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ter, doch leutselig. Sittliche Schönheit
war der Abgott seiner Seele, daher hatte
er für Werke eines Plato, Petrarca,
Tasso, Metastasio, Mendelssohn,
N a ein e,Geßner,Fönälon, Necker,
Bnffon, Bernardin de St. Pierre,
in denen die sittliche Schönheit trinn^
phirte, eine besondere Vorliebe. Sein
Gemüth war sanft, lebhaft, enthusiastisch
sür alles Schöne, Geistige nnd Gute, sein
Herz war immer den zartesten Empfin-
dungen offen. Die Weichheit seines eige-
nen Herzens spiegelt sich, und dies nicht
immer zum Vortheil derselben, in seinen
Schriften ab. Zu nachsichtig in Bcnrthci-
lnng der Berke von Andern, war er was
seine eigenen Arbeiten anbelangt, nicht
gleichgiltig gegen dcn Beifall scincr Zeit-
genossen , und wie Barbieri bemerkt,
„pflegte er, nnrnhig über dcn Erfolg scincr
Schöpfnngen, die Schwierigkeiten selbst
zu vergrößern nnd fast Muth und Beistand
von den Freunden zu betteln". C.'s ge-
sammelte Schriften sind unter dem Titel:
i« (?isa. 1805—1613, uelill. ti-
P0FI-. i6Uei'3.i-iI>, 8°.) in 4l) Bänden er-
schienen nnd nach seinem Tode von Bar-
bier i , seinem Schüler und Nachfolger
auf dem Lehrstuhle zu Padua, fortgesetzt
worden. Diese Sammlung enthält:
— ^O^ian". 4Bde.; — „liiacis i
5i") 4Bde.; — „Ilia
ckice l/sne/'aiü'^ 7 Bde.; —
" , ä Bde.; — „ >3ati?-s H
1 Bd.; — „0o?'50 <A/etie/'tt-
a", 3 Bdc.; — ^Otimo^tens",
6 Bde.; — ^-oss ra)-is-<) 2 Bde.; —
,^7-056 iatine", 1 Bd.; — „^osFis ita-
s", 1 Vb. ; — ))I^,'5W7N </i t/'S i/'H.
tt's^ 1 Bd.; — ,.^)ixto/a.
?'io"^- — „ I ^ m i ^o/tte/lci'^ 1 Bd.
G. A. Maggi veranstaltete von diescn
Gesammtwerken eine geschickte Answahl
unter dem Titel: „0/^6 Fcsite^ 4 Bde. (A9.iI2.ua U^p. äs clkLS. itliliani, 8".).
Was nuu die einzelnen Werke betrifft,
so greift (5. im „KaM'o silAa /io5o/?a
^iiü /i?ll/?t6" die Dictatnr dcr florentini-
schen Sprachforscher an nnd begründet die
Nothwendigkeit eines ncnen, nach freiern
umfassenden Principien zu entwerfenden
Wörterbuches dcr italienischen Sprache,
welche Schrifl ebenso Lob erfuhr als auch
manche Ocgncr fand. U g 0 ni im III. Th.
seiner Geschichte der italienischen Litera-
tur theilt interessantes Detail iiber dieses
Werk mit. Gegen dasselbe erschienen zwei
bedeutendere Schriften, eine von dem
Abate Velo von Vicenza, der
sich
unter
dem Namen Garducci verbarg, und
auf die Abate Zendrini, C.'s Schüler
antwortete; die andere von dem Grafen
Eian - Francesco Galeani- Napi 0 ue,
woranf C. in einer bcsonderen Schrift und
in einem an den Grafen gerichteten
Briefe erwiederte. — Die „Poesie cli O5-
/ltco-erschienen, außer
dcr ersten unvollständigcnAusgabc (1763)
zu Padua (1772) und wurden nicht blos
in Italicn, sondern anch in den andern
eivilisirtcn Staaten mit Beifall anfge-
Nl?m!nen. C. führte diese Uebersetznng in
der Blüte seines Alters aus, und Ug 0 ni
schreibt von derselben: „Die Pracht nnd
Eleganz seiner ^si-si Fcioili, ihr Einklang
mit den Gegenständen und Gemüthsstim-
mungen, die zu schildern waren, üben
eine solche Gewalt auf die Seele des Le-
sers, daß sie ihn mittcu unter jcne Scenen,
wie durch einen Zaubcrschlag versetzen."—
Was die„Iiiuck in z-e,-^ und „in L>?'05a"
betrifft, so war C. minder glücklich mit
dem alten Griechen wie mit dem alten
Gaelen. Die Veränderungen, die C. mit
dem unsterblichen Sänger der Ilias vor-
genommen , dürfte, wie Ug 0 ni bemerkt,
heutzutage Niemand wagen zu rechtferti-
gen. Die Hcransgabe derselben veran-
laßte das Erscheinen einer Carricatur zu
Nom. Diese stellte eine winzige franzö-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon