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zur Virtuosität. Er wurde in Folge dessen
als Flötist bei dem kais. Hofoperutheater
in Wien angestellt. Meister seines Instru
ments hat er auch mehreres für dasselbe
componirt. Vor Allem schrieb er mehrere
Schulen u. z. für die Oboe (op. 27),
dann für die Flöte „Wiener Flötrnschlllr";
unter seinen Compositionen befinden sich
Walzer,Polka's,Maziirka's, dann mehrere
Sammelwerke als „^s'Meton. mun'cai"
(op. 20), eine Sammlung leichter Com-
positionen für die Flöte über die beliebte-
sten Motive neuerer Opern, 22 Nummern;
— eine „Hsvne t/zetttT-als" (op. 15), eine
Sammlung Fantasien über gleicheMotive,
40 Nrn.; — der „Musikalische Gelegraph"
(op. 21), eine Sammlung von Potpour-
ris für Flöte, Clarinett, Oboe und Fa-
gott, 24 Nummern u. m. a. — Philipp
(Walzercompositeur, geb. um das
Jahr 1318). Einer der beliebtesten Tanz-
Compofiteure der Gegenwart in der Re-
sidenz, der schon eine große Menge
Compositionen geliefert. Die Zahl der-
selben übersteigt 150: sie sind leicht
und zum Tanze einladend componirt.
Auch hat er sich im ernsten Style,
als in Kirchenmusik und in der Oper
versucht. Eine der letzteren: „NaZ schmert
der Könige" in 3 Acten, Tert von Elmar,
wurde Mitte August 1845 im Ioseph-
sta'dter Theater in Wien gegeben, ohne
durchzudringen. Auch ist er als Schrift-
steller in seinem Fache aufgetreten und
hat in August Schmidts „Allg. Musik-
Zeitung" mehrere rationelle Aufsätze
veröffentlicht, als: „Vebrr die Nöhm'Zche und
Aegln'che Flöte" (1845, S. 69); — „Ueber
die Verfassung eines Harmonie-Ahrbnchs" (Eb.
S. 202); — „Reorganisation der österreichi-
schen NtilitärmnM" (Eb. S. 405 u. 413),
welche Manches angeregt und zu Ver-
besserungen geführt haben. Fahrbach
spielt mit seiner Capelle oft an öffentlichen
Belustigungsorten der Residenz; sein Or-
chester ist vortrefflich geschult und sehr beliebt. Seit mehreren Jahren bekleidet
F. die Stelle eines Militärcapellmeisters
in der kaiserl. Armee.
Ueber Joseph: Schilling (G. Dr.), Das
musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neid-
hard, gr. 8°.) S. 89. — Allg. Wiener Musik-
Zeitung, Herausa,, von Aug.Schmidt (Wien,
4°.) 1842,. Nr. 102. — Oataloxa äeUo opore
Mddlioato äl>.11' I. A. LtadiliiuLiito 2221011.
priv. äi lito äi. 6iov. Nioaräi in Mikmo
sAaiianä 1855, Lex. 8".) I. Lä. 8. 8, 509,
571, 604, 642, 643, 654, 663, 664, 666, 672,
673, 678, 681. — Ueber Philipp: Tritsch-
Tratsch (ein Wiener Carricaturen-BIatt, 4°.)
1858, Nr. 8, S. 61: „Wiener bekannte Per-
sönlichkeiten. V." — Allgem. Wiener Musik-
Zeitung, herausgeg. von August Schmidt,
1845, Nr. 99, S. 394. — Ebenda, Nr. 126,
S. 504: „Miscelle." — CktaloFo (wie oben)
8. 338, 548, 735, 736, 737. — Allg. Theater-
Zeitung von Ad. Bäuerle 1840, Nr. 133,
S. 562. — Porträt. Unterschrift:
(lith. von Kaiser. Wien, Witzendorf, Fol.).
Flligel, Paul (Pfarrer und Hu-
manist, geb. znSzocs-Keresztur im
Zempliner Comitat 8. Aug. 1802). Be-
suchte anfänglich die Dorfschule, 1815
das Gymnasium zu Ungvar, giug 1322
nach Erlau, wo er den philosophischen
Curs hörte; trat 1824 in's Erlauer Se-
minar und vollendete 1828 die Theologie.
Nach Erlau zurückgekehrt, wurde er zum
Actuarius ernannt, mußte aber zugleich
das ungr. Recht hören. 1829 begleitete F.
als Hofcaplan den berühmten Erzbischof
und Dichter Ladislaus Pyrker nach Ga-
stein in's Bad, wurde noch im Sept. des«
selben Jahres deutscher Caplan zu Gyön-
gyös, wo er über neun Jahre thätig war
und sich in der deutschen Sprache vervoll-
kommnete. In dieser Zeit regte er die
Idee eines Bereines zur Herausgabe gu-
ter und wohlfeiler Bücher öffentlich an.
1838 rief er mit dem homöopatischen
Arzte Stephan Horn er und dem Orts-
pfarrer Johann Nagh das Krankenhaus
zu Gyönghös für arme Kranke in's Leben.
Am 7. Nov. 1838 wurde er Pfarrer
von Boczonäd, als welcher er sich durch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon