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Caroline Auguste, Kaiserin von
Oesterreich, siehe: Haböburg-Lothrin-
gen.
Caroline Marie, Königin von Nea-
pel, siehe: Habsburg-Lothrmgeu.
Caro ni, Felix (Varnabiten m önch
nnd Archäolog, geb. zn Mailand um
das Jahr 1753). Früh für das Kloster-
leben bestimmt, stndirte er Theologie,
bildete sich aber auch in den Naturwissen-
schaften ans. Als er im Jahre 1804 zur
Fastenzeit in Neapel predigte, wnrde er
anf der Fahrt znr See von Corfaren
gefangen und als Sclave nach Tunis
gebracht. Dem Pascha vorgestellt, redete
er diesen, der italienisch verstand, an nnd
dieß trug wesentlich znr Erleichterung
seines Schicksales bei. Der Pascha ließ
sich von ihm die Mysterien der h. Drei-
einigkeit , der h. Beichte, des h. Meß-
opfers erklären und hörte anfmerksam zn,
ohne sich jedoch zn bekehren. C. benutzte
die ihm gegönnte Freiheit, nm die Ruinen
Carthago's zn besuchen, wo er drei Wochen
zubrachte und Zeichnungen davon aus-
führte; in feinem Verkehr mit den Tune-
sern belehrte er dieselben und erhielt von
ihnen Aufschlüsse über mancherlei, na-
mentlich über Alterthümer. Als C. los-
gekauft wieder nach Europa zurückkehrte,
erzählte er umständlich alles dies in der
Schrift: „Ka^naglia tiel
i conclotto in
und bestimmte den Erlös der Schrift für
die Befreiung der in der Barbarei gefan-
gen gehaltenen Christen. Als eine Fort-
setznng des Vorigen folgte:
a, Nit 13 L'g.lein). Auch
veröffentlichte C. eine Uebersetznng der
E kh el'schen Münzkunde unter dem Ti-
tel: «I,S5iom ll" abbwts ZtMel" (Aoiü 1808,
mit 5 X. X.). C. war es, der die Bann-
bulle des Papstes Pius VII. gegenBo-
naparte von Nom nach Mailand brin-
gen sollte, an der Gränze aber angehal-
ten, durchsticht und als Gefangener nach
Rom gebracht wurde. Nachdem er wieder
seine Freiheit erhalten, begab er sich nach
Ungarn, wo ein Magnat dieses Landes,
der eine Natnraliensammlung besaß , C.
die Aufsicht über dieselbe anvertraute.
Später erschien noch sein Werk „Oa^oni in
Dllcia«(Uai1kQä 1812,8°.), Beobachtun-
gen über die Bewohner und Alterthümer
Dacieus enthaltend; C. stndirte insbeson-
ders die Sitten der Walachen und siebenb.
Zigeuner; wiesein „KaM^lio clelviaF-
gio cottH»eM'0F0 H TM Aisttamts a^ti^^a-
?'io", so ist auch dieses letztere Werk mit
originellem Humor geschrieben.
LioFrIFtnü äss bainniLö vivauts (karis 1816,
I.. (3. 2lie1l2u6, 8°.) II. Vä. 8. 56.
Carove, Ladislaus von (Haupt-
mann, Ritter des Mar. Theresienor-
dens, geb. zu Toltschan in Ungarn
1780, gest. den Tod der Ehre auf dem
Schlachtfelde von Aspern 22. Mai
1809). Trat im I. 1793 als Cadet in's
Inf.-Neg. Baron Spleny Nr. 51, spä-
ter in die ungar. adelige Leibgarde, nnd
kehrte bald als Unterlieut. in's Regiment
zurück. Er zeichnete sich zuerst in der
Schlacht von Caldie ro (30. Oct. 1805)
ans, wo er durch kühne Bajonettangriffe
und durch geschickte Operationen den über-
legenen Feind warf, total schlug, so daß
dieser 300 Todte und viele Gefangene
an ihn zurücklassen mußte, und der Sieg
dadurch entschieden ward. In Anerken-
nnug dieser Leistungen ward ihm 1308
das Ritterkreuz des Mar. Theresienor-
dens zugesprochen. Auf dem Schlacht-
felde von Aspern fiel er von einer Ku-
gel tödtlich getroffen.
Oeftr. MiNtär-Konversations-Lexikon. Herausg.
von Hirtenfelb u. Vr. Meynert (Wien
1851) I. Vd. S. 631.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon