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cher die philologischen, geo-, ethnographi-
schen und historischen Erläuterungen dazu
enthielt, denselben auch schon weit fort-
geführt, als ihn der Tod dem Orden,
dessen Zierde er war, und der Wissenschaft
im blühenden Alter von 34 Jahren entriß.
Nach handschriftlichen Mittheilungen der Con-
gregation.
Gilltiellll, Franz (Mathematiker
und Priester der Gesellschaft Jesu, geb.
zu Mail and 13. Iän. 1740, gest. ebenda
15. Juli 1810). Besuchte das Jesuiten-
Collegium an der Brera in Mailand und
trat, 16 Jahre alt, in den Orden, wo er
nach beendeten Studien die Physik am
genannten Collegmm vortrug und nach
Aufhebung des Ordens einem Rufe an
die Universität in Padua als Professor
der Mathematik folgte. Schon früher,
als ihn sein Orden zur wissenschaftlichen
Ausbildung nach Turin geschickt hatte,
traf er daselbst mit Lagrange zusammen,
der damals durch seine Gelehrsamkeit zu
glänzen begann, und den
sich nun G. in
seinen Arbeiten zum Vorbilde nahm. Die
Akademie von Turin hatte G. zum Mit-
gliede erwählt. Außer zahlreichen mathe-
matischen Abhandlungen in den gelehrten
Schriften der Turiner Akademie gab er
selbständig heraus: ^Os igns" (M3.U2.Qli
1772); — ^
l'um »n.
(Ndä.1773); — ^ s tsnnons
(NhsiiäH 1775), eine zu ihrer
Zeit geschätzte Schrift; — ^Fismentt cK
a" (Lbenäg. 1781); — ^le-
^ (Ndonäg. 1778). Von
den in den Turiner akademischen Schrif-
ten enthaltenen Abhandlungen nennen
wir: ^Os integT-ations incls/ni
^1769); und „Ke^e-rio
5sri«" (1786). G. lebte nur für die
Mathematik und obgleich er sonst noch eine
gediegene und vielseitige Bildung besaß, ging zuletzt sein ganzes Sinnen und
Trachten im algebraischen Calcul auf.
Ueber die Universität, auf welcher er lehrte, wie
über seinen Taufname» herrschen verschiedene
Angaben. Nach Poggendorf und der
80U8 1». äirsotioil äe Ar. 1o vi. Noskor
(?2rig 1853) XX. Lä. 8p. 417 hieß er Karl
und lehrte er an der Hochschule zu Pavia;
nach Ersch und Grub er heißt er Franz
und lebrte zu Padua. —
2iteruiil (Noui 1816, 4°.). —
Liosraüa äsßll Ita1i2.Qi Mustri. —
Poggendorf ( I . C.), Biogr.-literarisches
Handwörterbuch zur Geschichte der exacten
Wissenschaften (Leipzig 1859, gr. 3°.) Sp. 891.
— Ersch ( I . S.) u. Grub er ( I . G.), Allg.
Encyklopädie der Wissenschaften und Künste
(Leipzig 1822, Gleditsch, 4'.) I. Sect. 66. Thl.
S. 372. — Seauvaiz, viotionnairs Qistori<i.
I. Lä. 8. 1250. — Meyer (I>), Das große
Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1845,
Mbl. Inft., Lex. 8°.) XII. Bd. S. 973.
GillNMM, Ng.rod.686 karpeneto 8ukl-
vlo u. j . w., Ernst Friedrich Alexander
Neichsgraf (Feldmarschall-Lieute-
nant und Großkreuz des Mar. There-
sienordens, geb. in Schlesien 15. Juli
1719, gest. zu Wien 17. März 1775).
Entstammt einer alten modenesischen Fa-
milie, von welcher ein Zweig im 18. Jahr-
hunderte nach Deutschland kam, in
Oesterreich 1708 den Grafenftand erhielt
und am 27. Nov. 1724 unter die neuen
Herrenftand - Geschlechter aufgenommen
wurde. Der Jüngste von 8 Geschwistern
betrat er die militärische Laufbahn im
Inf.-Reg. Botta Nr. 12. Bei Beginn
des siebenjährigen Krieges war er bereits
Oberstlieutenant. Im Scharmützel bei
Nachod (26. Sept. 1756) durch einen
Pistolenschuß an der Hand verwundet,
gerieth G. in die Gefangenschaft, kam
nach seiner Ranzionirung zum Genie-
corps und wurde im April 1757 Oberst.
Als 1758 die Festung Olmütz belagert
wurde und in ihr großer Mangel an
Stabs - Offtcieren herrschte, erbot sich
Oberst G. zum gefährlichen Versuche, in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon