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Stammersdorfvorrückte. Amzweiten
Schlachttage (6. Juli) griff überlegene
Feindesmacht die beiden Cavallerie-Regi-
menter Klenau - Chevauzlegers und
Schwarzenberg-Uhlanen rasch und
heftig an. Da erhielt Oberst Flachen-
feld mit seinem Regimente, welches in
der vormittägigen Schlacht bis auf 280
Mann geschmolzen war, von dem Feld-
marschall-Lieutenant Fürsten Schwar-
zenberg den Auftrag, dem andringen-
den Feinde entgegen zu gehen. Flachen-
feld vollzog diesen Auftrag mit solcher
Umsicht, daß er den Feind nicht nur an
fernerer Verfolgung hinderte, sondern
ihn auch in die Flucht schlug, wodurch
die österr. bereits zurückgedrängte Infan-
terie in den Stand gesetzt wurde, ihre
frühere Position wieder einzunehmen,
zugleich aber die ganze Infanterie und
die Artillerie des I. und 3. Armeecorps
von einer sonst unausbleiblichen Auflösung
gerettet wurden. Für diese Heldenthat
erhielt er das Ritterkreuz des Mar. The-
resien-Ordens. Im Feldzuge 1813 rückte
er im October zum General-Major vor.
Aber schon am folgenden Tage in der
Schlacht bei H anau (30. Oct.), fand er
an der Spitze einer Cavallerie - Attake
den herrlichen Tod für's Vaterland.
Oefk.Militär-Konversat.-Lexilon. Herausg. von
Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851)
II. Bd. S. 411. — Hirtenfeld (I . Dr.),
Der Militär-Maria-Theresien-Orden (Wien
1867, Staatsdruck., 4°.) S. 1034 u. 1747.
Flammenstern, siehe: Rittig von
Flammeustern.
FlllNgmi, Ludwig (Patriarch von
Venedig, geb. in Venedig 26. Juli
1733, gest. ebenda 29. Febr. 1804). Stu-
dirte in Venedig nnd betrieb vorzugs-
weise philosophische und mathematische
Studien. Schon im Alter von 20 Jah-
ren saß er im Rathe der Vierzig; 26 Jahre
alt, vermalte er sich mit Laura Maria
Donä, bekleidete, 33 Jahre alt, die Würde eines^ .voFKäoi-6) 1774 die eines
Oollsttors äMy isFFi. als welcher er
die verderblichen Lotteriespiele abschaffte.
Nach dem Tode seiner Frau, von welcher
er eine Tochter hatte, gab er den Staats-
dienst auf und wurde plötzlich, nachdem
er von Sr. Heiligkeit dem Papste Cle-
mens XIII. die Dispens erhalten hatte,
Priester; 1779 erhielt er das Amt eines
HäitorO äkiig. gg.oi'2, Kota und wurde
30. Aug. 1789 Cardinal. Nach dem Falle
der Republik büßte F. eine reiche Besol-
dung ein, welche ihm gegeben war, um
seiner Stellung als Kirchenfürst ange-
messen leben zu können. Um die Fort-
setzung dieser Einnahme zu erwirken, be-
gab er sich
nach Wien, da Venedig nach
dem Frieden von Campo Formio an
Oesterreich gekommen; bei dieser Gele-
genheit erhielt er den St.Stephansorden,
die geheime Rathswürde, und als Gi o-
vanelli (10. Iänn. 1800) starb, wurde
F. zu seinem Nachfolger auf dem Patri-
archen-Sitze Venedig ernannt, versah
aber nur kurze Zeit diese Kirchenwürde,
da er schon im folgenden Jahre — 70
Jahre alt — starb. Seine Verdienste um
die Kirche schildert Luciano Lu, ciani (siehe
die Quellen) in seiner Leichenrede. I n
früherer Zeit widmete F. seine Muße
philologisch - ästhetischen Arbeiten und es
erschienen:
1750), welche er unter dem Namen
Agamiro Pelopideo herausgab; —
Oapello oon. anno»
1753), welche Se-
rassi später in die Ausgabe von 1763
aufnahm; — die „^pologia cli Llatone
L67 /3oc?-ate") aus dem Griechischen über»
setzt, befindet sich im ersten Bande des
<Ü0l80 äi Iuett6rg.tu.r2. Froog." von
Cesarotti; — „Oi-asione mell'
clsl Doge V
1762); — und yl
ionio Kocko«, 2 Zcle. (Nom 1791—94,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon