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Hauptstadt in denselben gewählt. Seine
Wirksamkeit im Reichstage bestand weni-
ger im Ergreifen der Initiative bei An-
trägen , als in der Art und Weise, wie
er jene Anträge, denen er beistimmte,
unterstützte. F. stimmte für den Antrag
der Rückkehr Sr. Majestät des Kaisers
Ferdinand; sprach für die Abschaffung
der Todesstrafe; erörterte in der 14. Si-
tzung i5. August 1848) den Antrag Vio-
l andö über „die Nothwendigkeit, da55 bei
Hiltrrpr!l»!tillnm Verzögerungen und hemmende Fur-
mrn beseitigt werden"; in'der 30. Sitzung
(25. Aug.) stimmt er für den Kudlich -
scheu Autrag in der Robot- und Ablö-
suugsfrage; und will in der 32. Sitzung
(am 29. August), „dass die Aufhebung aller
Tazten, mrlche lliiz dem Unterthans-Verhältnis
erwuchsen, unuermrilt llN5gr5prllchkn werde"; in
der 5)2. Sitzung (6. October) erstattet er
„Bericht iibrr seinen Versuch, Graten Vmllkt de
Alltour (s. d. I. Bd. S . 125) zu retten" ; in
der Permanenz (am 9.Oct.) stellt er einen
Verbcsscrmigs - Autrag zur „Debutte über
ein Nlltionlllgardegrseh" ; in der 67. Sitzung
(8. Jänner 1849) spricht F. gegen den
dringlichen Antrag des Abgeordneten
Piuka 's , worin dieser „die Erklärung des
Ministeriums mm H. Iiinn. 18A9 als gegen Z. 3
der Grundrechte: Zllle Oemalt yrht vlim Vulke
ans", gerichtet angesehen wissen will.
Während seiner parlamentarischen Thä-
tigkeit nahm er eine Stelle als Ministe-
rialrath im Ministerium des Innern
an, als welcher er eine Reise nach Gali-
zien unternahm, wo die Cholera ausge-
brochen war. Später trat er von diesem
Posten ab. Als die Auflösung des Reichs-
tages in Kremsier erfolgte, erwiederte
F. auf den Rath seiner Freunde zu flie-
hen: „Bleibe ich, dann kann mich das
Kriegsgericht vielleicht verurtheilen,
fliehe ich, dann verurtheilt mich die öffent-
liche Meinnna, gewiß. Die Wahl ist nicht
schwer, ich blcibe!" Nach drei viertel-
jähriger Haft wurde F. aus Mangel an Beweis entlassen. Er widmete sich seit
jener Zeit der ärztlichen Praxis, die er
vor seiner Thätigkeit im I . 1848 aus-
geübt ; und lebt gegenwärtig als prakti-
scher Arzt in Wien.
Jüdisches Athenäum (Grimma u. Leipzig 1851)
S 39. — Meyer (I.), Das große Conver-
sations-Lexikon (Hildburghausen 1845, Bibl.
Inft., Lex. 8«.) I I I . Suppl. Bd. S. 563. —
Reichstags - Gallerte. Geschriebene Porträts
der hervorragendsten Deputirten des öfterr.
Reichstages (Wien 1848, Iasper, 8°.) I. Hft.
S. 7 lenthält dessen Charakteristik). — Ver-
handlungen des österr. Reichstages nach der
stenographischen Aufnahme (Wien, Staats-
druckerei, 4".) I. Bd. Sitzung vom 10. Juli,
— 22. Aug. 1848, S. 387. — II. Bd. Sitzung
vom 23. Aug., — 5. Oct. 1848, S. 57, 115.
— III . Bd. Sitzung vom 6. October, — 1.
Nov. 1848, S. 3, 66. — IV. Bd. Sitzung
vom 22. Nov. 1848, — 1. Febr. 1849, S. 282.
'— üitte^sberg, XäZeLui ZiovQiöäk, d. i. Ta-
schen- Wörterbuch (Prag 1850, 16°.) 1. Bd.
S. 422. — Kölnische Zeitung 1849. — Gränz-
boten 1848,1. Bd. S. 526. — Frankls Sonn-
tagsblättcr. — Porträte, i) Unterschrift: ^Ver
an ä i e 8 e in la^e keinen lllutb kkt, Akliürt
in äis I i^uäerstudk (13. 2Iiir2 iin lauästüu-
(ganz
facsimilirt) icriskudsi- (lith.) 1848, gedruckt
bei I . Höfelich, Fol. — 2) Unterschrift: Dr.
H.. ^isekkot' (Wien). Zeitgenossen. Neue
Folge. Nr. XVII. Verlag des bibl. Instituts
(ohne Angabe des Zeichners u. Kupferstechers)
Ler. 8".
Fischhof, Joseph (Musiker, geb. zu
Butschowitz in Mähren 1804, gest. in
Wien 28.Juni 1857). Der Sohn eines
Israeliten, der längere Zeit bei der nie-
derösterreichischen Polizei gedient, dann
sich aber in Brunn niedergelassen. (Mi-
hcrcs unten in den Quellen). Joseph
stndirte in Brunn, danu in Wien die
Medicin, da cr aber großes Talent für
die Mnsik besaß, nahm sich ein Knnst-
frennd, Constantin von Oyik a, des Jüng-
lings an und ließ ihn unterrichten. Der
Clavierlehrer Anton Halm und der be-
rühmte Capellmeister Ignaz Ritter von
Seyfried waren F.'s Lehrer. Der plötz-
lich (1827) erfolgte Tod seines Vaters
ließ ihn das medicinische Studium auf-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon