Page - 392 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Volume 4
Image of the Page - 392 -
Text of the Page - 392 -
392
Moria Karolina war (seit 10. März
1730! mit dem verwitweten Grafen Chri-
stop d Ernst von Fuchs, Würzburg'schen
Gesandten am kaiserl. Hofe vermalt, der
als iais. Gesandter am ober- und nieder-
sächsischen Kreise zu Hamburg (5. Jänner
1719) starb. Die Gräsin erfreute
sich der
besonderen Huld der großen Kaiserin,
deren Erzieherin sie war. Sie lebte bei
Hof biö an ihres Lebens Ende. Als si<
erkrankte, lam die Kaiserin eigens vor
Sä'^nbriinn nach Wien und konnte nur
mu oicler Mühe vom Krankenbette weg-
gebracht werden; als sie 73 Jahre alt
siard, wurde sie auf der Kaiserin Vefehl
welche ihrer Erzieherin damit ein Zeichen
ihrer zärtlichen Dankbarkeit geben wollte,
in der Kaisergruft bei den Kapuzinern in
Wien beigesetzt. Es ist dies die einzige
nicht fürstliche Leiche in dieser Gruft.
Sie hattc zwei Tochter, die ältere I o
sepha ,gcb. 4. April 1711, gest. 19.
Jänner 1764) war in erster Ehe mit
dem Rcichshofrath Graf Nostitz, in
zweucr (seit 1745) mit Grafen Daun
vermalt, dem nachmaligen berühmten
Feldmarschall (s. d. III. Bd. S. 16?,<;
die ^veile, Mar ia Ernestina Anto-
nia ,,geb. 1713), mit dem Grafen Losi.
Neber Maria Karoline Gräsin Fuchs : V erg-
mann (Joseph), Medaillen auf berühmte
und ausgezeichnete Männer des östr. Kaiser-
staates vom 16. bis zum 19. Jahrhunderte
(Wien 1844—1853, 4°.) I I . Bd. S. 38l. —
Wisgr i l l (Fr. K.), Schauplatz des land-
saßigen niederöstr. Adels (Wien 1734—1804)
III . Äb. S. 121 l theilt die Inschrift ihres
Sarges mit. Uebrigens weichen Wisg r i l l s
Angaben von jenen Bergmanns unk
Wol fs ab). — Wolf (Adam), Aus dem
Hoflebcn Maria Theresia's. Nach den Me-
moiren d.-s Fürsten Ios. Khcvenhüller (Wien
1859, Gerole) 2. Aufl. S. 80 lnach diesem
gest. 21. April 17541
Die Familie der Grafen von Fuchs. Ein altes,
nach Wisgr i l l österreichisches, nach Andern
tyrolisches Geschlecht; eine von dem Grafen
Fuchs zu Fuchsberg und Lö'wenbcrg 6s äato
Löwenberg am I I . Febr. 1811 ausgefertigte,
den damaligen lönigl. bairischen Landes« , behörden bestätigte Urkunde beweiset, daß das
derzeit in Oesterreich blühende Geschlecht der
Grafen Fuchs zuPuchheim cine Linie deS
uralten seit mehr als 600 Jahren in Tyrol
ansäßigen Geschlechts der Grafen Fuchs von
Fuchsberg zu Löwenberg ist. Mehrere
Glieder der östr. Linie ragen durch ihre Ver-
dienste um den Staat hervor. Vor Allen
Johann, der als Stifter der österr. Linie
angesehen wird, dann sein Enkel Kar l Jo-
seph, der bei Errichtung des Freihafens in
Tricst der erste auf eigene Gefahr und Kosten
die Mecrschifffahrt in fremde Länder unter-
nahm und große Verdienste um die Hebung
des Hafens von Trieft besitzt. Da die Familie
im Laufe der Zeit von ihrem Adel keinen
Gebrauch gemacht hatte, erhielten Kar l Jo-
seph und sein Bruder Joseph Johann
am 20. Iuui 1765 den rittermäßigen Adel
und 2l. März 1774 den Freiherrnstand; Io«
seph Johann (gest. in Wien 1813) aber
von Kaiser Joseph II. am 6. Nov. 1731
ben Neichsgrafenstand mit d«m Worten im
Diplom: „wegen seiner und seiner Vorältern
um die Handelschaft besonderen Verdienste."
Auch erhielt derselbe 28. Nov. 1786 nach <?r-
loschung des Graf Rappach'schen Manns-
siammes das erledigte Erbland-Stabclmeister-
amt in Oesterreich ob und unter der Enns
als Mannslehen für sich und seine Nachkom-
men. Von seinen Söhnen ist Graf Ignaz
Joseph (geb. 5. März 1760, gest. 21. Juni
1338) als Mäcen der Wissenschaft, Genealog
und Heraldiker besonders denkwürdig. Der
Graf befaß eine ausgezeichnete Bibliothek —
an 20000 Bände stark — worin die kostbar-
sten Werke aus allen Fächern sich befanden.
Ein wcrthvoller Schatz derselben ist dieSamm-
lung aller in und außer Wien befindlichen
Famtlien-Grabstcine und Epitaphien, gezeich-
net und gemalt von Gebh. Gartenschmidt,
welches Werk der Graf auf eigene Kosten an-»
legen und ausführen ließ. Es befinden sich
darin auch alle im Jahre 1311 und späterhin
ausgebrochenen Grabsteine und Monumente.
Die Sammlung der Manuscripte genealogi«
schen Inhalts beträgt 60 Bände in Folio.
Ebenso ist die reiche Sammlung der Parte-
zetteln als Hilfsmittel zur Feststellung der
Todesdaten sehr interessant. ^Vergl. über ihn:
Gräf fer (Franz), Kleine Wiener Memoiren
(Wien 1845, Beck, 8°.) I. Bd. S. 113 und
über seine Sammlungen: Bd'ckh (Franz
Heinrich) , WienS Schriftsteller, Künstler . . .
bann Bücher-, Kunst- und Naturschätze . . .
(Wien 1821) S. 95.1 — Wappen. Quadrirter
Schild mit Herzschild. Letzterer in Silber ein
rother nach rechts anstrengender Fuchs mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Volume 4
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Egervári-Füchs
- Volume
- 4
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1858
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 422
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon