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tenant Chasteler eingetheilt. Am 23.
April d. I . schlug er mit seinem Bataillon
und dem Tyroler Landsturme den franzö-
sischen General FontanellabeiBosco
di Velo, so daß der Feind 600 Mann
verlor. Am folgenden Tage griff er den
mit 3000 Mann beiRavazzona und
Mori postirten Feind im Rücken an und
schlug ihn ebenfalls. Am 5. Mai eilte er
den in Strüb und Kufstein aufgestell-
ten Truppen über Wörgl als Unterstü-
tzung entgegen. Als nun am U.d.M.
3000 Mann der bair. Division Wrede
mit vier Zwclfpfündern und mehreren
Haubitzen den Paß Strub angriffen, der
nur von 1 Compagnie de Vaux mit 2
Kanonen, 4 Compagnien Tyroler Lan-
desvertheidiger nnd einer halben Com-
pagnie Jäger vertheidigt war, wußte G.
durch sein Beispiel die kleine Schaar so
zu cnthusiasmiren / daß sie mehrere
Stunden den stark überlegenen Feind
aufhielt. Erst nachdem alle Artilleristen
getödtet und in der Verschanzung selbst
nur noch 17 Mann übrig geblieben waren,
gelaug es der Uebermacht des Feindes,
der überdies große Verluste erlitten, sich
des Passes zu bemächtigen. Für sein ta-
pferes Verhalten wurde G. mit dem Ma-
ria Thcresieu-Ordcn belohnt. Im Jahre
1813 uud 14 folgte er mit seinem Ba-
taillon der Armee nach Innerösterreich,
wo er am 19. August dcu General Bel-
loti beiSt. Leonhard so entscheidend
schlug, daß sichBelloti bis Krainbnrg
zurückziehen mußte. Im Feldzuge d. I .
1814 erhielt G. eine Wunde, die ihn nö-
thigte, am 1. Nov. 1815 mit Obersten-
Charakter in den Nuhestand zu treten, den
er noch 11 Jahre in Graz genoß, wo er
im Alter von 67 Jahren starb. — Ein
Großonkel oder doch naher Verwandter
des Obigen ist Peter Göldlin von Vief^
ftnau (geb. zu Luzern 1663, gest. bei
Molwitz 10. April 1741). Schon sein
Vater IohannIost trat in öftr. Kriegs- dienste. Peter wurde auf Kosten Kaiser
Leopolds I. erzogen, erhielt 1699 eine
Compagnie in der Herberstein'schen
Legion, wurde 1713 Oberstlieutenant,
1723 Commandant des Regiments Kö-
nig seck; 1731 Generalmajor und In-
haber eines Inf.-Neg. Er war einer der
vorzüglichsten Generale seiner Zeit und
in Folge seiner Thaten erhielt er den
Freiherrnstand. Im I . 1741 comman-
dirte er bei Molwitz (10. April) den
linken Flügel des östr. Heeres uud starb
auf dem Schlachtfelde den Heldentod.
Hirtenfeld ( I . Dr.). Der Militär-Maria«
Theresien-Orden (Wien 1857, Staatsdruckerei,
Lex. 8°.) S. 929 u. 1746. — Oestr. Militär-
Konversations - Lexikon. Herausg. von Hir-
tenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851)
II. Bd. S. 747 ftennt ihn irrig Göldling
von Tieffenau statt Göldling — Oeftr.
National - Encyklopädie (von Graff er und
Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 389. —
lKneschke, Ernst Heinrich Prof. Dr.) Die
Wappen der deutschen freiherrlichen und ade-
ligen Familien. . (Leipzig 1857, Weigel, 8<>.)
II. Bd. S. 189. — Wappen. Wie schon oben
bemerkt wurde, war die Familie von altem
Schweizer Adel. Peter Christoph wurde
von Kaifer Karl VI. bei der Krönung zu Prag
1723 zum Ritter geschlagen und am 11. März
1732 in den Ncichsfreiherrnstand erhoben. —
Denselben Freiherrnstand erhielt auch sein
Vetter Franz IodokHaupt mann am 13. Aug.
1746 von der Kaiserin Maria Theresia.
Das Wappen der Familie ist ein gevierteter
Schild mit Herzschild. Dieser ist quergetheilt,
oben in Silber Zwei nebeneinanderstehende
sechsblättrige, golden besäumte rothe Rosen;
unten in Noth eine aus der Theilungslinie
hervortretende halbe gestürzte silberne Lilie
(Stammwappen). Im Hauptschilb 1 u. 4 in '
Gold ein einwärtssehender schwarzer Adler,
und 2 und 3 in Blau ein einwärtsgekehrter
goldener Löwe, welcher in 2 mit der rechten,
in 3 mit der linken Vorderpranke ein Schwert
emporhält. Auf der Freiherrnkrone des Schil-
des erheben sich drei gekrönte Helme. Der
mittlere trägt eine
silberne Lilie, welche oben
mit sechs schwarzen Hahnenfedern besteckt ist,
von denen drei sich rechts, drei links kehren
(Helm des Stammwappens); der rechte trägt
den Adler des 1. u. 4. Feldes, der linke auf-
wachsend, den Löwen des 2. u. 3. Feldes mit
dem Schwerte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Volume 5
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Füger-Gsellhofer
- Volume
- 5
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1859
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 426
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon