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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
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Page - 224 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

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224 welches noch heute, nach beinahe, einem Jahrhundert, maßgebend bleibt. Indessen hatte GluckBailly's Libretto „iFkigenie en ^ll^icle^ in Musik gesetzt und die Auf- führung fand am 19. April 1774 in Pa- ris statt, für welches die Oper geschrie- ben^ war, und wohin sich G< im Sommer 1773 mit seiner Familie begab. Die — für die damaligen Pariser Musikzustände — neue Musik machte in Paris ungeheu- res Aufsehen. Am 2. Aug. d. I . kam der umgearbeitete „Oi/eo ' zur Aufführung, und als im Jänner 1775 die ^kigenie" mit noch größerer Sorgsalt in die Scene gesetzt wurde, theilte sich das Pariser Musit'pudlicum in zwei Lager und es entstanden, wie eiust durch die Liebe: Uokt^cki k OäMietti, nun durch die Musik zwei Parteien: Gluckiften und Piccinisten, welche in der Geschichte der Musik ein Ereigniß bilden, und deren Uebertreibungen, durch die Memoiren- schreiber jener Zeit erhalten, die uns eine Fülle von Bonmots und pikanten Vorfällen dieser Episode erzählen, uns noch in der Gegenwart anziehen und er- götzen. ^Der Streit dauerte übrigens forl oder eigentlich erreichte seinen Höhen- punct bei G.'s zweiter Anwesenheit in Paris im I . 1776.) Der Sieg stand auf G.'s Seite, ruhmgekrönt, mit Gold reich- lich belohnt, kehrte G. 1775 über Straß- burg, wo er Klop sto ck persönlich kennen gelernt, nach Wien zurück. Noch wäh- rend seiner Triumphe in Paris warb er aber mittelst Decret vom 18. Oct. 1774 zum kais. Kammermusikus mit 2000 fl. Iahrgehalt ernannt. Bor seiner Abreise aus Paris hatte G. die Oper „Kolan<i" von Quinaul t zur Komposition erhal- ten. Durch eine Intrigue geschah es, daß auch P icc in i dasselbe Libretto erhielt. Glücklicher Weise erfuhr G. dies noch zu rechter Zeit, legte nun den „Kolanä" bei Seite und componirte neu für Paris seine ältere Oper (aus dem Jahre 1767) „^ l - '^ welche aber bei der ersten Auffüh- rung in Paris (23. April 1776) so zu. sagen durchfiel; hingegen wuchs der Er- folg der „H/iigenis < von einer Borstel- lung zur andern, und der Streit der Gluckisten und Piccinisten rief eine Fluth von Tagesschriften, mit mehr oder weni- ger Geist verfaßt, in's Leben. Unter die- .seu behaupten die ^ketti-ss äe 1'2.110- u^iue äi VaüFirarä^) unter welcher Chiffer sich Suard (geb. 15. Jan. 1734, gest. 20. Juli 1817, Mitglied der ^og.ä. I?l.) verbarg, die erste Stelle durch den Geist und die Feinheit, mit der sie ge- schrieben sind. I m I . 1777 kam Glucks ,.^m.icla" nach Qu inau l t s Libretto, in Paris zur Aufführung (23. Sept.), mit welcher Composition der Tonheros neue Erfolge feierte. Nach seiner Rück- kehr aus Paris beschäftigte sich G. mit einem neuen Werke für Paris, es war die „HMZenie en. ^ait^icle", mit welcher er sich am 30. Nov. 1778 nach Paris begab und deren erste Aufführung am 18. Mai 1779 stattfand. Auch mit ihr feierte G. den glänzendsten Erfolg; minder gefiel sein letztes im nämlichen Jahre vollendetes Tonwerk: „Fcko et I^aT-c^e^^ welches auch zuerst in Paris zur Aufführung kam. Seit dem 1.1780 ruhte G. auf Lorbeern in Wien aus. Als 1783 der Preuß. Hof- capellmeister, derselbe, den Goethe und Schi l ler in ihren 3euien hart mitgenom- men hatten, Wien besuchte, machte er G.'s persönliche Bekanntschaft und beide Componisten befreundeten sich. Was G. außer den angeführten Opern an Kir- chenmusik und Gesangsstücken componirt hatte, wird weiter unten, wo G.'s Werke aufgezählt werden, angeführt. Sein letz- tes Werk war: „I?e/«genant tisr-nie?-", Text von Chev. Roger, für die Pariser 6ooi6t6 ä '^o l lon in Musik gesetzt; bald nach Vollendung desselben erlag er einem zweiten Schlaganfalle — der erste hatte ihn im I . 1783 getroffen — im
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Volume 5
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Füger-Gsellhofer
Volume
5
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1859
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
426
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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