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Hiebe Haltender Arm. Vchi lbhalter. Zwei
geharnischte Männer mit offenem Visier, ro-
them Helmbusch, blauen Feldbinden über der
Schulter, die freie Hand auf eine Tartsche
gestützt.
Froon, sieheauch: Frohn, Joseph von
S. 380.
Frühauf, Karl Raimund (Schrift-
steller, geb. in Wien, nach Andern
in Baden um das Jahr 1818, gest.
in Wien 3. Febr. 1858). Studirte in
Wien und trat dann als Novizin's Kloster
Heiligenkreuz. Er verließ später dasselbe
und erlangte nach einiger Zeit eineStaats»
bedienstung bei einem der Hilfsä'nuer in
der Hofkammer, wo bei deu Arbeiten
untergeordnetem Art sein reicher poetischer
Geist vollends verkümmerte. Seine erste
Frau verlor er im Wochenbette, und das
Kind konnte nur mit dem Opser des Le-
bens der Mutter gerettet werden. Der
Eindruck der bei diesem Anlaß mit der
Mutter seines Kindes vorgenommenen
Operation blieb fortan lebendig in seiner
Seele und erklärt die Melancholie ja
Zerfallenbeit mit dem Leben, die ihn bis
an seinen Tod verfolgte. Nach einer Ur-
laubSreise in's Gebirge war seinGeist wie-
der erstarkt, aber nur um bei dem ermüden-
den Einerlei des Geschäftes, dem er oblag,
und das weit unter dem Niveau seiues
durchgebildeten Genius lag, in düste-
reren Stumpfsinn zu verfallen, den der
Kampf mit dem Leben erhöhte. Von einer
nicht lebensgefährlichen Krankheit befal-
len, geriech er in die Hände der praklici«
renden Unwissenheit und war alsbald
ein Opfer derselben. Der größere Theil
von F.'s Arbeiten ist in Journalen zer-
streut und seine ersten Arbeiten enthielt
ber „Zuschauer" von Ebersberg 1838
—40. Selbständig gab er heraus: „seich-
n", 2 Bände, auch unter dem Titel:
3l°velltn-Vibli°th5k", 1. und 2 Bd.
(Wien 1846. Klang); - „Rückkehr in Hott
M Nlltnr" (Graz 1854, 8°.), ein poetisch- philosophisches Buch voll tiefer Gedanken.
Zerstreut erschien in einzelnen Zeit-
schriften, u. z. in Dr. L. A. Frankls
„Sonntagsblättern", Jahrgang 1842:
„Nie jungen Schnelltriuker un« dem Vecher de«
rede«" (S. 321); — „Raiöer leopolb i»
«in« letzten Stunde" (S. 401); — „Nodew,
Nnsik" (S. 449); — „3ir Mangolen in Au-
gllm" (S. 812); — im Jahrgang 1843:
„Äug dem leben eines yelden" (S. 869. betrifft
Eugen vonSavoien); — „Nes Maler«
KchVllnenlild, in Farben" (S. 965), betrifft
Raphael; —„Im Grabe" (S.1183); —
im Jahrgang 1844: „Stedmann" (S. 6);
— „Ner Sprllch.Zntllmat" (S. 649). — I m
„Oesterreichischen VoMboteu" 1349:
„Ohne Vlllk5llili>nng Keine Freiheit". Nr. 1,
2, 3 ; — „Fllbrik5prnletllri5mn3". Nr . 1,
5, 6 ; — „Gine llichre Begebenheit u«
dem Vllllulebrn in Wien in den Grtllbrrwgrn",
Nr . 20—23, 25, 26 ; — „Nie Neicht va«
versteckten Gewehr". Nr . 3 9 , 4 0 , 42 ; —
„Ver Plerdrquiiler. Ginr Erzählung", Nr . 66,
67, 69 ; — „Aekel Jörg, Zein Vemiistnllgsjnz
dnrch N^garn, nnd 5eineKröunllg al5 Nunerukönig",
Nr< 87, 88; in den vom „Vereine zur
Verbreitung der Druckschriften für Volks-
bildung herausgegeb. „Abendstunden":
„Rünig Friedrich der schöne" und „Charakteriztilt
Naizer DopM l." I m Jahre 1843 gab
er einige Nummern (15) einer Zeitschrist
betitelt: „3er Freihritzkümpfer" heraus, die
jedoch bald zu erscheinen aufhörte. Alle
Arbeiten F.'s, worunter sich auch meh-
rere in gebundener Nede befinden, ver«
rathen ein ursprüngliches, reiches Talent,
dessen Entwicklung in regelrechten Bahnen
die Verhältnisse verhindert haben. F. war
auch ein trefflicher Violmspieler, und soll
nebstdcm mehrere Schriften unter fremden
Namen herausgegeben haben. Doch waren
oes Herausgebers Nachforschungen über
nähere Details vergeblich.
Oestr. Zuschauer. Herausgeg. von Eb erSberg
(Wien, 8«) 1838, Nr. 85. — 1839. Nr. 17,
24, 22, 34, 44, 77, 105, 108, 124. 129, 13^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon