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wohnte er den Schlachten bei Prag (<5.
Mai) und Görlitz (7. Sept.) bei, wurde
in der ersten schwer, in der letzteren leicht
verwundet, siel
znBreslanin preußische
Kriegsgefangenschaft nnd wurde nach sei-
ner Auswechselung Oberst und Com-
mandant des Lacy'schen Regimentes.
Nachdem Hubertsburger Frieden (1763)
wurde er zum Generalmajor und Ober-
lieutenant in der neu errichteten dentschen
Garde, weiterhin zum FML. u. Inhaber
des Inf.-Reg. Nr. 57 befördert, ami.Iäu.
1777 zum Hofkriegsrath ernannt, und
später mit der Oberleitung der Militär-
gränze beauftragt. Im genannten Jahre
begleitete er den Kaiser Joseph II. anf
der Reise nach Frankreich. Die durch
gesahr wurde durch die Verhandlungen
des Teschner Friedens beseitigt. C. wurde
nach dem Rücktritt des Fürsten Kinsky
znm Generaldirector der Artillerie er-
nannt. In dieser Stellung begann der
Graf die Umbildung der östr. Artillerie.
Sein erstes Augenmerk richtete er dar-
auf, die Schußweite des Geschützes fest-
zustellen und durch unermüdete Versuche
auf der Simmeringer Haide eine feste
Richtschnur dafiir zu erschaffen. Ein Re-
sultat dieser Bemühungen waren die
trefflichen Tabellen der Tragweiten des
Geschützes. C. begegnete ferner dem nach-
theiligen Salpetermangcl nnd
sicherte den
großen Bedarf dnrch die Aufstellung zweck-
mäßiger Anlagen für Salpeterwerke im
Inlande. Er brachte die Feldartillerie
auf einen erhöhten Stand, legte den Grund
zur Pflanzschnle tauglicher Officiere
in den Regimentern durch Einführung
von Cadeten und war überhaupt besotgt,
jenen Mangeln U.Nachtheilen abzuhelfen,
die damals noch in den meisten Zweigen der
Erzeugung des Materials höchst nachthei-
lig für das Beste des Ganzen hervortra-
ten. Bisher wurde der Guß des Geschü-
tzes von freiwilligen Pächtern zu ihrem Vortheile geleitet, und war nur unmit-
telbar dcr öffentlichen Verwaltung des
Kriegswesens untergeordnet; Graf Col-
loredo schuf nun die Stückgießerei zn
Wien als rein militärische Anstalt und
bildete sie allmälig in der Form aus, in
welcher sie bis anf die Gegenwart ihre
Vortrefflichkeit bewährt. Auch hatte C.
der zn Ebergassing aufgerichteten Bohr-
maschine durch Verbesserungen in dem
Maschinenwesen u. dnrch Errichtung eines
dritten senkrechten Bohrwerkes größere
Ausdehnung und Vollkommenheit gege-
ben. 1783 begleitete der Graf abermals
den Kaiser auf einer Reise nach Ungarn,
in das Banat uud Galizien, um die Ver-
theidigungsfähigkeit der dortigen Grän-
zen, den Zustand der festen Plätze und
ihren Werth zn prüfen. Bei seiner Rück-
kehr beseitigte er die Mängel bei der Er-
zeugung der Fenergewehre, welche bis
dahin ebenfalls von Privatunternehmern
verfertigt worden, gründete eine Gewehr-
fabrik und unterwarf sie der unmittelba-
ren Aufsicht des Militärs. Auf C.'s Vor-
schlag wurdeu die cylindrischen Ladstöcke
allgemein in der Armee eingeführt, uud
den Jägern und Scharfschützen die Gi-
rardonischen Iägergewehre nnd Wind-
büchsen gegeben, deren Gebrauch in dem
bald darauf erfolgten Türkenkriege sich
als ganz zweckmäßig bewährt hatte. Sein
Werk war auch dieErrichtung der Büchsen-
macherlehrschnle inSteier. Ihm verdankt
das östr. Geschützwesen jene treffliche EiN'<
richtung und Ausbildung, welche dieses
früher bedeutungslose Corps auf eine
Höhe stellten, daß es mit den Artillerien
anderer Mächte zuerst wetteifern, dann
aber denselben als Vorbild dienen konnte.
Im 1.1784 erwirkte er neuerdings eine
Vermehrung der Artillerie und im Nov.
dess. Jahres erfolgte die Errichtung des
Bombardiercorps, in welchem die hoff-
nungsvollsten und verdientesten Männer
der Feld-Artillerie vereint und in allem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon