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Campo-Formio und
stand kurze Zeit dem
Ministerium der auswärtigen Angelegen-
heiten vor; schloĂź zu Rastadt mit Bona-
parte die, den Frieden von Campo-For-
mio und dessen geheime Artikel ergänzende
Militär-Convention, und zu Sulz die be-
rüchtigten Conferenzen mit dem Vxäi-
i'OQteur ^lkQtzws äs I56u.k-okZ.t6au. ab.
1798 muĂźte er nochmals nach Petersburg
abgehen, wo der Graf, so verändert er nun
auch dort die Umstände fand, so feindlich
sich Kaiser Paul ĂĽber die Lieblinge sei-
ner Mutter ausgesprochen hatte, den frĂĽ-
heren beiuahe noch stärkeren Einfluß zu
gewinnen wuĂźte. Die neue Coalition, die
NuĂźlands Heere endlich in den Kampf
fĂĽhrte, war sein Werk. Am 9. Febr. 1801
unterzeichnete er mit Joseph B o n a p a r t e
den Frieden von L u nev il le. Als Staats-
und Conferenzminister, auch Hof- und
Staatskanzler, leitete er seitdem nicht nur
die auswärtigen Angelegenheiten, sondern
auch gewissermaĂźen die ganze Monarchie,
bis die unglĂĽcklichen Ereignisse des Jah-
res 1805 die sonderbare Verwickelung
der Parteien im Ministerium und per-
sönliche Rücksichten ihn nöthigten, am 24.
Dec. 1805 seine Entlassung zu gebeu.
Der Graf war eiu feiner, ein gewandter
Diplomat, aber einen voraussehenden
staatsmänuischeu Blick besaß er nicht. Sein
Ausspruch ĂĽber seinen von allen Seiten
bedrängten Souverain „es ist Darius,
der gegen Alexander zieht" zeigt, daĂź er
nicht unter die Zahl der Männer gehört,
welche die Schicksale der Völker auf lange
Zeit hinaus bestimmen können. Aus dem
Kriege von 1809 ging Oesterreich in
neuer Kraft und Stärke, eiu Phönix aus
der Asche der VerwĂĽstung hervor. C. war
vermalt (17. Juni 1774) mit Theresia
Johanna, Gräsin von Montelabate,
der Erbin der reichen Herrschaft Napagedl
in Mahren, seine 4 Kinder starben aber
in der Wiege. Graf Segur, der gleich
ihm längere Zeit von Seite Frankreichs am Petersburger Hof als Botschafter be-
glaubigt war, fällt (Mmoirss 6t 6ou-
V6mr8 II. Vä. 8. 257) über ihn folgen-
des Urtheil: „1^6 oom.t6 äs Oodsn^i
fkisg.it oudiisr uns laiäsui- xsu. 00-
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168 00U.rti33.N3 1k8 p1n3 äooi-
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Wiener Hofzeitung vom 2Z. Februar 1809. —
Wigands Converfations-Lexikon fĂĽr alle
Stände (Leipzig 1847, O. Wigand, Lex. 8°.).
III. Bd. S. 4S7 lnach diesem gest. am 22.
Febr. 1809). — Baur (Samuel), Allgem.
hiftor -biograph.-literar. Handwörterbuch (Ulm
1816, Stettim, Lex. 8°.) I. Bd. Sp. 258
l^ gibt den 22. Febr. 1809 als seinen Todes-
tag an). — ?H,ie»'H, Histoire äu OonZnIat
st äs 1'6nipirs. — Erfch ( I . S.) und
Grub er ( I . G.), Allgemeine Encyklopädie
der Wissenschaften und KĂĽnste (Leipzig 1822,
Glebitsch, 4°.) I. Sect. 18. Thl. S. 111, —
(Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.)
IV. Bd. S. 261 Mch diesem ist C. 22. Febr.
1809 gestorben). — Meyer (I.), Das große
Conversations-Lexikon für gebildete Stände
(Hildburghausen 1842, Bibl. Inst., Lex. 8°.)
VII. Bd. 2. Abtheil. S. 901. — NouveUo
Li03rn.pb59 ßäuHraie ... pudiise saus 11».
äireotioii äs U. 1o Dr. llatker (?2.ri3
1H53) X. Lä. 3p. 936 »ach diesem gest.
zu BrĂĽssel 22. Febr. 1808).
Cobenzl, Johann Philipp Graf
(Staatsmann und Ritter des goldenen
VlieĂźes, geb. zu Laib ach 28. Mai 1741.
gest. zu Wien 30. Aug. 1810). Neffe des
Vorigen. Nach einer sorgfältigen häusli-
chen Erziehung kam er 1755 in die sa-
voische Akademie in Wien, 1759 nach
Salzburg, wo er seine Studien vollen-
dete. Unter der Leitung seines Oheims
Ioh. Karl Philipp Cobenzl, damals k.
Minister in den Niederlanden, trat er in
den Staatsdienst und zwar zuerst bei der
niederländischen Okkmw'e des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon