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Ausbruch des Türkenkrieges 1738 FZM.
Als solcher befehligte er erft die Truppen
im Banat, dann den linken Flügel der
Armee, und noch später wieder ein ab-
gesondertes Corps, mit dem er bei M e-
hadia, später bei Kalefat gegen den
walachischen Fürsten Maurozeny (26.
Juni 1788) rühmliche Siege erfocht, und
zum Falle Belgrads wesentlich mitwirkte,
für welche Waffenthaten ihm IosePhII.
dasGroßkreuzdes Theresienordens schickte-
Beim Ansbruch des französischen Revo-
lutionskrieges 1792 wies hauptsächlich er
die Angriffe der Franzosen anf die Nie-
derlande mit einer sehr geringen Trup-
penzahl zurück. Hierauf war er bei dem
Einbruch des Herzogs von Braunschweig
in der Champagne, schlng den Feind bei
Stenai, nahm dieses ein u. deckte dann
den Rückzug des Herzogs. Nun mußte er
unter den Befehlen des Herzogs von
Sachsen-Tuschen Belgien mit 17,000
Mann gegen 80,000 beschützen. Ueber
dieser durch uoch andere Umstände un-
endlich erschwerten Aufgabe kam es zur
denkwürdigen Schlacht vonIemappes,
am 5. und 6. Nov. 1792, in welcher
14,000 Leichen die Wahlstatt deckten. Im
bewundernswerthen Rückzüge, durch wel-
chen die Armee gerettet wurde, führte C.
den Oberbefehl. Das durch den Prinzen
von Sachsen - Coburg verstärkte Heer
siegte bei Neerviuden im Frühjahr
1793. Diesem Siege folgten die Bela-
gerung von Valenciennes, die
Einnahme vonQuesnoy durch C., u.
im I . 1794 die Siege bei Chateau-
Cambresis, Landrecy, Charle-
roi u. s. w. Die Uebermacht der re«
publikanischen Armee au der Schelde
und Sambre entschied das Loos der Nie-
derlande. C., der sich mit einer eigenen
Truppenabtheilung an der Lys und bei
Lille ehrenvoll behauptet hatte, über-
nahm, als es Iourdan nach wiederhol-
ten großen Anstrengungen gelungen war,
v. Wurzbach, biogr.Lexikon. II. über die Sambre zu setzen, und der Her-
zog von Coburg, nachdem er die Schlacht
beiFlerus verloren, das Heer verlassen
hatte, abermals die Oberleitung u. Ret-
tung der Armee, welche er nach glänzenden
Kämpfen gegen den sechsfach überlegenen
Feind bei Aspremont, Düren u. an
der Ro er glücklich über den Rhein zurück-
führte. Nun wurde C. Feldmarschall, und
als des römischen Reiches FZM. erhielt
cr auch den Befehl über die Reichstrup«
pen. Als solcher schlug er im Jahre 1795
Ionrdan bei Hochst und warf ihn über
den Rhein zurück. Noch unternahm er
den Entsatz von Mainz, und die Erstür-
mung der furchtbaren von 80,000 Mann
auf das hartnäckigste vertheidigten Main-
zer Linien, ein Unternehmen, welches sich
den größten und ersten Heldenthaten des
Revolutionskrieges anreiht. Als Ende
1795 der Waffenstillstand geschloffen wor-
den, begab sich C. nach Wien, wo ihn das
Volk als den Retter Deutschlands be-
grüßte, ihn der Kaiser selbst mit dem Erzh.
Karl besuchte und ihm den goldenen Vließ-
orden verlieh. Kränklichkeit, noch mehr
aber eine Spannung mit dem Minister
Thugut veranlaßten C., um seine Ent-
lassung zu bitten. Er trat darauf in den
Hofkriegsrath, nachdem Erzherzog Karl
den Oberbefehl der Armee übernommen.
Bon den Mühseligkeiten der vielen Kriege
sehr in der Gesundheit geschwächt, starb
er nach langem Leiden schon nach dritt-
halb Jahren, und wurde seiner letztwil-
ligen Anordnung gemäß, ohne alles Lei-
chengepränge zu Hernals bestattet. Die
Stadt Wien ließ ihm ein schönes Grab-
mal errichten. C. war ein ausgezeichnet
ter Feldherr und vortrefflicher Mensch.
In der Armee nannte man ihn den „Sol-
datenvater"; thatsächlich schlug er auch
alle Heiratsanträge aus. „Hab' ich denn
nicht eine genug große Familie? Meine
Soldaten sind sie nicht alle meine Kin-
der?" waren seine Worte, wenn man
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon