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zurück und malte mit solchem Glück Por-
träte, daß es Mode ward, sich von ihm
malen zu lassen. Eine Pause in der Gunst
des Publicums benutzend, begab er sich
nach Paris, wo er die Vlämifchen Mei-
ster und die berühmtesten Pariser Minia-
turmaler mit solchem Erfolge studirte,
baß er, als er heimkehrte, mit Aufträgen
überbaust wurde. Der Vicekönig Eugen
u. seine Gemalin wendeten ihm ihre Gunst
zu. Als er bei Hofe einige franz. Email-
gemälde sah, wollte er sich
darin versuchen
und übte, der Erste in Italien. die bis
dahin im Lande unbekannte Kunst der
Emailmalerei aus, in welcher seine erste
Arbeit mit dem Preise ausgezeichnet
wurde. Dann malte er Miniaturen auf
Pergamente ganz nach dem Muster der
herrlichen Malereien des Mittelalters,
und schmückte damit damals beliebte Werke.
Das erste war „<3ii amoz-i H D«/ns s
Oioe"/ dann folgten 7 Exemplare von
Da Porto's „Niiwttk 6 komeo" und
3 Exemplare des Gedichtes „der Corsar"
von Byron, welche er zuvor auf eigene
Kosten auf Pergament drucken ließ und
nun mit seinen Miniaturen um fabelhafte
Preise an Reiche und Kunstfreunde ver-
kaufte. Vier unübertrefflich schöne Minia-
turen (jede 4" lang u. 3" breit) ehemals
in der Sammlung des Don Giovanni
Pecis befinden sich nun in der Ambro-
sianischen Bibliothek in Mailand. Sie
-stellen vor: die „Melissa und NludnNnnte in
tler Grotte Merlin?": — „Pampinra, Zinnen
And die 7 Mädchen", aus der Einleitung des
Decameron; — „Varnabn Visconti umd
ant Gllleajjll's Befehl nan Gassiaro Visconti in's
Kastell UM OrrM grtnhrt"; — „Vudrnig Märn
mr seiner Abreise nnchDeutschland": er besucht
das Grab seiner Gattin, ihn umgeben
der Herzog, Leonardo da Vinci, Luino,
B ramante.Mönche n.Moro's Sohn.
Zu den Verdiensten in Italien, der Wie<
derhersteller der Miniaturmalerei und
der Begründer der Emailmalerei zn sein, gesellte O. noch ein drittes: in seinem
Testamente setzte er das Athenäum seiner
Vaterstadt zum Erben des nicht unbedeu-
tenden Vermögens ein, mit der Verpflich-
tung, dah die Interessen desselben zur
Errichtung von marmornen Monumenten
auf dem Friedhofe von Brescia zu Ehren
solcher in Brescia gebürtigen Personen
verwendet werden, welche sich
in Künsten,
Wissenschaften, oder sonst durch eine boch-
herzigc That ausgezeichnet baben. Diese
Verfügung sollte mit dem Tode der Witwe,
welche, so lange sie lebte, den Fruchtgenuß
des Vermögens hatte, in Wirkung treten.
(lONiuentari äe11'H.tsQ60 äi Lrsscia, per Vauno
2.oc2äelnwn 1844 (Lrsscia, 1845, tip. 66llz
Ninerva, 8°.) 3. 174. — LibUatscÄ itäliana
<Uai1an6, Fi-. 8°.j 1,1. Lä. 3. 105.
Gillarduzzi, Alois (Maler. geb. zu
Cort inaim Pusterthale Tvrols 2. Febr.
1822). Der Sohn eines Handelsmannes,
der früh Anlagen zur Kunst zeigte, und
nachdem er zu Hause und in Innsbruck
den ersten Unterricht erbalten hatte, sich
dann auf die Akademie der bildenden
Künste nach Venedig begab, wo er Gele-
genheit fand, an den großen Meistern
der verschiedenen italienischen Schulen
sich auszubilden. G. widmete sich der
Historienmalerei. In letzterer Zeit ließ
er sich in Wien nieder und etliche seiner
Bilder waren in den Ausstellungen des
österr. Kunstvereins zu sehen, u. A.: „Ner
Nage Frllnrezra Fascari hurt die Glocken unn
St. Manu, die den Venetillnern dir Mahl eine«
andern Nogeu verkünden" (800 fl.); — „Nie
heil. Familie, umgeben mn den ErMgew Michael,
Gabriel und Ullphael". Zeinc Bilder beur-
kunden eine tüchtige Technik, sowobl im
Colorit wie in der Zeichnung, aber es
fehlt ihnen der belebende Hauch jener
Kunstidee, die dem auch technischer Seits
Unvollkommenen e'men bohen geistigen
Reiz verleiht.
Stafflcr (Ioh. Jakob), Dlls deutsche Tirol
und Vorarlberg, topographisch... (Innsbruck
1847, Fel. Rauck, 8°.) II. Bd. S. 540. —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon