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wo seiu Regiment den ersten feindlichen
Angriff aushalten muĂźte, nnd er fĂĽr seim
Bravour sich das Majorspatent erwarb.
In dieser Stellung machte er noch einige
Gefechte mit und rĂĽckte am 1. April 1762
zum Oberstlieutenant im Inf.-Reg. FĂĽrst
Wald eck Nr. 35, am 8. Febr. 1764 an
die Stelle seines Bruders Joseph zum
Obersten bei L acy Inf.-Reg. Nr. 22 vor,
wo er 9 Jahre das Negiments-Commando
fĂĽhrte. Den 1. Mai 1773 wurde er
Generalmajor, 1784 Feldmarschall-Lieu
tenanr und im uämlicheu Jahre Inhaber
des Inf. - Reg. Nr. 56. Während des
TĂĽrkeukrieges (1789) wurde er FZM.
nnd befehligte Anfangs ein Corps au der
Almas, im Winter von 1789 auf 1790
aber ein Observationscorps in Galizien.
Hierauf kam er (1790) als commaudi-
reuder General nach Innerösterreich und
Tyrol. Im Jahre 1792 ward er Neichs-
geueral der Cavallerie, welche Stelle
er jedoch 3 Jahre darnach niederlegte;
1796 kä Ia.tu.3 des Commandirendeu in
Mähren; 1799 Iuspector der gesammten
Militärgränze; 1801 Kapitän der Tra-
banten-Leibgarde und 1307 Präsident
des polit. ökon. Gremiums beim Hof-
triegsrathe, welcher Stellung er einige
Jahre vorstand, bis er am 6. Sept. 1808
znm Feldmarschall ernannt wurde. Am
2.8. Dec. 1814 ward er neuerdings Ka-
pitän der Trabanten-Leibgarde.
Ersch (I. S.) und Gruber (I . O ), Allge-
meine Encyklopädie der Wissenschaften und
KĂĽnste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4".)
I. Sect. 18. Bd. S. 288. — Oestr. Militär-
Konversations-Lexilon. Herausgeg. von Hir-
ten fcld und I^ r. Meynert (Wien 1851)
I. Bd. E. 736. — Hirtenfeld ( I . vr.), Der
Mar.Theres.-Orden(Wien 1857) I. Bd. S. ."84.
Colludrowitz, Jakob Franz (Arzt,
geb. zn Venedig imDec. 1744, gest.
4. Juni 1830). Stammt von einer slavi-
schen Familie, welche doch seit längerer
Zeit in Venedig ausäßig war und Han-
delsgeschäften oblag. Jakob Franz studirte inPadua und erhielt mit 20 Jah-
ren die medicinischeDoctorswĂĽrde. Unter
der Leitung des berĂĽhmten Arztes Peter
Orteschi trat er in die Praxis. Die
ersten Verdienste erwarb er
sich
als Ar-
menarzt in der Pfarre von St. Peter,
nnd nach und nach wuchs fein Nnf und
C. wurde einer der gesuchtesten Aerzte.
Im 1.1794 ernannte ihn der Senat von
Venedig zum Primararzt im Spital der
Unheilbaren. Im 1.1305 berief ihn die
östr. Regierung zur Behandlung einer
in den öffentlichen Gefängnissen herrschen-
den ansteckenden Krankheit nnd zugleich
in die fĂĽr die Stadt und Provinz Venedig
aufgestellte beständige ärztliche Commis-
sion ; überhaupt wurde er in allen sanitäts-
polizeilichen Angelegenheiten zu Rathe
gezogen, selbst dann noch, als Aglietti
(s. dies. I. Bd. S. 6) seine denkwĂĽrdige
Thätigkeit entfaltete. Aglietti war ein
Widersacher, Colludrowitz ein An-
hänger des Browne'fchen Systems,
nichtsdestoweniger fandeu beide Männer
in der verschiedenen wissenschaftlichen
Ansicht vielmehr einen Reiz, sich wechsel-
eitig mitzutheilen und die Ansichten aus-
zutauschen , und bezeichnend ist fĂĽr Beide
der erste Ausruf Aglietti 's, als dieser
von einem Schlagaufall getroffen wurde:
„Und Colludrowitz, wo bleibt er?"
Auch wählte ihn Aglietti zu seinem
Ordinarius. Als ärztlicher Schriftsteller
ĂĽbersetzte Col ludrowitz aus dem
Englischeu des Wintringham den
ttato 5ulia ^ocla^a^' und ^KagHw
malattie e?l,cis»n'e/l,s^ ^ ferner die
zu Edinburg herausgegebenen „Oommen-
tcr '^ msHt^ i e ^Ul)50/5ci". Moschini
chreibt ihm auch die Uebersetzung des
Werkes vou Buch an an )MsH'cin,a
- zu. Ueberdies schrieb er die
-m iocle cli Santo?-w" ^ die
i" und war der erste, welcher die
Wirknngen des Ricinusöls erprobte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Volume 2
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Bninski-Cordova
- Volume
- 2
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1857
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 470
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon