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Diese Mission erlitt eine Unterbrechung
durch die 1830 in Italien, besonders in
Modena, herrschende Gährung, die zn
unterdrücken F. Befehl erhielt; er traf
alle Maßregeln nnd schon am 21. März
d. I . zog er an der Spitze seiner Trup-
pen in Bologna ein. F. wurde früher
schon (27. Aug. 1828) in den Grafenstand
erhoben und erhielt nun eine Donation
von sechs Ortschaften im Biharer Comi-
tate, darunter das 'tzauptgut Palota,
nach welchem die Frimonts hie nnd da
aufgeführt erscheinen. Unter den großen
Anstrengungen des Winters 1830/31 hatte
seine Gesundheit stark gelitten, wohl erhielt
er einen 3monatlichen Urlaub zur Her-
stellung derselben, nach Ablauf desselben
nwßte er aber das durch den Tod des
Hofkriegspräsidenten Grafen Gyulai
erledigte Präsidium des Hofkriegsrathes
übernehmen (Handschreiben vom 19. Nov.
1831). Aber schon nach wenigen Wochen
nach Uebernahme dieses Postens erlag er,
72 I. alt, dem Leiden, dessen Anfall kurz
zuvor in Mailand sein Leben gefährdet
hatte. Der Graf hatte 56 I . lang seinem
Monarchen gedient, der ihn mit den höch-
sten Ehren ausgezeichnet. Sein Leichnam
wurde auf seinem Gute zu Palota beige-
setzt, wo er eine Kirche in Form eines
Armeekreuzes erbaut hatte, denn Alles,
was ihn umgab, sollte sich auf die Erin-
nerung an das Heer beziehen, in dem er
so lange rühmlich gedient. Fast alle Mon-
archen Europa's hatten den Helden mit
ihren Orden geschmückt. Eine besondere
Vorliebe hatte F. für Ungarn; dieses Land
war das Vaterland seiner Wahl gewor-
den , und er sprach dessen Sprache mit
einer Reinheit, die den Fremden in ihm
nicht erkennen ließ. Sein Biograph cha-
rakterisirt ihn folgender Maßen: „Der
Graf sprach und schrieb mehrere Spra-
chen mit Vollkommenheit, sein Styl war
einfach aber energisch. Er besaß große
Verschwiegenheit und viele Feinheit. Es war nicht leicht seine Ideen zu durchbli-
cken, aber seine Gewandtheit in manchen
schwierigen Staatsgeschäften, die er mit
Umsickt leitete, zeugte von seinen gedie-
genen Kenntnissen." Aus seiner Ehe mit
KatharinaMitterpachervonMitter-
burg stammt das gegenwärtige Haupt
der Familie: Graf Adaldert (geboren
11. April 1817).
Oeftr. Militär-Zeitschrift, herausg. von S
ch els
(Wien, 8".) Jahrg. 1833, 3., 4. u. 5. Heft:
„Biographie des Generals der Cavallerie Fri-
mont" von Schönhals. — Neuer Nekrolog
der Deutschen (Ilmenau, Voigt) IX. Jahrg.
(1831) II. Thl. S. 1069. - Ersch (I. S.)
u. Grub er (I. G.), Mgem. Encyklopädie
der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822,
Gleditsch, 4«.) I. Sect. 50. Thl. S. 199-214
lsehr ausführliche Biographie vonH ey m ann).
— Hirtenfeld (I. Dr.), Der Militär-
Maria-Theresien-Qrden und seine Mitglieder
(Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8".) S. 493,
857,1739,1746. — Qeftr. Militär-Konversat.-
Lepkon. Herausgcg. vonHirtenfeld u. Dr.
Meyn ert (Wien 1851) ll. Bd. S. 556. —
Szöllösy (Ioh. Nep.), Tagebuch gefeierter
Helden (Fünfkirchen in Ungarn 1837, bisch.
Lyceal-Druckerei, gr. 8".) S. 58. — (Brock-
haus) Conversations - Lexikon (10. Auflage)
VI. Bd. S. 411 e^rscheint daselbst als Johann
Philipp, ist nach diesem 1756 geboren). —
Meyer (I.), Das große Conversat.-Lexikon
(Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Ler. 8".)
XI. Bd. S. 392 Imit der Angabe des Jah-
res 1756 als Geburtsjahr). — Oestr. Natio-
nal-Encyklopädie (von Graff er und Czi-
tann), (Wien 1835) II. Bd. S. 227. —
KioFrapIiiL cies KQIQIQ65 vivünts (?2,i>iL 1817,
I.. 6. Nickauä, 8".) III. Lä. 8. 187. —
Xonvsiiy Li0Fr3.xIiio ^önöraiü ... xu.d1i62
gong 1a. äirsetiOQ äs N. 1e Dr. Hoste?
(?Hri8 1853) XVIII. liä. 8p. 831 lnach dieser
geb. in Belgien 17561. ^ lKneschke, Ernft
Heinr. Dr.) Deutsche Grafenhäuser der Ge-
genwart (Leipzig 13Z4, Weigel, gr. 8".)
III. Bd. S. 129. — Wappen. Quadrirter
Schild mit Mittelschild. Im grünen Mittel-
schilde ein auf silbernem Felsen stehender
rechtsgekehrter goldener Hund, der in der
rechten erhabenen Klaue einen silbernen Säbel
mit goldenem Griff hält und in jedem der
oberen Ecken des Schildes von einer goldenen
Lilie begleitet ist. 1 u. 4 in Roth ein silberner
Zinnenthurm mit drei Zinnen, einem Fenster
und geschlossenem Thor; 2 in Blau ein nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon