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ernannte sie — die erste
Dmne, welcher diese Ehre von der ge-
nannten Gesellschaft erwiesen ward —
im I . 1856 zum correspond. Mitgliede
Nach dem Ende 1856 erfolgten Tode ihres
Vaters vermalte
sie
sich (10. Dec. 1856)
mit dem Advocaten in Venedig Leone
Fortis, der ebensowohl als dramatischer,
u>ie als Schriftsteller feines Faches bekannt
ist. Vou ihm erschien: „
ovveT'o /ecle e lavo»-o.
l2ii8.nä 1855, Vor-
ni, 16°.); — ans dem Gebiete der
Rechtswissenschaft die Abhandlung: „In-
to^no ^in/lnens« clell» »Tlalattia clslle
abgedruckt im ^.teueo venbto 1855;
es ist dies die Erörterung einer durch
die Traubenkrankheit hervorgerufenen
interessanten Rechtsfrage. Auch besorgt F.
die Nebersetzung und Herausgabe der
Gesammtwerke des berühmten Trop-
long unter dem Titel: ^O^e^s eom-
1855 u. 5., IlHi-^tovioli, lex. 8°.), wo-
von bisher der Tractat über die Schen-
kungen und Testamente, ferner über
Privilegien und Hypotheken, nebst dem
Eommentar des XVIII. Titels des 3.
Buches des Ooäs Nkpoieou erschienen
sind. F. ist Mitglied mehrerer gelehrten
Gesellschaften.
Wurzbach v. Tannenberg (Constant Dr.),
Bibliogr. - statistische Uebersicht der Literatur
des öftr. Kaiserftaates (Wien 1857, Staats-
druserei, gr. 8-.) III. Bericht (1855) S. 491,
Marginal 15461; S. 1084, Marg. 35511.
Fortis, Johann Baptist genannt
Albert (Naturforscher und Biblio-
thekar, geb. zu Paduaii.Nov. 1741,
gest. 21. Oct. 1803). Der Sohn eines
venetianischen Rechisgelehrten und einer
Mutter, deren Schönheit und Anmuth
Männer wie ein Eesarotti feierten.Früh
Verlor F. seinen Vater, und seine Mutter
fchlotz eine neue Ehe mit dem Grafen Capodrlista, dessen Hans die hervor-
ragendsten Gelehrten jener Zeit. als
Earburi, Ealdani, Ferrari, Sibi-
liato, Toaldo, Ballisnieri u. A.
besuchten. Im Umgänge mit solchen Män-
nern wuchs seine Liebe für die Wissen-
schaften; aber — 16 Jahre alt — mußte
er, weil sein Vermögen für das unab-
hängige Leben in der bürgerlichen Ge-
sellschaft zu klein war, ohne Sinn und
Neigung für den geistlichen Stand, in
den Orden der Augustiner treten. - Als
nichts vermochte, F.'s Liebe für diesen
Stand zu wecken, berief ihn der Ordens-
General Giorgi nach Rom und suchte
ihn für das Studium der Theologie und
Sprachen zu gewinnen; für letztere war
F.'sGeist bald gewonnen, nicht für erstere,
und endlich erhielt er dnrch die Gnade des
Papstes Ganganelli die Entlassung
als einfacher Abb6. Ohne Subsistenzmit-
tel und am 7. Sept. 1767 ohne Amt in
Venedig angelangt, beschloß er von den
Früchten seines Geistes zu leben. Er
wurde Journalist; übersetzte Romane,
die Physik von Rozier u. d. m., arbei-
tete in inniger Freundschaft mit der geist-
reichen Cammine r -Tu rra (vergl.
II. Bd. S- 245) für das von ihr heraus-
gegebene HioruaiS elleiolopeäioo, setzte
vom XIII. Bande das Journal Grisel-
lini's fort und begann 1794 den 66-
nio 1ottelg.to, wovon 13 Bndchn. erschie-
nen; auch stammen
aus jeuer Zeit einige
poetische Arbeiten, darunter die Ueberse-
tzung des 4. Buches der Aeneide in Ottave,
welche Giulio Trento scharf krüisirte.
Seine Erbitterung über die vereitelteHojf-
nung, in die Crusca aufgenommen M
werden, machte stch
im hohen Alter Luf^
als er 1800 die satirischen Quartinen auf
diese Akademie schrieb, welche anfangenr
2)ate la esuna all' an'»o ecl »l mnls.
Im I . 1770 (Mitte Mai) besuchte F. die
Insel Eherso, machte sie
zum Gegenstande
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon