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Dieser wie sein jüngerer Bruder malten
im vorigenIahrhunderte, und Altarbilder
des Ersteren findet man in Klagenfnrt,
Klausen n. sonst in Tyrol; Bauernscenen,
Fischerftücke, Schützenbilder des Letzteren
im Lande hie und da zerstreut. — lieber
einen neuern Maler Namens Fi n k, auch
aus Tyrol, berichten L. A. Frankls
„Sonntagsblätter", diese für die Periode
1841 - 48 so reiche Quelle über Knust,
Poesie und Literatur des Kaiserstaates;
der Jahrg. 1847 im Kunstblatt Nr. 14
S. 79 meldet in Ad. Pichlers Aussatz:
„Die Plastik unter den Bauern in Tyrol"
(S. 81), von einem (bereits gestorbenen)
Fink, „dessen Stern (als Bildhauer)
bereits in weitern Kreisen zu glänzen
anfing" und dasselbe im Iahrgge. 1844
S. 772 im Artikel „Oesterreichische Künst-
ler inRom", berichtet auch über einen (viel-
leicht denselben) Fink, „welcher an einem
Hausaltare im altitalischen Geschmacke für
die Fürstin Kinsky arbeitet."
Staffier (Ioh. Jakob), Das deutsche Tirol
u. Vorarlberg, topogr.. . . (Innsbruck 1347,
h, 8°.) I. Bd. S. 54.
Fioroiti, Johann Andreas lMufiker,
geb. zu Pavia um das I . 1704, gest. zu
Mailand 1779). Studirte unter Leo-
nardo Leo in Neapel 15 Jahre die Musik,
wurde um 1750 Capellmeister am Dom
zu Bergamo und 1770 dasselbe am Dom
zu Mailand, welche Stelle er bis an sei-
nen Tod bekleidete. F. besaß den Nuf
eines ausgezeichneten Kirchen - Compo-
nisten im alten Style. Der größte Theil
seiner Arbeiten — noch in Handschrift
- befindet sich im Domarchive zn Mai-
land aufbewahrt, darunter achtstimmige
Messen, Vespern; sein Offertorinm:
/actus 65t FT-o nobis obeHens
aci?N0^6)N -^ ) wurde im 88. Hefte
der Cäcilia aus der Sammlung des be-
rühmten Capellmeisters von Bergamo
Simon Mayr abgedruckt.
Ersch (I . S.) u. Gruber (I. G.), Encyklopädie der Wissenschaften und Künste
(Leipzig 1822, Glebitsch, 4.".) I.Sect. 44. Thl.
S. 296. — Gerber (Ernst Ludwig), Hiftor.-
biogr. Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1790,
gr. 8°.) 7. Bd. Sp. 414.
Fiquelmont, s. Ficquelmont(S.221).
Firmian, Karl Joseph Graf von
(Staatsmann, Ritter des goldenen
Vließes,geb. zu DeutschmetzimTrient-
schen 6. Aug. 1716, gest. 20. Juli 1782).
Sohn des Grafen Franz Alphons
Georg (geb. 11. Oct. 1680, gest. 1748)
aus der Ehe mit Barbara Elisabeth,
Gräfin von Thun und Hohen stein.
Erhielt eine tüchtige Erziehung auf An-
stalten in Innsbruck uud Salzburg, zu-
letzt in Leyden und vollendete seine Bil-
dung auf Reisen in Italien und Frank-
reich. Er widmete sich dem Staatsdienste,
war vorerst Gesandter in Neapel und
seit 1759 General - Gouverneur der
Lombardie, in welcher das Andenken, die
segensreiche Periode seiner Verwaltung
sich bis heute erhalten hat. Unter ihm
blühten Kunst und Wissenschaft; Künstler
und Gelehrte unterstützte, Bibliotheken er-
richtete er und seine eigene, welche au
40,000 Baude, Manuscripte und numis-
matische Schätze zählte, erschloß er dem
Forscher. Neber dieselbe erschien ein
Katalog: „LibliotiiscN ^ilmikHN", 10
Bände (Mailand 1783, 4°.). ^Vergleiche
Ebert Nr. 7578), wovon 6 Bände den
allgemeinen Katalog; 1 Theil die engl.
Werke, 1 Theil die Handschriften, 1 Theil
die Kupferstiche und 1 Theil das numis-
matische Kabiuet behandeln. Der Univer-
sität Pavia, au welche er tüchtige Profes-
soren berief, verlieh er einen neuen Glanz;
Handel und Industrie belebte. die Land-
wirthschaft hob er und unter seiner wei-
sen Leitung verschwanden die traurigeu
Spuren der Unwissenheit und Barbarei,
unter denen dieses Land während der
spanischen Herrschaft so lange geseufzt.
Der Graf selbst, ein großer Kunftlieb-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon