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Rosse malte er eigensinnig klein und
kurz und zwar aus Grundsatz, weil seine
Pferdepuppe so gebildet war." Bezeich-
nend fĂĽr sein SelbstbewuĂźtsein als KĂĽnst-
ler ist seine Bemerkung, als er eines Ta-
ges bei dem FĂĽrstenKaunitz speiste, und
wahrend der Mahlzeit vonRub ens und
seinem diplomatischen Talent die Rede
war. Einer der Gäste ließ die Phrase
fallen: „Wahrhaftig Rubens war ein
Diplomat, der zu seinem VergnĂĽgen
malte"; — „O nein," fiel C. dem Spre-
cher in's Wort: „er war vielmehr ein
Maler, der zu seinem VergnĂĽgen den
Diplomaten spielte" — C. führte auch
die Radirnadel und in Sammlungen trifft
man mehrere von ihm radirte Blät-
ter; einige seiner Gemälde sind aber
von Anderen geätzt worden, darunter sein
Bild: „die Bestürmung von Oczakow",
welches der geniale Adam v. Bartsch
ausfĂĽhrte. Unter seinen SchĂĽlern nennt
man Loutherborough, Meyer,
Norblin u. A.
n, Diotioim. äss ^.rtistes. — Is Las,
viotionn. euo^ciop. äe 1a. Granes. — Slano
56k. 6s)) Wgtoiro äeg koilltrss. — ?iori11o
HI. Sä. 8. 354. V. Lä. 8. 696. - Nagler
(G. K. Dr.), Neues allgem. KĂĽnstler-Lexikon
(München 1335 u. f., 8".), II. Vd. S. 414.—
MĂĽller (Fr. Prof.), Die KĂĽnstler aller
Zeiten u. Voller. Nach den neuesten Quellen
bearbeitet (Stuttgart 1857, Ebner u. Seubert,
Ler. 8°.) I. Bd. S. 295 lgibt seine Geburt
an zwischen 1727 — 1734, seinen Tod 1807).
— Allg. Encyklopädie der Wissenschaften und
KĂĽnste. Herausgeg. von I . S. Ersch und
I. G. Grub er (Leipzig 1822, Gleditsch,
4".) I. Section, 21. Bd. S. 103.— Meusel
(I . G.), KĂĽnstler - Lexikon (1808) II. Bd.
S. 172. III. Bd. S. 189. — (Brockhaus)
Conversations-Lexilon (10. Auflage) III. Bd.
S. 689. — Graffer (Franz), Kleine Wiener
Memoiren (Wien 1845, Fr. Beck, 8°.) II. Thl.
S. 196: „Bei Casanova dem Maler" lerzählt
ein Zusammentreffen Gräffers mit dem
Künstler. Dabei eine Copie des: ,,1.2 äwsr än
pewtrs 6a.s220V3.". (Lithogr. von Fischer,
gebruckt bei I . Rauh, kl. qu. 8°.) Casa-
nova selbst steht vor einer Wurstbraterin
und schmaust. Rings um das Weib liegen Gemälde, die zu verkaufen find. Das Bild
befand sich in Gräffers eigenem Besitz).
— Graffer (Franz), Wiener Dosenstücke
(Wien 1846, Mörschnns Witwe, 8°.) I. Bd.
S. 46: „Auf dem Platzel" ldie Geschichte der
Entstehung des früher angeführten Bildes). —
Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer
u. Czikann), (Wien 183Z, 6 Bde.) I. Bd.
S. 480.
Casati, Gabrio Graf (Podestä. von
Mailand im 1.1848, geb. zu Mailand
2. Aug. 1798). Stammt aus einer alt-
adeligen lombardischen Familie. Studirte
die Rechte zu Padua und erhielt daraus
und aus der Mathematik die Doctors-
wĂĽrde. Er lebte in ZnrĂĽckgezogenheit bis
zum I . 1837, in welchem er zum Podest^
von Mailand erwählt worden und dieses
Amt so verwaltete, daĂź seine Wieder-
wahl dreimal
statt
fand. Im I . 1844 b>
gab er
sich,
um mehrere wichtigere admi-
nistrative MaĂźregeln zu erwirken, nach
Wien. Im 1.1846 war es sein EinfluĂź,
der die Ernennung eines Italieners, des
Prälaten Romilli, an die Stelle des ver-
storbenen deutschen Erzbischofes von Mai-
land, des Grafen von Gaisruck erwirkte.
Seine eigentliche Wirksamkeit beginnt
aber erst im I. 1848, als auf seine Ver-
anlassung am 18. März die Aufhebung
der Polizei und die Einsetzung der Na-
tionalgarde erfolgte, welche MaĂźregeln
unmittelbar von dem btägigen Kampfe
zwischen Militär und Volk, und dem Rück-
zĂĽge der kais. Truppen begleitet waren.
Am 20. März schon trat C. an die Spitze
der provisorischen Regierung und arbei-
tete an der Vereinigung der Lombardie
mit Piemont. Im Juni dess. I . berief
ihn der König von Sardinien nach Turin,
ĂĽbertrug ihm und dem General Colegno
die Bildung eines neuen Ministerium,
dem C. bis zum 25. Juli, dem Tage der
Schlacht vonCustozza, angehörte. Als
am 6. August die österreichischen Truppen
als Sieger der Lombardie in Mailand
einzogen, lud C. die Mitglieder der pro-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon