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sein humanitäres gemeinnütziges Wirken
bemerkbar macht. So hat er bald nach
dem Antritte seines Amtes aus den
Besten seiner Pfarr-Gemeinden den so-
genannten ,,«/t5s?-MoHi ianäw^ d. i. Rath
guter Sitten, gegründet, wodurch die
Sittlichkeit im Bolke wesentlich gefördert
wird; dann ließ er aus eigenen Geld-
mitteln in zwei Gemeinden seiner Pfarre
Schulhäuser erbauen; die durch Ioh.Al-
niasi 1766 gegründete Einsiedelei erwei-
tern und in eine Pußtaschule umwandeln,
in welcher der dortige Einsiedler unent-
geltlichen Unterricht ertheilt; im I . 1845
Mete er in seiner Pfarre den Verein des
lebendigen heiligen Rosenkranzes, der jetzt
im Orte selbst schon Ein halbes Tausend,
in der Umgegend aber viele Tau-
sende Mitglieder zählt. Am 5. Juli 1846
hat er den Mäßigkeits - Verein, am 10.
Mai 1848 den der heiligen Kindheit Jesu,
als dessen Mitglieder kleine Schulknaben
aufgenommen werden, in seiner Pfarre
gestiftet. Schon als Caplan von Gyöngyös
hat sich
F. mit den Gesetzen der Homöo-
pathie vertraut gemacht, sich eine sel-
tene Praxis erworben, die er zum Wohle
seiner Pfarrkinder ausübt, und ihm, da
ihm glückliche Curen einen Ruf verschaff-
ten , auch aus der Ferne Leute zuführt,
welche seinen Rath erbitten. Für den
von ihm seit 1829 angeregten, aber erst
1848 zu Pesth gestifteten Verein zur
Herausgabe guter und wohlfeiler Bücher,
in den F. als Stiftungsmitglied aufge-
nommen ward, schrieb er mehrere An-
dachtsbücher, welche sich seltener Theil-
nahme im Publicum erfreuen, und deren
Erlös stets frommen und wohlthätigen
Zwecken gewidmet ist. Auch hat er meh-
rere wissenschaftliche Abhandlungen und
Anzeigen theologischer Werke in der Zeit-
schrift ykkliFio es Mveieg", d. i. Reli-
gion und Erziehung, später in der „Re-
I^io" veröffentlicht. 135
Le»'en<:HA^ akad 6s Danielik ^«ss/, d. i. Ungar.
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib.
Von Jakob Ferenczy und Josef Danielik
(Pefth 1856, Gustav Emich) S.128.
Faistenberger, siehe: Feistenberger.
Flllbesoner, Joseph (Holzschnitzer
und Tyroler Landesvertheidiger,
geb. zu Nasfereith in Tyrol 1769,
gest. ebenda 1849). Besuchte ein halb
Jahr die Schule zu Imst (1779), worauf
sich aller Unterricht beschränkt, den er in der
Jugend von Andern erhielt. Alles Uebrige
erwarb er sich
durch Selbststudium. Früh
zeigte er Talent für's Zeichnen und ging
1781 (14 Jahre alt) nach Einsiedeln in
die Schweiz, wo er viel zeichnete,
sich
in
der Plastik übte und manche gelungene
Arbeiten für das dortige Kloster vollen-
dete. Sein Trieb nach Ausbildung führte
ihn nach Freismgen, wo er 1783 bei dem
Bildhauer Franz Speicher arbeitete
und 18 Statuen, die Curfürsten Baierns
aus dem Hause Wittelsbach, verfertigte;
dann ging er nach München, wo er 1790
den ersten Preis und zwei kleinere erhielt.
1792 kehrte er in seine Heimat zurück.
Als 1796 der französische Krieg ausbrach,
diente F. als Lieutenant im Patznauner
Thal, verschanzte den Fern und legte den
sogenannten „Stuckweg" an, als dessen
Erbauer F. im Lande Tyrol allgemein
gekannt ist. 1797 hielt er die Brücke bei
Oufidaun besetzt und hielt an eine
Stunde lang den Feind auf, erst dessen
gewaltiger Uebermacht weichend. Für
seine Tapferkeit erhielt F. vom Kaiser
die goldene Verdienst- und vom Lande
die landschaftliche Medaille. Mit 3 Kunft-
und 2 Tapferkeits-Medaillen geschmückt,
übernahm F. den bescheidenen Dienst
eines Meßners, den er durch 17 Jahre
versah, während dieser Zeit 1820 die
Kirche zu Oberleutasch, 1836 eine zweite
zu Flaurling baute und über 30 Altäre,
16 Tabernakel, mehrere Kanzeln und
viele andere Kirchengegenstände schnitzte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon