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empfohlen, wurde er Spitalarzt und Mb
glied des Sanitätsrathes zu Cairo, wo
er insbesondere die Krankheiten der Ne-
ger ftndirte. Mit der franz. Armee ver-
ließ F. Egypten, ging nach Paris und
kehrte nach kurzem Aufenthalt daselbst
nach Afrika zurück, wo er Chef des Mili-
tärspitales zu Alessandria wurde. Im
I . 1805 nahm er die Stelle eines Leib-
arztes bei dem gefurchteren Al i Pascha
von Ianina an, und blieb in dieser bis
1810. Schwer erhielt er die Entlassung,
reiste nach Paris, wo er nun zum Chef
des Militärspitales in Corfu ernannt
wurde und sich dahin verfügte. Seine
Materialien zu einer medic. Topographie
dieser Insel gingen verloren, als 1814
bei dem Regierungswechsel die Franzosen
eilig die Insel räumten. Nun begab er
sich nach Wien zu seinem Onkel Johann
Peter, blieb da, bis ihn am 1. Mai
1816 die Herzogin Maria Louise zu
ihrem Leibarzt ernannte. 1818 wurde
er parmes. geheim. Rath und 1821 In-
spector der medicin. chirurg. Facultät
von Parma. In seiner amtlichen Stel-
lung erwarb sich Frank in Parma
nicht geringe Verdienste um die Heburrg
der Medicin nach ihren verschiedenen
Richtungen und um Begründung huma-
nistischer und wissenschaftlicher Anstal-
ten für die leidende Menschheit. Als
Schriftsteller gab er eine Uebersetzung
des Werkes von Saissy über die Krank-
heiten des inneren Ohres heraus. Seine
selbständigen Schriften sind ferner: „Zi-
bliotsca meckica S^onniana" (Morena
1797 unä 98)/ — „Memo^e ^?- ls
n Oa^o et les
an-n-ant." (?g.ri31802), in's Italienische
überfetzt (Parma 1817); —
1812), in's Deutsche übersetzt von Ernst
Rincolini (Brunn 1817); —
et <M6Q 1820). Kleinere Aufsätze befinden
sich in wissenschaftl. Fachblättern. Frank
hatte sich im höheren Alter — er zählte
über 50 Jahre — mit einer jungen
deutschen Dame vermalt; die meisten na-
turwisfenschaftl. und medicin. Akademien
hatten ihn zu ihrem Mitgliede erwählt.
Er starb nach längerem Leiden im Alter
von 64 Jahren.
enui bio^raliei äei davaiisre
^.rokiatro, Oonsißliei-e xrivato äi 8.
Vn<:li6882. äi rarulg. oeo. äetti neUa.
Huiversitä. uei siorno 21 61U520 1825 (?2,rm»
1826, 8".) ldiese Biographie verfaßte Carlo-
Speranza, Professor der speciellen The-
rapie und Klinik zu Parma). — Ersch (I . S.)
u. Grub er (I. G.), Allg. Encyklopädie der
Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f.,
Gledirsch, 4<>.) I. Sect. 47. Thl. S. 176. —
Oeftr. National-Encyklopädie (von Graffer
u. Czikann). (Wien 1837) II. Bd. S. i?l>.
— Nach Kaysers Bücher-Lexikon u. Gr äf-
ser ist F. gest. 19. März 1825.
Frank, Peter Anton Freiherr von
(kaiserl. Hofrath, geb. zu Aschaffen-
bürg 7. April 1746, gest. zu Wien 12.
Nov. 1818). Entstammt einem angese-
henen ungar. Adelsgeschlechte, welches
bereits 1572 den Adel erhalten hatte.
Später übersiedelte es nach Deutschland
und der churbaierische Regierungskanzler
zu Amberg Florian Christoph v. Frank,
erhielt von dem Churfürsten MaxIose pH
am 24. April 1769 den Freiherrnstand.
Peter Anton studirte die Rechtswissen-
schaft zu Göttingen und Mainz, erhielt
die jurid. Doctorswürde, trat in öffent-
liche Dienste, wurde churfürstl'ch trier-
scher Hofrath und Professor des Staats-
rechtes und der Geschichte an der Univer-
sität zu Trier. Im I . 1780 übernahm
er in Mainz die Professur der deutschen
Reichsgerichte, wurde 1784 churfürstliH
mainz. Hof- und Regierungsrath. 1791
folgte er einem Rufe nach Wien als k. k.
Reichsreferendar und Hofrath, in welcher
Eigenschaft er, 72 Jahre alt, starb. F^
war auch Schriftsteller auf dem Gebiets
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon