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Fischer, Maria Anna (Kupfer-
stecherin, geb. zu Wien 1785, gest.ss).
Schwester des Kupferstechers Joseph
Fischer (s. d. S. 240). Erhielt guten
Unterricht im Zeichnen und zuletzt in der
Kunst ihres Bruders, in welcher sie so-
wohl nach eigener Zeichnung, als nach
fremden Meistern mehrere Blätter aus-
führte. Sie vermalte sich in Wien mit
dem Hofzeichnenmeister G. I . Felsen -
bürg und lebte daselbst noch 1835. Von
ihren Blättern sind bekannt: „Sechs Tand-
schulten", gezeichnet von der Prinzes. The-
reseIablonowska, radirt in gr. qu. 8°.;
— „Nrei landHatten". nach Zeichnungen
ihres Bruders (klein Folio und 8".); —
„OllllllllllndSchlltt mit liint Kühen", nach Cuyp
(1810, gr. Fol.); - „Tanüschütt mit Ochsen",
nach Potter (gr. qu. Fol.); — „Ami
Illni>5chllkten mit Aninrn nnd Figuren" (1808,
gr. qu. Fol.); — „3>n5 Innere einer Grotte,
in der sich iiini Personen am Feuer warmen"
(ll. 4».).
Nagler (G. K. Dr.), Neues allgem. Künstler-
Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) IV. Bd.
S. 362. — Müller (Fr.), Die Künstler aller
Zeiten und Völker (Stuttgart 1857, Ebner
u. Seubert, gr. 8°.) II. Vd. S. 65 lmit Ab-
bildung ihres Monogramms).
Fischer, Martin auch Johann Martin
(Bildhauer und Director der Aka-
demie der bildenden Künste in Wien, geb.
zu Bebele im Algau an der Gränze
Tyrols 1740, gest. zu Wien 27. April
1820). Sohn eines Fischers, der eine
kleine Wirthschaft besaß, mit welcher er
eine Familie von 7 Kindern erhalten
mußte. Als Mart in sah, wie sich der
Vater sein Werkzeug selbst aus Holz
schnitt, versuchte auch er es mit Holzschni-
tzen und ahmte glücklich menschliche und
Thierfiguren nach. Mit 15 Jahren sollte
er das Wagner-Handwerk lernen; als er
aber zu schwach dazu sich erwies, kam er
zu einemDorfbildhauerNamens Schwei-
gerin die Lehre, bei dem er aber mehr
landwirtschaftliche Arbeiten verrichtete, als sich in der Kunst bildete. 19 Jahre
alt, wurde er als Bildhauer freigespro-
chen , ohne etwas mehr als die gewöhn-
lichen mechanischen Handgriffe zu verste-
hen. Doch seiue Liebe zur Kunst war
nicht kleiner geworden, es drängte ihn
nach Wien, wo er mit einem Ducaten
Barschaft 1760 anlangte. Daselbst brachte
er zwei Jahre bei einem untergeordneten
Bildhauer zu, bis es ihm durch Bekannt-
schaft mit dem akademischen Professor
Schlei terer, der an einem von F. voll-
endeten Cruzifix dessen Künstlertalent
erkannt hatte, gelang, die Akademie der
bildenden Künste zu besuchen. Schlet-
ter er vertrat Vaterstelle an dem jungen
Fischer und unterstützte ihn so lange,
bis er für
sich selbst arbeiten konnte. Durch
dic Fatzäde am Palaste der Prinzessin
Emanuela von Savoyen, - Prinz
Eugens Nichte, in welcher er den Bild-
hauer Messerschmidt unterstützte, rich.
tete sich die allgemeine Aufmerksamkeit
auf den jungen Künstler, der nunmehr
mannigfache Bestellungen und vom Für-
sten Kaun itz den Auftrag erhielt, die
Büste „Mutius Scävola" für den Schön-
brunner Garten zu arbeiten. Dann folgte
er einem Nufe des Bischofs Klimo von
Fünfkirchen und arbeitete für die Dom-
kirche daselbst zwei große Seitenaltäre,
von wo er aber aus Gesundheitsrücksich-
ten schon nach einem halben Jahre nach
Wien zurückkehrte, daselbst die begonnene
Arbeit vollendend. Seit längerer Zeit
war es vorzüglich das anatomische Stu-
dium, welches F. auf das emsigste betrieb
und desseu Anwendung an seinen Stein-"
gebilden lebendig hervortritt. In jene
Zeit fällt auch F.'s Bekanntschaft mit Dr.
Ios. Barth (s. d. I. Bd. S. 166), der
ihm die Leiche eines ausgezeichnet schönen
plötzlich gestorbenen Jünglings zu seinen
Arbeiten zur Verfügung stellte. Nun be-
gann die Ausführung jener berühmten
anatomischen Statue ftergl. die „Anna-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon