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Brune hervor. F. wurde nun General-
major (9. Jänner 1801). Nach dem Lü-
neviller Frieden kam F. als Brigadier
nach Debreczin, im 1.1805 aber wieder
nach Italien, wo seine glänzende Tapfer-
keit in der Schlacht bei Caldiero Erz-
herzog Karl selbst rühmte. F. wurde
nun für sein ausgezeichnetes Verhalten
im letzten Feldzuge zum Inhaber des
Hußaren-Negmts. Nr. 9 (9. Mai 1806)
und in den östr. Freiherrnstand erhoben
(25.Mai d.I.). Im Feldzuge 1809 zum
Feldmarschall-Lieutenant befördert (13.
Febr.) und bei der Armee in Italien ein-
gereiht, gab er bei Pordenone (15.
April), bei Sacile (16. April), an der
Piave(8.Mai) und bei San Daniele
(11. Mai) solche Beweise von Bravour,
verbunden mit hoher Einsicht bei Aus-
führung seiner Waffenthaten, daß er außer
dem Capitel das Commandeurkreuz des
Mar. Therestenordens (8. Mai) erhielt.
Als Napoleon 1812 den Zug nach
Rußland unternahm, befehligte F. indem
von Oesterreich aufgestellten Auriliar-
corps eine Cavallerie - Division, welche
die Reserve bildete, und erhielt für seine
Waffenthaten bei Podubine und Gui-
dowa das Commandeurkreuz des Leo-
pold-Ordens (27. Juli 1813). Zum Ge-
neral der Cavallerie befördert (13. Oct.
1813), übernahm er im großen Heere der
Verbündeten das Commando des fünften
Armeecorps und erntete neue Lorbeern
in der Schlacht von La Rothiöre (1.
Februar 1814), bei ArciZ sur Aube
(20. März) in den berühmten Reiter-
gefechten dieses Tages, an welchem F.
drei österreichische und drei bairische Ca-
vallerie-Regimenter befehligte. Nach her-
gestelltem Frieden wurde F. Gouverneur
der Bundesfestung Mainz, erhielt aber,
als 1815 die Feindseligkeiten wieder aus-
brachen, den Oberbefehl aller in Dalma-
tien und Oberitalien befindlichen Streit-
kräfte (2. April 1815). In dieser Stel- lung brachte F. in vierthalb Monaten
den Kampf mit Murat und Suchet
siegreich zu Ende, trieb die Franzosen aus
Italien und drang bis gegen Lyon als
Sieger vor (16. Juli 1815). Der Kaiser
belohnte während seines Siegeszuges den
Helden mit der geh. Nathswürde (17.
Mai) und dem Großkreuze des Leopold-
Ordens (17. Juni). Nunmehr erhielt er
das Commando des österr. Occupations-
corps, und schlug sein Hauptquartier in
Colmar auf, wo er bis Ende 1818 blieb.
Die Aufrechthaltung strenger Disciplin
einerseits und seine Sorgfalt, die Lasten
des occupirten Landes zu mildern anderer-
seits, erwarben ihm während seiner Oc-
cupation im Elsaß die dankbare Erinne-
rung des Landes, als er es verließ, um
das Commando der venetianischen Pro-
vinzen zu übernehmen (3. Febr. 1819).
Beim Ausbruche der neapolitanischen
Empörung wurde F. mit der Organisirung
eines mobilen Heeres betraut, dessen
Oberbefehl auch er übernahm (13, Iän.
1821). In weniger denn drei Monaten
(am 24. März rückte F. in Neapel ein)
beendete er diesen — neapolitanischen —
Feldzug, stellte die Ruhe im Königreiche
her, wofür ihn sein Kaiser mit dem Orden
der eisernen Krone 1. Classe belohnte,
und ihm der König von Neapel den Titel
eines Fürsten vonAntrodocco (I.Dec.
1821) mit der Dotation von 220,000 Du-
cati verlieh. Einige Zeit noch auf Wunsch
des Königs behielt F. deu Oberbefehl im
Königreiche, dann kehrte er nach vollstän-
dig hergestellter Ruhe auf seinen Posten
nach Padua zurück und blieb da, bis er
nach der Vereinigung Venedigs mit der
Lombardie zu Einem Königreiche das
Commando in demselben übernahm (14.
Juni 1825). 1829 folgte F. dem Rufe
seines Monarchen nach Wien, um an die
Spitze der Hofcommission zu treten, welche
sich mit der organischen Verbesserung der
Kriegs-Berwaltung zu beschäftigen hatte,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon