Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5
Page - 313 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 313 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

Image of the Page - 313 -

Image of the Page - 313 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5

Text of the Page - 313 -

313 Schon im zarten Alter wurde Anton als Zeichneuschüler auf die k. k. Akademie der bildenden Künste geschickt, wo der be- rühmte Mesferschmidt, damals Pro- fessor der Bildhauerei, so viel Gefallen an dem talentvollen Knaben fand, daß er ihn im Alter uon 13 Jahren in sein Hans nahm, und in seinem Fache aus- bildete. Dadurch hatte er sich eine solche Kunstfertigkeit angeeignet, daß ihn der Hofftatuar Bayer zur Vollendung der Statuen, welche den Garten von Schön« brunn zu schmücken bestimmt waren, aus- wählte. Zu diesem Ende machten sie eine Reise nach Tyrol und entwarfen die Mo- delle in den Steinbrüchen, welche später^ hin zu Wien ausgeführt wurden. Der kunstsinnige regierende Fürst von D i e» trichstein-Proskau lernte, uach G.'s Heimkehr aus Tyrol, diesen bei dem Di- reccor Ha genauer kennen, und empfahl den jungen Künstler dem Director der k. k. Manufacturen, dem Hofrathe von Keßler, welcher ihn nun bei der Por- zellanfabrik als Modellier anstellte. Sechs Jahre später wurde G. Modellenmeister und hatte in beiden Eigenschaften Treff- liches in der k. k. Manufactur geleistet. 1796 wurde er von der Akademie der bildenden Künste zu ihrem Mitgliede er- wählt. Erst 1792 ging sein Lieblings- wunsch , in Italien sich für seine Kunst auszubilden, in Erfüllung. Schon als er 17 Jahre alt war, beschäftigte diese Idee ihn unaufhörlich und er machte einen ganz originellen Plan. Er wollte näm- lich durch eine kübne Leistung so große Aufmerksamkeit erregen, daß man ihn unter die Zahl der Pensionars aufnähme, welche aus Kosten des Staates nach Rom zur weiteren Ausbildung gesendet wur- den. Durch unablässiges Bitten wußte er die Fürstin von Dietrich stein, seine besondere Gönnerin zu bewegen, daß er durch sie den Kaiser Joseph I I . sehen, und wo möglich, in Wachs bossiren könne. Die Fürstin konnte dies um so leichter versprechen, da der Kaiser in ihrem Pa- lais häufig die Abende in ihrem trauli- chen auserlesenen Kreise zubrachte. Die erwünschte Gelegenheit fand sich. Der Monarch kam, und schnell hatte der junge Künstler, welcher sich ängstlich in einen Winkel des Salons drückte. seine Züge aufgefaßt, und im Wachs, das er in sei- nem Hute dazu bereit hielt, heimlich nach- gebildet. Aber dem scharfen Blicke des Kaisers war das Treiben des Jünglings nicht entgangen, und mit gewohnter Leut- seligkeit erkundigte er sich bei dem Für- sten nach seinem verlegenen Gaste. Der Fürst nahm nun den rohen Entwurf aus G.'s zitternder Hand und wies ihn dem Kaiser vor. Dieser war nicht wenig erstaunt über das Seltsame der Scene, und über die auffallende Anlage des jun- gen Mannes, welche auch von der glän- zenden .Gesellschaft dadurch anerkannt wurde, daß man allgemein die Aehnlich- keit schon iu den einzelnen Umrissen als sprechend erklärte. Joseph I I . knüpfte hierauf ein freundliches Gespräch mit dem jungen Künstler an, und versprach ihm, ein paar Stunden zum Behufe seiner Arbeit zu sitzen. Als das Bild vollendet war, brachte es der Kaiser seiner Mutter, der großen Mar ia Theresia, welche es so unverkennbar getroffen fand, daß sie O. aufforderte, sich eine Gnade auszu- bitien. Entzückt stammelte er den Wunsch, mit den Zöglingen der Akademie nach Nom gesandt zu werden, aber leider war die Zahl schon voll, und die Monarchin mußte den betrübten Jüngling auf eine spätere Gelegenheit vertrösten. Wohl er- hielt G. reiche Geschenke von Mar ia Theresia und Joseph I I . . aber erst zwanzig Jahre darnach ging sein Wunsch in Erfüllung. Er wurde nämlich auf Rechnung der Porzellan - Manufactur nach Rom gesandt, wo er aber wegen tumultnarischer Volksexcesse nur nelln
back to the  book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Volume 5"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Volume 5
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Füger-Gsellhofer
Volume
5
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1859
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
426
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich