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bung. Mit 16 Jahren war F. im Besitz
eines trefflichen Basses, aber erst drei
Jahre später — 1799 — trat er in Ber-
lin in Concerten auf und 1801 in ein
Engagement an der Mannheimer Bühne,
1806 unternahm er eine große Kunstreise
durch Frankreich und ganz Deutschland.
Der Erfolg war ein glänzender, nur
manchmal durch des Künstlers maßlose
Aufgeblasenheit — diese berrschendeKünst-
lerkrankheit — getrübter. In München,
wo er sich des besondern Wohlwollens des
Königs Max erfreute, vergaß sich F. so
sehr, daß er plötzlich die Stadt verlassen
mußte. Nun begab
sich
F. nach Italien,
wo er bald als Sänger, bc»ld als Unter-
nehmer auftrat. Letzteres in Palermo.
Auf seinen Fahrten lernte er die natür-
liche Tochter des Fürsten von Pfalz-
Zweybrücken, eine frühere Gräfin von
Ottweiler kennen, vermalte sich mit ihr,
die ihm ein bedeutendes Vermögen zu-
brachte, und zog sich dann in's Privat-
leben nach Mannheim zurück, wo er noch
1846 lebte. Als Lieder-Compositenr hat
sich F. in feinen frühern Jahren versucht,
ohne Hervorragendes geleistet zu haben.
Bon seinen Compositionen meistens mit
deutschem und italienischem Texte und
auf die Baßstimme gesetzt, sind etwa 12
Hefte erschienen. F. besaß zwei Schwe-
stern und eine Pflegetochter, welche in der
Mnsikwelt einen Namen haben. — F i -
scher - Vernier, Josepha (geb. in
Wien 1782). Nahm den zweiten Namen
von ihrem Gatten, widmete sich — als
ausgezeichnete Sängerin — anfänglich
dem dramatischen Gesänge. verließ aber
später die Bühne und errichtete eine Sing-
schule für Mädchen in Wien. —Fischer
Wi l bel mi ue (geb. in Wie num 1785).
Zweite Schwester Josephs, auch eiue
ausgezeichnete Sängerin, welche ihre
Kunst zuerst in Graz, dann auf dem kön.
würtembergifchen Hoftheater in Stutt-
gart ausübte, aber im 1.1827 die Bühne verließ,
sich mit dem Freiherrn von W el-
den vermalte, und seither in Stuttgart
privatisirt. —Fisch er-Ma raff a,An na,
Pflegetochter Fischers; eine Tochter des
Regisseurs Miedke, welche Joseph im
Alterkon 1^ Jahren adoptirt u. sorgfältig
für den Gefang gebildet hatte. Von ihrem
Gatten nahm sie den Namen Maraf fa
an. Sie sang in Italien , Spanien, zog
sich aber 1836 von der Bühne zurück und
lebt bei ihrem Pflegevater in Mannheim.
Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa
(Speyeri842, F. C. Neidhard, gr. 8".) S. 95
u. 222 Mer Joseph, seine zwei Schwestern
Josepha und Wilhelm ine und seine
Pflegetochter Fisch er-Maraffa). — Ersch
(I. S.) u. Grub er (I. G.), Allg. Encyklo-
pädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig
1822 u. f., Gleditsch, 4«.) I. Sect. 44. Thl.
S. 338 lMer F. und seine Schwestern).
Fischer, Joseph II. (kais. Kammer-
Kupferstecher, geb. zu Wien 30.Iän.
1769, gest. ebenda 5. Sept. 1822). Sein
Vater war Hofzeltschneider und schon als
Knabe zeichnete F. Zelte, worin sich ein
schönes Talent kundgab. 1783 kam er an
die Akademie der bildenden Künste, wo
Brand im Zeichnen, S chmuz er im Ku-
pferstechen seine Lehrer waren. Mit
Spagnoletto's Bilde „Olirigtug in
tkllipio diLMtans" gewann er den er-
sten Preis und 18. Oct. 1793 wurde F.
zum kais. Kammer-Kupferstecher ernannt.
Nachdem er in Tagen der Gefahr (1797)
dem Vaterlande Waffendienste geleistet
hatte, unternahm er Reisen in Ungarn,
Galizien, Deutschland, der Schweiz,
Frankreich (1802) u. England (1803). In
Frankreich lernte er den Fürsten Eßter-
häzy kennen, der an dem Künstler Ge-
fallen fand und ihn 1804 zum Director
seiner kostbaren Gemälde-und Kupferstich-
Sammlung ernannte. Der nie rastende
Kunst- und Brotneid, über so viel Glück
des Künstlers erbost, machte sich Luft in
mannigfaltigen Geschichten, welche F.'s
Ehre verdächtigten und sogar den Weg
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon