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mit den Arbeiten begonnen, im Dec. schon
3800 Klafter im Umfang von der 30 Schnh
hohen Hauptfronte vollendet hatte und im
folgenden I . die Festungswerke im voll-
kommenenVertheidigungszustande waren.
In dem im 1.1809 neuerdings zwischen
Oesterreich und Frankreich ausgebroche-
nen Kriege ward C. Connnaudirender des
8. Armeecorps. Im März d. I . rückte
er mit 10000 Mann in Lienz in Tyrol
ein, Hormayr stand ihm als Provin-
zialhofcommissär znr Seite. Bis zum 26.
April, au welchem Tage das zweitägige
hartnäckige Treffen bei Bolauo endigte,
war die Eroberung Tyrols vollendet, und
nebst Vorarlberg schloĂź auch das Veltlin
sich an. Die Franzosen griffen ĂĽber diese
Ereignisse zu SchreckensmaĂźregeln. Na-
poleon erlieĂź sogar im Hauptquartiere zu
Enns den Tagsbefehl vom 5. Mai 1809:
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cd6k 6.63 di'iF2nä8." Die Bezeichnung
,,16 nomllie Oliksteier- ist um so komi-
scher, als Napoleon C. sehr gut kanuie
und zwar aus dem Jahre 1797, als
Chasteler die Gräuzberichtigungen
fĂĽr Oesterreich in Italien ordnete und
sich dem damaligen Obergeneral in Pas-
seriano vorstellte, ein zweites Mal im
Jahre 1802, in welchem der auf Urlaub
in Paris befindliche C. von Napoleon,
damaligem 1. Consul mit Auszeichnung
aufgenommen wurde uud im Garten von
St. Clond eine längere Unterredung mit
ihm hatte. Ja Napoleon hatte sogar den
Sequester aufgehoben, womit dem Liine- viller Frieden zufolge C.'s GĂĽter in
den Niederlanden belegt waren. Diese
Achtserklärung, nur in einer Zeit denk-
bar, in welcher Napoleon das Völ-
kerrecht mit FĂĽĂźen trat, blieb nicht ohne
Eindruck auf C.'s GemĂĽth, noch mehr
aber der ungerechte Vorwurf einer un-
menschlichen Behandlung der Kriegs-
gefangenen, die im Gegentheil unter sei-
ner humanen Behandlung
sich der besten
Pflege erfreuten. Die darauf folgenden
Unternehmungen in Tyrol waren nicht
glĂĽcklich, der Herzog von Danzig wĂĽthete
mit Brand, Raub und Mord. Am 13.
Mai erlittC. bei W örgl von einem zehn-
mal überlegenen Feinde eine völlige Nie-
derlage , später mußte er sich
— von allen
Seiten vom Feinde umringt — aus Tyrol
durchschlagen und den Weg durch Kroa-
tien und Untersteier nach Ungarn er-
zwingen , wo er
sich
mit dem Banns von
Kroatien, demFML. GrafenGiulay bei
Gonowitz vereinigte. ImI.1310 bereiste
er Galizien und Oberungarn, 1811
und 1812 connnandirte er in Schlesien,
1813 leitete er die Vertheidiguugsaustal-
ten von Prag, wohnte den Schlachten von
Dresden und Culm bei; nach der Schlacht
von Leipzig erhielt er das Commando des
Corps, welches vor ihm Graf Klenan
befehligt hatte; 1814 bearbeitete er wäh-
rend des Wiener Congresses mehrere be-
deuteude militärische Gegenstände; 1815
ging er als Stadt- uud Festnngscom-
mandant nach Venedig, in welcher Stadt
er bis an sein Lebensende unermĂĽdet
thätig, in Folge seiner vielen Wunden
nach langen Leiden u. zahlreichen schmerz-
lichen Anfällen im Alter von 63 Jahren
starb. Im 1.1827 wurde dem Helden
ein Monument errichtet, dessen Inschrift
seiner schönsten Waffenthaten gedeukt.
C. hatte 14 Wunden, welche sein Ner-
vensystem sehr erschĂĽttert hatten. Er war
in allen ritterlichen Uebungen von Ju-
gend an ausgezeichnet. Er war ein ge-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon