon