Page - 310 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Bninski-Cordova, Volume 2
Image of the Page - 310 -
Text of the Page - 310 -
310
alten lombardischen Familie, deren
Sprossen in der geistlichen, diplomati-
schen, kriegerischen und gelehrten Lauf-
bahn sich
hervorgethan haben. Frühzeitig
widmete er sich einem zu seiner Zeit in
Italien noch vernachlässigten Studium,
nämlich dem der Numismatik. Mit sei-
nem Werke: „Uonets <m/5cks cleli' I. K.
museo ck Mlano" (Uaiianä 1819, 4°.),
worin er eine seltene Kenntniß der orien-
talischen Sprache und der Geschichte be-
urkundet, erregte er die Aufmerksamkeit
der gelehrten Welt. Der Italiener Gius.
Schiepati benutzte C.'s Werk in sei-
ner nO6sori2i<)ll6 äi aicuus inonets
eiiüotik äsl iuu360 äi steifn o U^inoui"
(A2.i1g.nä 1820, init 3 1 ^ 4".) in so
wiederrechtlicher Weise, daß der Graf
zur Wahrung seines Eigenthums öffent-
lich mit der Schrift: „
lauä 1821) auftreten mußte. Schie-
pati erwiederte darauf mit seinem: „ko-
stille 8.11s O336rv2.2i()iii...",. und C.
schloß diese Fehde mit seiner „Movs 05-
1822). Durch seine
gelehrten Arbeiten kam er mit dem be-
rühmten Angelo Mai (s. d.) in Berüh-
rung , der ihn einlud, mit ihm zugleich
die unter den Palimpsesten der Ambro-
sianischen Bibliothek zu Mailand im I .
1817 entdeckten Fragmente des Ulphilas
herauszugeben. Diese Fragmente erschie-
nen auch unter dem Titel:
e/«5cism Hlan st Oa?-. Octav.
U^ilHiiä 1819 4°.).
Es waren darin Proben von Theilen des
alten Testaments (Esra n. Nehemia), von
einigen Paulinischen Briefen, so wie das
Fragment eines gothischen Kalenders und
eine Homilie enthalten. Die Kritik sprach
sich über den Werth dieser Arbeit sehr anerkennend aus. Die übrigen gelehrten
Arbeiten C.'s sind: „Mmm>
st nnnti^mati^s .5«?'
worin C. aus den Namen arabischer Mün-
zen Ursprung und Geschichte der in der
Berberei liegenden Städte zu ermitteln
iiauä 1829); —
, acl
aci ^ aci
1835); — und „
acl
1839). Durch die Herausgabe die-
ser Bruchstücke der gothischen Bibelüber-
setzung des Ulphilas, welche er mit gründ-
lichen Anmerkungen und Glossen beglei-
tet hat, ist C. auch dem gelehrten Publi-
cumDeutschlands bekanntgeworden. Ca-
stiglioni war von schwächlicher Ge-
sundheit, und wurde der Wissenschaft,
welche sein gründliches und reiches Wis-
sen noch mit mancher Arbeit hätte berei-
chern können, in den besten Jahren durch
den Tod entrissen. In letzterer Zeit wurde
für ein ihm zu Ehren zu errichtendes Mo-
nument in Mailand ein Concurs ausge-
schrieben. Die dazu aufgestellte Commis-
sion hatte, obgleich die Bildhauer Bela,
Labus und Pierotti bereits Vorar-
beiten zum Monumente gemacht, einen
neuen Künstler zur Ausführung dessel-
ben bestellt. Ob dasselbe vollendet und
schon aufgestellt worden, ist nicht bekannt.
toui. XIV. 6. 134.
—Nevus
— Conversations-Lexiton der neuesten Zeit und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon