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wand übertragen zu lassen. Für die Er-
richtung einer technischen Schule zu Trient
schenkte er 20,000 Lire, legirte im Testa-
mente mehrere 1000 ft. den Wohlthätig-
keits-Anstalten von Trient, nnd 2000 fl.
der Stadtbibliothek.
62,22el.tk äsl lirolo italiklw ('lrisQt, k'ul.)
18ö6, ^r. 114.
ClUsolo, Adam von (Maler und
Kunstschriftsteller, geb. in Tirol
1728, gest. in Roveredo 1787). Stu-
dirte zu Siena, und lernte die Malerei
unter Battoni zu Nom. In seinen ei-
genen Compositionen unbedeutend, war
er glücklicher im Copireu, auch malte cr
Thiere nach der Natur mit ziemlichem
Geschick. Er war in allen noblen Passio-
nen, als Fechten, Reiten wohl erfahren.
Als Kunstschriftsteller gab er heraus:
— und n/tM65-a?'ic»
citta
CiuzolQ (1737,.
Cobenzl auch Cobeutzl, Johann
Karl Philipp (Staatsmanu und
Ritter des goldeuen Vließes, geb. zu
Laidach 21. Juli 1712, gest. zu
Brüssel 20. Iäuncr 1770). Betrat
jung die diplomatische Laufbahn und
bekleidete zur Zeit als die große Mar ia
Theresia gegen ihreFeinde, von deuen
sie umgeben war, die Völker Oesterreichs
aufrief, die wichtigsten Gesaudtschaftspo-
sten. C. erhielt als besonderes Zeichen des
Vertrauens in der Stellung eines bevoll-
mächtigten Ministers die Leitung der Ver-
waltung in den österr. Niederlanden
(1753), welche unter den Befehlen des
Prinzen Kar l von Lothringen standen.
C.
war ein feiner Weltmann, der seine Zeit
zwischen den Geschäften u. Vergnügungen
theilte. Er arbeitete mit seltener Leichtig-
keit und seine Gerechtigkeit war fast sprich- wörtlich. Die Liebenswürdigkeit feines
Benehmens war kein kleiner Hebel in
Förderung der Staatsgeschäfte, nament-
lich in einem Lande, in welchem seit einem
Jahrhunderte mit jedem Tage mehr die
Hilfsmittel versiegten und die drei
Hauptzweige der bürgerlichen Wohlfahrt:
Ackerbau, Handel und Gewerbe stockten.
Der neue Minister brachte in Alles neues
Leben; was Colbert einst für Frankreich
war, wurde C. iu den Niederlanden. Die
zweckmäßigsten Einrichtungen wurden mit
jedem Tage getroffen. Uebelstände, welche
entsprangen, da die religiösen Genossen-
schaften sich durch neue Erwerbungen mit
jedem Tage bereicherten, beseitigte er
mit eiucm Male dureb Perbot nener
Käufe. Die Klöster, um uur ihre Capita-
lien nicht todt liegen zu lassen, benutzten
dieselben zur Herstellung ihrer Kirchen
und Couvente, und nahmen Künstler in
Sold, welche die Kirchen mit ihren Kunst-
werken schmückten. Tie reichsten Abteien
wurden verpflichtet, den Töchtern mittel-
loser Ofsiciere Pensionen zu geben. C.
war ein großer Gönner und Mäcen der
Wissenschaften und Kanne, er stiftete die
Akademie der Wissenschaften zu Brüssel
und eine unentgeltliche Zeichnungsschule
ebendaselbst. Er hatte eine reiche Biblio-
thek kostbarer seltener Wcrke aus allen
Wifsenschaftsfächern gesammelt und als
Montesquieu's „I^Zprit äes lois"
erschien, begrüßte er das Werk mit den
schmeichelhaftesten Worten. Montes-
quieu schreibt auch iu feinem Briefe
au Abbe de Guasco vom 26. Dec.
1753 über Cobenzl: „Huanä i i ?
äks ministes 00niik6 In.!, on
ä.68 let-
trioks". Die Munificeuz des Grafen
hatte seine Vermögensverhältuisse derart
zerrüttet, daß Maria Theresia seine
Schulden 2 Mal bezahlen und Kar l von
Lothringen seiner Witwe Maria Therese
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon