Page - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
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Oiftschüh, Karl (Weltpriester,
geb. zu Wien 13. Februar 1753, gest.
ebenda 3. Iänn. 1831). Der Sohn ge-
meiner Leute. Besuchte die Schulen in
Wien, begann zuerst das Rechtsstudium,
trat aber 1772 in das Priesterhaus zu
St< Stephan, wo er 1777 die h. Weihen
erhielt. Nun kam er als Cooperator nach
St. Veit nächst Wien, 1785 nach Tullu,
wurde 1789 Director der Zoller'scheu
Hanptschule, auf welchem Posten er 40
Jahre auf das Eifriaste thätig war. Ueber-
dies wurde cr 1803 Director eines Ar-
menbezirks derkais. Wohthätigkeitsaustal-
ten. Seine Verdienste belohnte der Kaiser
1. December 1818 durch Verleihung des
taif. Rathstitels uud 9. Dec. 1828 durch
die große goldene Verdienstmedaille mit
der Kette. G. starb 73 Jahre alt. Als
pädagogischer Schriftsteller entfaltete G.
eine große Thätigkeit und schrieb Erzie-
hungs- und Zrbanungsschriften verschie-
dener Art. Indem wir betreffs derselben
auf Kaysers Bücher-Lexikon verweisen,
nennen wir nur seine „Vermkchtea Sukziitzr
zum Vergnügen und znr Belehrung junger Dutt"
(Wien 1824); — „Sammlung verschiedener
Oedichte zum Gebrauche für die getnühnlichen <se-
diichtnizz- und VortragMnngen in dentZchen Schu-
irn", 2 Bdchn. (1802 imd 1816), deren
ersteres 6, das letztere 2 Aufl. erlebte;
— „Nu.rzgelu55te Geschichte unn dem Gntstrhen
nvd der Verladung der M. nun Sol l er'gchen
Hllnptzchnle zu Wien iu der Durstullt nm Nenban"
(Ebd. 1822); — „Prömienbuch . . ." (Ebd.
1820)<— Ueber seinenBruder Franz und
einen Namensvetter Anton f. d. Quellen.
Ueber Karl: Oesterreichs Pantheon (Wien 1831,
M. Chr. Adolph, 3°.) IV. Bd. S. 19. —
Intelligenzblatt der Annalen der östr. Litera-
tur (Wien, Toll, 4°.) 1802, Nr. 12, Sp. 93:
„Beiträge zum gelehrten Oesterreich." —
Kayfer (Christian Gottlob), Vollständiges
Bücher-Lexiton (Leipzig 1834, Schumann, 4'.j
II. Bd. S. 381 ^zählt sämmtliche Schriften
dieses Pädagogen auf, reiht aber auch irrig
seines Bruders Pastoraltheologie unter seine
Schriften ein). — Oestr. Nat.-Encyklopädie (von Gräffer u. Czitann), (Wien 1837)
II. Bd. S. 372. — Ein Bruder des Obigen
ist Kranz (geb. zu Wien 10. April 1748,
gest. ebd. 10. August 1788), der in Wien die
Theologie studirte, nach beendeten Studien
Frühprediger am St. Stephansbome, dann
aber Professor der Paftoraltheologie an der
theol. Facultät in'Wien wurde. Als solcher
gab er den „Leitfaden für die in den t. k.
Erbstaaten vorgeschriebenen Vorlesungen über
die Pastoraltbeologie", 2 Thle. (Wien 1735,
2. Aufl. 1787) heraus, wovon mehrere Jahre
nach seinem Tode eine lateinische Uebersetzung
erschien. lVergl. über ihn: Der östr.Zuschauer,
herausgegeben von S. Ebersberg, 1838,
III. Bd. S. 968. — Kaysers Bücher-Lexikon
gibt den 5. Juni 1788 als G.'s Sterbetag an-I
— Noch ein dritter A(ntonj oder A(dolph)
Giftschütz, wohl ein Verwandter der zwei
Vorigen Franz und Karl erscheint in den
30ger Jahren dieses Jahrhunderts oft in den
belletristischen Journalen Wiens mit Sinn-
gedichten, Näthselspielen u. dgl. m. Er ivar im
Bankicrgeschäfte Eskeles als Obligationen-
bewahrer bedienstet. Selbständig gab er her-
aus: „Gelegenheitsgedichte in deutscher, eng-
lischer, lateinischer, französischer u. spanischer
Sprache" (Wien 1833, Sollinger); —„Zeitver-
treib für Sprachfreunde, Sinngedichte, Wort-
und Räthselspiele in beutscher, englischer, la-
" teinischer, französischer, italienischer und spa-
nischer Sprache" (ebd. 1833); — „Poetische
Kleinigkeiten" (ebd. 1834); — „Dramatische
Kleinigkeiten" (ebd. 1834). G. war der
ächte Repräsentant des damals in Wien herr-
schenden literarifchen Schlendrians, der die
kostbare Zeit in solchen nichtssagenden Minu-
tenspielen todtzuschlagen verstand, unerschöpf-
lich in solchen Nichtigkeiten, und dessen Name
doch, als ob er etwas Tüchtiges leistete, in.
allen Kreisen bekannt war.
Gigl, Alexander (Schriftsteller,
geb. zu Wien 9. Dec. 1821). Sohn
eines kaizerl. Beamten, beendete in Wien.
die Gymnasial» und philosophischen Stu-
dien, lrat 1841 bei der damaligen Hof-
kammer im Münz- und Bergwesen ein,
kam später zur vereinigten Hofkanzlei,
nachmals Ministerium des Innern, wo
er 1850 in der daselbst eben begründeten
administrativen Bibliothek zum i^fficial
befördert wnrde, und in dieser Eigen-
schaft noch gegenwärtig dient. Frühzeitig
versuchte er ück anf dem literarischen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon