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diesen wichtigen Dienst durch Uebersen-
dung kostbarer Geschenke. Ienner im
dritten Theile seines Werkes: „O
Auktion ol iaots ec. eo.
1800), erklärt selbst Carro als sei-
nen ersten Apostel und wĂĽrdigsten JĂĽn-
ger, und sandte ihm eine einfache sil-
berne Dose mit der Inschrift: „Nna^
/ennsT- to e^om <is 6ai-?-o". Als die Ver-
suche der Engländer, den Impfstoff über
See zu verpflanzen, fehlschlugen, schickte
C. denselben zu Lande ĂĽber Wien nach
Bagdad, Bassora, Bombay, nnd that aus
diesem Anlaß den Ansspruch: „I/'MlT-c^s
a ets «accmss et i '^is s^umes", denn er
hatte die ihm von Sacco mitgetheilte
Pferdemauke dahin geschickt und gĂĽnsti-
gen Erfolg erfahren. I m I.1805 erhielt
er aus China eine Sendung Bergreis,
ihm zu Ehren „ 0?'^a mutica cis Oa)-?'0"
benannt, wovon die Anbauversuche in
den dĂĽrren Gegenden Ungarns und der
Lombardie vollkommen gelangen, die aber
später ungeachtet der entsprechenden Re-
sultate nicht fortgesetzt wurden. C. war
es auch, der das im Jahre 1315 in Eng-
land erfundene chirurgische Instrument
der kĂĽnstlichen Blutegel, welches, als echte
Blutegel fehr selten geworden, mit Er-
folg angewendet wurde, bei uns in An-
wendung brachte. Im Jahre 1816 ver-
pflanzte Carro die von Gales und
d' Arcet in Paris erfundenen, bei Haut-
krankheiten anwendbaren Räncherungs-
kästen nach Oesterreich, wodurch er den
Impuls zu den später an mehreren Orten
entstandenen Dampfbad-Anstalten u. ganz
vorzĂĽglich zu jenen in Karlsbad gab; und
im I . 1820 kam durch ihn die von Dr.
Coindet zu Genf gegen den Kröpf er-
folgreich angewendete Iodine zu uns. Im
I . 1826 mnĂźte C. nach 33 Jahren med.
Praxis ans GesundheitsrĂĽcksichten seinen
bisherigen Aufenthalt Wien aufgeben und
in Karlsbad Lindernng seiner Leiden su-
chen. Dort verblieb er nun und wirkte als Arzt, Badearzt und Schriftsteller un-
ermĂĽdet bis an sein Lebensende. Dr.
Carro 's Thätigkeit in seiner neuen
Stellung war eine vielseitige. Wir wäh-
len nur einige Momente derselben.
Das Vornrtheil, welches an eine schäd-
liche Einwirknng des Karlsbader Was-
ser auf die Zähne glanben ließ, be-
seitigte de Car ro , indem er 14 Tage
lang Menschenzähne im SPrndel selbst
versintern lieĂź, ohne daĂź ihr Schmelz an
Weiße und Härte gelitten hätte. Im
nämlichen Jahre erneuerte er mittelst
eines auf einer lombardischen Kuh na-
tĂĽrlich entstandenen Oov^ pox den Impf-
stoff in ganz Böhmen. Als im Jahr 1832
— C. zählte damals 62 Jahre — die
Cholera in Prag wĂĽthete, leistete er als
Choleraarzt Dienste. Eine nicht minder
ehrenvolle Stelle behauptete er damals
als Topograph uud Historiograph des
Kurortes Karlsbad, ocr in ihm einen
Forscher, Beobachter und Mittheiler ge-
funden, dessen sich kein zweiter Kurort zu
erfreuen hat. — Unter seinen lilerarischen
Arbeiten sind mit Uebergehung der iu
Zeitschriften u. z. iu den JahrbĂĽchern des
böhm. vaterl. Museums nnd in andern
enthaltenen, welche Weiten Webers
Biographie aufzählt, anzuführen: „Ds
^oce^ i c» acnto" (Mindüi-Fd 1793);
— „Ueber das Ginimpkcn tirr KnlWcken"
(Wien 1801); — .Mss^-ations st e-r-
1801, 2. ^uĂĽ. 1804, init 1 I9.k., Fr.
8°.). Deutsch iibersetztvonPortenschlag
(Wien 1802 ^Laudöhut, Krüll^, gr. 8°.)';
(Wi6n l.804) OeiLtii^i.' gr. 8"., mit
1 Ig.5.). Uebersetzt von Dr. Friese
(Liegnitz 1804, gr. 8°. mit de Carros
Porträt); — ^0bFs?'i,-ation5
1819, 6ei-0iä 8°.), übersetzt von I .
Wächter (Ebenda); — „O
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon