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wurde. 1814 rückte er zum Bibliothekar
vor, wurde mit dem Censoramte betraut
und zum kaiserl. Rathe ernannt. Seine
archäologischen Kenntnisse beurkundete er
in mehreren Schriften. Zu dem Werke
des Kupferstechers Michael Bisi (s. d.
I. Bd. S. 411): „^inacotkeca äel >^a-
i-eals cleils scienHS . . . cli Mlamo"
1812 n. l., Fr. 4". iinä neue
1853) hat G. den Tert
verfaßt. Während seines Lehramtes ver-
öffentlichte er mit dem Hinblick auf die
Jugend: „Fie»nen.ti cleiDove^icis^ nom.o"
1813) und „Heelta cii Novells
3,8°.). Anläßlich mehrerer
Hochzeitsfeste — die in Italien üblichen
^er N0226 — veröffentlichte er mehrere
Gedichte; außerdem: „
(U3.ii2.ua 1819^ 4°.); — „
(Ndenäg. 1822) und „
äei Oeci" (Ndkuäk 1824^
4°.). Mit Stella und Fusi betheiligte
er sich an der Herausgabe der „0las5ici
italiawi"/ mit G. Ferrario (s. d. IV.
Bd. S. 197) an jener des Prachtwerkes:
„ l i OoHwms antico s mocles^o"/ auch
redigirte er längere Zeit die ^iblioteea
italiana", ein kritisches Organ wie etwa
die „Wiener Jahrbücher", das gleich die-
sem eingegangen uud bisher nicht ersetzt
ist. Unter den zahlreichen Abhandlungen
seiner Feder, die darin enthalten sind,
nennen wir die Untersuchung über den
wahren Verfasser des Werkes: „vo iini-
tations Okrisü" nach einem Codex aus
dem XIII. Jahrhunderte.
1 828).
Giseke, Nikolaus Theodor, siehe:
Oieseckc und Giefeke.
Gistra, Karl (Abgeordneter des
deutschen Neichsparlaments im 1.1848, geb. zu Mährisch-Trübau um das
1.1820). Studirte die Rechte in Wien
und widmete sich, indem er zugleich die
jurid. Doctorswürde erwarb, dem Lehr-
fache. Die Erlaubniß, Privatcollegien zn
halten, übte er so lange aus, bis sie ihm
entzogen wurde, dann fungirte er als Pri-
vatsupplent desProf.Ku d ler, bis er später
zum öffentlichen Supplenten in Vorschlag
gebracht und angenommen wurde. In den
Vordergrund trat Giskra im I . 1843
und zwar zuerst am 15. Mai, an dem
Tage der Sturmpetition, dem ersten, an
welchem die Revolution als permanent
erklärt angesehen werden konnte. Giskra
zählte zu den Wortführern dieses Tages.
Später sollte <Z. in Folge der Theilnahme
an der Mißhandlung des Polizeidieners
Albert Ro'ßler seines Lehramtes ent-
hoben werden, aber inzwischen erfolgte
seine Wahl zum Deputirten nach Frank-
furt, und G. legte nun die Docentenftelle
selbst nieder. In Frankfurt zog er durch
seine Beredsamkeit die Aufmerksamkeit
auf sich; obgleich slavischer Abkunft, hielt
er sich entschieden an die deutsche Sache
und sprach für dieselbe bei jeder Gele-
genheit mit „außerordentlichem Zauber
des Redeschwuugs", wie Laube bemerkt/
„aber ohne zu überzeugen." In letzterer >
Zeit (1857 oder 1858) kehrte G. nach
Oesterreich zurück, und nahm die verlas-
sene juridische Laufbahn wieder auf.
Hart (Friedrich), Ein Tag in dcr Pauluskirche
(Leipzig 1848) 2. Hft. — Laube (Heinrich),
Das erste deutsche Parlament (Leipzig 1843,
Weidmann) I. Bd. S. 164; II. Bd. S.,176
u. 236; III. Bd. S. 65 ^Charakteristik G-'s
als Redner in der WaffenMftandsfrage
Schleswig-Holstein betreffend—in der Polen-
frage — und in der Debatte, die Stellung
Oesterreichs zu Deutschland betreffend). —
Grazer Zeitung 1848, Nr. 243, eine Corre-
spondcnz aus Wien von vi. I . G. gegen
Dr. Giskra gerichtet. — Dieselbe Nr. 269:
„Erwiderung des Dr. Giskra auf die Angriffe
des vorigen Artitels." — Wiener Zuschauer,
herausgegeben von S. Ebers berg (Wien,
Lex. 8".) 1848, 35r. 177, S. 1450; Nr. 191
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon