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anf alle Sonn- nnd Fmr^ge deZ Iah-
2 Nde. (Preßburg 1852, Krapp, 8°.)<
Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebens-
beschreib. Von Jakob Ferenczy und Ios.
Danielik (Pefth 1856, Gust. Emich) S. 71.
Cherubim, Francesco (Philolog u.
Pädagog, geb. in Mailand 5. März
1789, gest. 4. Juni 1851). Ist der Sohn
eines armen Typographen. Von feinen
unnatürlichen Eltern als hilfloses Kind
verlassen, fand er bei guten Menschen Auf-
nahme und Schutz. Bis zu seinem 15.1.
blieb er bei Philipp Buzzi und dessen
ffrau, besuchte die Schulen, später das
Gymnasium. Während dieser Jahre führte
er statt seines wahren Namens den seiner
Pflcgeeltern Buzzi, den er jedoch später
wieder mit feinem eigentlichen vertauschte.
1802 besuchte er.das erzbisch öfliche Semi-
narium, wo er die Rhetorik studirte und
1805 ist er schou in der königl. Druckerei,
wo er ein Jahr darauf als Corrector mit
dem Gehalte jährlicher 2000 Lire fungirt.
C. zählte damals 17 Jahre. 1803 wählte
ihn Dr. Giov. Gherarbini, welcher
das Hiornals itkliano redigirte, zur
Aushilfe bei seinen Redactiousarbeiten,
in welcher Verwendung C. bis zum I.
1815 verblieb. Doch schon im I . 1812
war er im Kriegsministerium, spater bei
der General-Directiou des Unterrichts an-
gestellt worden. Und da er
sich
die deutsche
Sprache eigen gemacht, wurde er, als die
österr. Regierung wieder die Lombardie
in Besitz nahm, Uebersetzer beim k. k.
Guberuium in Mailand. Später kam er
als Districts-Commissär nach Bellano,
dann nach Ostiglia. Im 1.1820 forderte
ihn Oherardini, der seine Fähigkeiten
kauute, auf, sich um die Leitung dcr k. k.
Normal-Schule in Mailand zu bewerben,
welche ihm, nachdem er geeignet befunden
wordeu, auch übertragen ward. Auf die-
sem Posten entfaltete C. durch 30 Jahre
v. Wurzbach, biogr. Lexikon> I I . eine Wirksamkeit, die, wenn gleich nach
dem allgemeinen Begriffe, keine ruhmvolle
aber was nicht weniger zählen mag, eine
nützliche, gediegene und ehrenvolle war.
Im I . 1848 zog er sich
von dem öffentli-
chen Dienste auf sein Landgut Oliva di
Lomaniga zurück, brachte aber die letzten
Jahre seines Lebens in schweren Leiden
zn. Als Schriftsteller war C. auf dem
Gebiete der Sprachkunde thätig, und er-
schien unter anderm von ihm:
1814) swiuxerik Reals, eine umgearb.
und vermehrte Auflage in 4 Bon. 1340
—1844, gr. 8".). Hm Jahre 1856
wurde ein 5. Band als „KiM^mento"
(von der 1°ip. äei OikZäiei itg.1ig.Q5)
herausgegeben, welchen Ab. Gins. Vil la
begonnen, de Capitani aber vollendet
hat). Dieses verdienstvolle und von den
Philologen hochgeschätzte Werk ist ein Lexi-
kon des Mailänder Dialecls. Den Wunsch,
den Parini ausgesprochen, daß die schön-
sten Werke des Mailänder Dialectes ge-
sammelt herausgegeben würden, erfüllte
C. mit Herausgabe seiner „Oollssions
^on' o/isrs sc i^tts ^ ciialstto mi-
16°.) IVergl. die Quellen). Während
seines amtlichen Aufenthaltes in Ostiglia
hatte C. historische nnd statistische Notizen,
die auf diesen District Bezug hatten, ge-
sammelt, ferner den Mantuaner Dialect
sorgfältig studirt, und die Ergebnisse sei-
ner Thätigkeit waren die Schriften: „I,s
1826), und das „ ^
Noch gab C. heraus:
iiano s italiano-latmo") welches Werk er
im amtl. Auftrage für die k. k. Gymnasien
arbeitete, wie er auch Einiges aus gleichem
Anlasse aus dem Deutschen übersetzte. C.
hinterließ in Handschrift drei wichtige phi-
lologische Werke, au deren einem er sein
ganzes Leben hindurch gearbeitet u. z. in
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon